19.06.2015, 07:29 Uhr | 0 |

Hybridbusse von Volvo Göteborg setzt auf Elektrobusse im Linienverkehr

Mit Göteborg rüstet nun die zweite schwedische Großstadt ihren Nahverkehr auf Elektrobusse um. Gerade hat die Industriestadt ihre erste Elektrobuslinie in Betrieb genommen. Die Busse von Volvo tanken Strom aus Wind- und Wasserkraft. 

Hybridbusse von Volvo in Göteborg
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Die Buslinie 55 führt mitten durch Göteborgs Innenstadt. Dank Bussen mit Elektroantrieb können Bürger jetzt abgasfrei Eis und Café genießen.

Foto: Volvo

Die Buslinie 55 führt mitten durch die Innenstadt Göteborgs, dort wo viele Menschen unterwegs sind, flanieren und in Straßencafés sitzen. Es hebt die Lebensqualität ungemein, dass hier nicht mehr laute Busse mit Dieselmotor die Linie betreiben, sondern sieben Hybridbusse und drei vollelektrische Busse von Volvo, die geräuscharm und emissionsfrei fahren.

19-kWh-Akkus bieten Energie für sieben Kilometer

Die Hybridbusse hören auf den Namen Volvo 7900 Electric Hybrid. Sie sind mit einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Betriebsspannung von 600 V und einer Kapazität von 19 kWh ausgerüstet. Das genügt, um den 150-kW-starken Elektromotor mit 1200 Nm Drehmoment für sieben Kilometer mit Energie zu versorgen. Zur Sicherheit gibt es noch einen kleinen Dieselmotor, der anspringt, sobald der Akku erschöpft ist. An den Endhaltestellen lädt der Fahrer die Batterien über zwei Ladeschienen auf dem Dach innerhalb von sechs Minuten auf – mit Strom aus Wind- und Wasserkraft.

 

Die Hybridbusse überzeugen auch in Hamburg mit ihrer Umweltfreundlichkeit: Laut Volvo haben sie im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen einen 60 % niedrigeren Energieverbrauch und einen 75 % geringeren CO2-Ausstoß. Noch bessere Werte erreichen die vollelektrischen Busse, die ohne die Sicherheit eines unterstützenden Dieselmotors auskommen müssen. Ihr Einsatz in Göteborg ist für Volvo allerdings noch ein Testballon. Läuft alles gut, sollen sie 2017 in Serienproduktion gehen.

Vollelektrische Busse haben sogar WLAN an Bord

Die vollelektrischen Busse bieten Fahrgästen einigen Komfort: Sie haben frei nutzbare Steckdosen, an denen Fahrgäste ihre Laptops und Smartphones aufladen können. Über ein WLAN-System können die Passagiere außerdem während der Fahrt im Internet surfen.

Ein- und Ausstieg sind durch eine extrabreite Tür in der Busmitte möglich, erklärt Hakan Agnevall, Präsident der Volvo Bus Corporation. „Zudem ist dort eine besonders große Stehfläche mit einem niedrigen Boden und ebenem Bodenverlauf eingerichtet worden, um die Nutzung des Busses für Senioren, Eltern mit Kinderwagen oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste mit Rollstühlen einfacher zu gestalten.“ Obwohl der Elektrobus mit 10,7 m rund einen Meter kürzer ist als konventionelle Linienbusse, sollen 86 Fahrgäste Platz finden. Das liegt unter anderem daran, dass der Fahrerplatz mittig angeordnet ist.

Göteborg präsentiert sich als nachhaltige Metropole

Die Buslinie 55 ist das Ergebnis des Gemeinschaftsprojekts Electricity, bei dem Stadt, Industrie und Universität an attraktiveren Nahverkehrslösungen tüfteln. „Electricity und die Linie 55 sind handfeste Beweise dafür, wie sich Göteborg zu einer nachhaltigeren und offenen Metropole mit attraktiven öffentlichen Räumen und einem reichhaltigen Angebot entwickelt“, sagt Göteborgs Bürgermeisterin Anneli Hulthén. „Außerdem zeigt das Projekt, wie sehr wir uns um Know-how und Investition bemühen, um die Umweltbelastung zu verringern und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Industrie und Hochschulen zu fördern.“

Göteborg ist aber nicht die erste Stadt in Schweden, die auf Elektroantriebe in Bussen setzt. Seit März sind die Hybridbusse von Volvo auch schon in der Hauptstadt Stockholm unterwegs.

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Von Patrick Schroeder
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