Elektromobilität

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08.10.2013, 14:15 Uhr | 0 |

E-Mobilität Rekordversuch: Abgasfrei von Flensburg nach Füssen

Eine 1000-Kilometer-Fahrt mit einem Elektro-Renault soll die Alltagstauglichkeit der Batteriefahrzeuge beweisen. 24 Stunden soll sie dauern. Acht Tankstopps sind eingeplant.

Werner Hillebrand-Hansen
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Werner Hillebrand-Hansen betreibt einen Elektro-Auto-Verleih am Ammersee, ist Veranstalter der Rallye eRuda und will jetzt mit einem Renault Zoe eine 1000-Kilometer-Fahrt absolvieren, um die Alltagstauglichkeit reiner Elektroautos zu demonstrieren. 
 

Foto: eRuda

Vom gerade verkündeten Beschluss des Siemens-Konzerns, Stromtankstellen mangels Nachfrage aus dem Sortiment zu nehmen, lässt sich Werner Hillebrand-Hansen nicht beeindrucken. Der Geschäftsführer der Initiative eProjekt aus Inning am Ammersee wird am 14. Oktober zu einer Rekordfahrt aufbrechen. Innerhalb von 24 Stunden will er mit einem Renault Zoe, einem reinen Elektrofahrzeug, von Flensburg nach Füssen fahren. Am 29. und 30. Juni übte er schon mal und nahm mit 150 weiteren E-Mobil-Fahrern an der von ihm selbst organisierten Rallye „elektrisch rund um den Ammersee“ teil, abgekürzt eRuda.

Während bei der Rundfahrt eine Batterieladung reichte, ist Hillebrandt-Hansen bei seiner Fernfahrt auf Stromtankstellen angewiesen. Da sein Zoe nicht an der Steckdose aufgeladen werden kann braucht er professionelle Stromspender, die eine Leistung von mindestens 22 Kilowatt haben. Dann sind die Lithium-Ionen-Akkus wieder fit für die nächste Etappe.

Insgesamt achtmal muss das Fahrzeug ans Netz, und das jeweils für knapp eine Stunde. Denn der Elektro-Renault kommt mit einer Batterieladung kaum weiter als 130 Kilometer. Die häufigen Zwischenstopps haben auch einen Vorteil: Hillebrandt-Hansen und sein Beifahrer können sich dann entspannen, sodass sie tatsächlich 24 Stunden durchhalten, ohne durch Ermüdungserscheinungen den Verkehr zu gefährden.

Die Stromtankstellendichte reicht aus

Der umtriebige Hillebrandt-Hansen gehört dem Team Energiewende Inning an, das sich seit 2009 bemüht, den Energieverbrauch in der malerischen Region zu senken. Außerdem sollen Strom und Wärme immer umweltverträglicher produziert werden. Sie wollen die „Ziele einer globalen Energiewende lokal in Inning praxisnah umsetzen“, wie sie schreiben. Dazu gehört die Förderung der Elektromobilität.

Die Rekordfahrer folgen auf der gesamten Strecke der Autobahn 7. Am Startpunkt in Flensburg sorgen die örtlichen Stadtwerke für die erste Batterieladung. Auf ihrer Fahrt zapfen sie – meist CO2-frei erzeugten – Strom aus Tankstellen, die acht verschiedene Anbieter an Raststätten installiert haben, ehe die Allgäuer Überlandwerke die ermatteten Akkus am Zielort Füssen wieder fit macht. „Reichweitenangst war gestern“, sagt Hillebrandt-Hansen. „Moderne E-Mobile haben die Alltagstauglichkeit erreicht.“ Geduld ist aber weiter erforderlich.

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Von Wolfgang Kempkens
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