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09.03.2015, 14:11 Uhr | 0 |

Besonders schwarzer Reifen Neuer Konzeptreifen von Goodyear produziert Strom beim Rollen

Reifen als Stromlieferanten für Elektroautos: Mit dieser Idee will der Reifenhersteller Goodyear die Branche revolutionieren. Auf dem Autosalon in Genf hat Goodyear einen Prototypen mit piezo- und thermoelektrischen Generatoren unter der Lauffläche vorgestellt, die während der Fahrt Strom herstellen. 

Neuer Reifen von Goodyear, der Strom produziert
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Der neue Konzeptreifen von Goodyear kann aus der Strahlungswärme der Sonne und der mechanischen Belastung während der Fahrt Strom erzeugen und diesen beim Elektroauto an die Akkus abführen.

Foto: Goodyear

Schon die Hitze der Sonne genügt dem Wunderreifen, um Strom zu produzieren. Erst recht startet die Stromproduktion, wenn sich der Reifen dreht und dabei ständig deformiert und in seine Ursprungsform zurückkehrt. Die Ingenieure im Goodyear Innovation Center Luxemburg, die das Konzept entwickelt haben, nutzen zwei Techniken: thermoelektrische Generatoren, die Wärme in Strom umwandeln, und Piezogeneratoren, die den Druck, den die Straße auf den Reifen ausübt, in Strom umwandelt.

Reifen kann Reichweite von Elektroautos vergrößern

Sind die Reifen an einem Elektroauto montiert, fließt der Strom direkt in die Bordbatterien. So könnte das Versorgungsproblem von Elektrofahrzeugen, die selten eine größere Reichweite als 200 Kilometer haben, entschärft werden. Wie viel Strom die Reifen erzeugen, verrät Goodyear allerdings nicht. Der Reifen ist noch bis zum 15. März auf dem Genfer Autosalon zu sehen.

Die kleinen Generatoren sind in einem inneren Gürtel untergebracht, der eine weitere Funktion hat. Wenn der Reifen Luft verliert, fungiert er als Träger, auf dem das Fahrzeug noch ein paar Kilometer rollen kann, ohne dass der Reifen endgültig zerstört wird.

Rabenschwarze Muster auf der Lauffläche

Um möglichst viel Umweltwärme einzufangen, die thermoelektrische Stromproduktion also zu maximieren, sind Teile der Lauffläche in tiefstem Schwarz gehalten. Das absorbiert Infrarotstrahlen etwa der Sonne besonders gut. Zweiter Wärmelieferant ist der Reifen selbst. Während der Fahrt wird er ordentlich durchgewalkt. Moleküle reiben aneinander, sodass sich das Material erwärmt.

Bei dem Reifen handele es sich um eine reine Konzeptentwicklung, die einen Beitrag zum internen Denkprozess über innovative Lösungen bei Goodyear darstelle, heißt es aus dem Unternehmen. Goodyear plant vorerst nicht, den Reifen auf den Markt zu bringen, zumindest nicht in naher Zukunft. Konzeptreifen seien Teil des Innovationsprozesses, so Goodyear. Mit ihnen werde zum einen das Ziel verfolgt, Diskussionen über neue Lösungen anzustoßen. Zum anderen sollen die Ingenieure hierdurch abseits ausgetretener Pfaden denken, um smarte Lösungen für die Zukunft zu liefern.

Konzeptreifen soll Ideenschmiede beflügeln

Der piezoelektrische Effekt ist vor allem aus Feuerzeugen bekannt. Der darin befindliche Kristall lässt einen Funken springen, wenn man den Auslöseknopf bedient. Umgekehrt wirkt ein solcher Kristall als Aktor, der beispielsweise ein Ventil verstellen kann, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird.

Thermoelektrische Generatoren sind dagegen noch nicht allzu weit verbreitet, weil die Materialien, aus denen sie bestehen, relativ teuer sind. Forscher in aller Welt arbeiten daran, den Effekt mit billigeren Werkstoffen zu erreichen.

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Von Wolfgang Kempkens
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