Elektromobilität

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30.11.2016, 10:38 Uhr | 2 |

Schnell Tanken Konkurrenten vereint: VW, Daimler und Co. planen gemeinsam Ladenetz für E-Autos

Trotz Kaufprämie werden immer noch wenige E-Autos in Deutschland verkauft. Nun wollen die Hersteller selbst eines der Haupthindernisse beseitigen und ein dichtes Schnellladenetz aufbauen.

Ausbau Elektromobilität
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Konkurrenten planen Joint Venture: Gemeinsam wollen Daimler, BMW, der VW-Konzern sowie Ford Tausende Schnellladesäulen in ganz Europa errichten. 

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Etwa 30.000 Elektroautos sind derzeit in Deutschland zugelassen. Dabei sollten es nach den E-Mobilitätsplänen der Bundesregierung längst hunderttausende sein. Selbst die neue Staatsprämie von immerhin 4.000 Euro hat nur wenige tausende Interessenten tatsächlich zum Kauf motiviert. Denn ein vielbeklagtes Problem ist immer noch nicht gelöst: Die mangelnde Reichweite, die beispielsweise beim BMW i3 nur gut 300 Kilometer beträgt.

Das wäre ja gar nicht so schlimm, wenn man quasi an jeder Ecke und ganz schnell die Batterien aufladen könnte. Und genau das haben sich jetzt BMW, Daimler, Ford und der Volkswagen-Konzern mit den Töchtern Audi und Porsche vorgenommen. Sie wollen schon im nächsten Jahr rund 400 Schnellladestationen in Europa aufbauen, bis zum Jahr 2020 sollen es gar mehrere tausend sein. „Wir wollen ein Netz schaffen, mit dem unseren Kunden für das Nachladen auf längeren Fahrten eine Kaffeepause reicht”, sagt Audi-Vorstandschef Rupert Stadler.

Hersteller setzen auf CCS-Technik

Technischer ausgedrückt heißt das: Der Ladevorgang soll mittelfristig kaum länger als herkömmliches Tanken dauern. Die Gruppe von Autobauern, die für das neue Netz ein Joint Venture plant, setzt dabei auf die so genannte CCS-Technologie. Das Kürzel steht für „Combined Charging System“, bei dem die Ladestecker sowohl Gleichstrom als auch Wechselstrom verarbeiten können.

Mit der CCS-Technik soll in kurzer Zeit eine Ladeleistung von 350 kW erreichbar sein, erklären Daimler & Co. Zum Vergleich: Der Supercharger von Tesla, derzeit das Maß der Dinge, lädt die Batterien nach Werksangaben in einer halben Stunde mit 120 kW auf und erzielt damit eine Reichweite von 270 Kilometern. Der kalifornische E-Auto-Pionier bietet derzeit knapp 750 solcher Stationen in Mittel- und Westeuropa an und ermöglicht seinen Kunden bisher sogar kostenloses Stromzapfen.

Audi plant SUV als Schnelllader

Mit CCS sollen noch weitaus bessere Werte möglich sein. Allerdings galt die Technik bislang noch nicht als vollständig ausgereift. Anders sehen das jedoch die Entwickler bei Audi, die im übernächsten Jahr beispielsweise den e-tron Quattro auf den Markt bringen wollen: Einen rein elektrischen Oberklasse-SUV, der schon mit CCS ausgestattet sein wird. Er soll nach offiziellen Angaben an einer 150-kW-Station in 50 Minuten voll aufladbar sein – für eine Kaffeepause ist das schon noch lang.

Offen lassen die Autobauer bei ihrer Initiative noch, welche Preise sie von den E-Auto-Fahrern verlangen wollen. Das hänge noch von Verhandlungen mit den Energieversorgern ab, heißt es.

Auch der Bund investiert ins Netz

Ungeachtet dessen ist das Ladenetz die Gretchenfrage der E-Mobilität. Deshalb hat ja auch die Bundesregierung im Mai beschlossen, den Aufbau von 5.000 Schnellladesäulen in Metropolen und an Fernstraßen mit 200 Millionen Euro zu finanzieren. Für weitere 10.000 Normalladestationen stehen in den nächsten vier Jahren nochmal 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie weit die staatlichen und die unternehmerischen Initiativen harmonisiert werden, bleibt abzuwarten. Das Beispiel Japan zeigt jedenfalls, dass ein Zusammenschluss von Autobauern funktionieren kann: Dort haben sich schon 2013 Toyota, Honda und Nissan sowie Mitsubishi ein gemeinsames Netz vorgenommen. Inzwischen gibt es laut Nissan in Japan weit über 40.000 E-Tankstellen. 

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Von Werner Grosch
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kommentare
30.11.2016, 12:55 Uhr Progetti
E- Autos könnten mit einem mobilen Range- Extender ausgestattet werden, der auf längeren Reisen im Kofferraum mitgenommen werden kann, am besten eine Brennstoffzelle mit 5 bis 10 kg Methan, je nach Leistungsgrösse. Die Ergänzungs- Umrüstung müsste so beschaffen sein, dass sie nachträglich möglich ist. Lufteinlass und Gas- Einfüll- Anschluss, die mittels Hochdruck- Schlauch fix verbunden mit dem Gas- Aggregat von innen her in die mit Verschluss- Schiebeklappe ausgestattete Öffnung bei Bedarf eingesetzt werden, und zwar seitlich auf der Gegenseite zum Strom- Einlass. Und innen ein Hochleistungs-Kabel- Stecker für die Verbindung mit dem Bord- Netz.
Man muss ja auch bedenken, dass der Strom mal auf einer eingeschneiten einsamen Landstrasse zu Ende gehen könnte (Murphys Gesetz!)!

30.11.2016, 13:01 Uhr Progetti
Natürlich müsste auch ein Abgas- Schlauch noch separat die Abgase ins Freie führen!

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