Elektromobilität

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08.04.2013, 14:45 Uhr | 0 |

Europa könnte profitieren Elektroautos schaffen Arbeitsplätze vor allem in Europa

Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen prognostizieren Wachstum in der europäischen Autoindustrie, wenn sich die Elektromobilität weltweit schnell durchsetzt. Bis 2020 rechnen sie mit einem Anteil von 7 % an den Neuzulassungen.

BMW i3 Concept Elektroauto
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Im Vorfeld der Messe "auto motor und sport i-Mobility" präsentierte sich der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in einem BMW i3 Concept Elektroauto. Die "i-Mobility" ist vom 11. bis 14. April in den Hallen der Messe Stuttgart zu sehen.

Foto: dpa/Marijan Murat

Je nachdem, wie schnell sich Elektroantriebe in Autos weltweit durchsetzen, wird die Zahl der Arbeitsplätze in der europäischen Autoindustrie stark ansteigen oder noch stärker sinken. Das ist das Ergebnis einer Studie von Professor Heike Proff und Dominik Kilian, Wissenschaftler am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Internationales Automobilmanagement der Universität Duisburg-Essen. Wenn sich Elektroautos schnell durchsetzen, könnten bis zum Jahr 2030 bis zu 150 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Setzen sich Elektroantriebe aber nur äußerst langsam durch, wird es laut Studie einen Arbeitsplatzverlust in ähnlicher Größenordnung geben. 

Die Wissenschaftler stützen ihre Prognose darauf, dass Elektromobilität eine Reihe von neuen Geschäftsfeldern eröffnet. So müsse eine Infrastruktur zur Ladung der Batterien geschaffen werden. Carsharing würde deutlich zunehmen. Und es gäbe einen Schub für die Recyclingindustrie.

China wird E-Mobilität beschleunigen

Die Wissenschaftler befragten rund 100 Experten in den wichtigsten Autoländern Europäische Union, Japan, Südkorea, USA und China. Nach deren Einschätzung wird der heute noch verschwindend geringe Anteil an Elektrofahrzeugen bei Neuzulassungen auf immerhin sieben Prozent im Jahr 2020 steigen – insgesamt sollen dann 86 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen werden. 2030 sind es dann schon 31 Prozent bei 99 Millionen Neuzulassungen. Überraschend dabei: China wird die Entwicklung hin zur Elektromobilität beschleunigen, weil dort wenig Kompetenz bei Verbrennungsmotoren existiert.

Brennstoffzellenfahrzeugen, die mit Wasserstoff oder Methanol angetrieben werden, räumen die Experten wenig Chancen ein. 2030 werde ihr Anteil an den Neuzulassungen noch immer bei weniger als einem Prozent liegen. Nach 2040 werde ihr Anteil „eventuell“ zunehmen.

Verbrennungsmotoren haben noch Einsparpotenzial

Chancen für einen Boom der Elektromobilität sehen die Experten vor allem in sinkenden Kosten für Batterien und den übrigen elektrotechnischen Komponenten. Diese Kosten würden bis 2020 um 50 Prozent, bis 2030 sogar um 70 Prozent sinken. Als Schrittmacher gelten gewerbliche Kunden und staatliche Institutionen, die gleich ganze Flotten betreiben. Wenn diese Gruppen verstärkt auf Elektromobilität umsteigen, werden die Kosten durch höhere Stückzahlen sinken. Langfristig können so auch Privatkunden in größerer Zahl als Käufer von Elektrofahrzeugen gewonnen werden. „Für die meisten Konsumenten stellt der Preis das zentrale Kriterium da, welches die Kaufentscheidung letztlich beeinflusst“, heißt es in der Studie.

Da spielt auch die Entwicklung immer sparsamerer Verbrennungsmotoren eine Rolle. Je weniger Sprit Autos verbrauchen desto weniger sind die Käufer bereit, das Abenteuer Elektromobilität zu wagen. Und da haben die Motorenbauer noch einiges im Köcher. Bis zum Jahr 2030 soll der durchschnittliche Spritverbrauch um stolze 25 Prozent sinken.

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Von Wolfgang Kempkens
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