Elektromobilität

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12.10.2016, 13:43 Uhr | 0 |

Uniti aus Schweden Dieses Elektroauto hat keine Pedale, keinen Tacho und wiegt nur 400 kg

Keine Pedale, kein Tacho, zwei Sitze, mit dem variablen Lenker wird gleichzeitig beschleunigt und gebremst: Ein schwedisches Start-up hat das Elektroauto neu gedacht und auf alles Überflüssige verzichtet. Herausgekommen ist ein Cityauto, das nur 400 kg wiegt. Verkaufen wollen es die Erfinder am liebsten im Elektrofachmarkt.

Elektroautos gibt es inzwischen viele, aber ein Großteil der Konzepte nimmt lediglich konventionelle Fahrzeuge, baut einen Elektromotor ein und vergleicht auf dieser Basis Kosten, Nutzen und Emissionen. Es geht aber auch anders: Eine Gruppe schwedischer Studenten rollt das Feld derzeit von hinten auf und hat mit Uniti ein neuartiges Elektroauto konzipiert, das sich von altbekannten Mustern löst.

Genau auf den Pendlerbedarf zugeschnitten

Das Auto ist klein, leicht, nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut, mit modernster Technik ausgestattet und verzichtet auf überflüssige Plätze, die vor allem im Berufsverkehr meistens sowieso nicht genutzt werden. Zwei Sitzplätze genügen. Damit ist Uniti genau auf den Bedarf von innerstädtischen Pendlern zugeschnitten.

Das leichte Kleinstfahrzeug ist vor allem für kurze innerstädtische Strecken vorgesehen. Entwürfe zeigen einen kleinen Wagen mit einem zentralen Fahrersitz vorn und zwei (Not-)Sitzen hinten. Der Elektromotor mit 15 kW soll es auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 90 km/h bringen, die 11 kWh Na-Ion-Batterie soll für eine Reichweite von rund 150 km sorgen.

 

So etwas nannte man früher einen typischen Zweitwagen: Urlaubsreisen, flottes Vorankommen auf der Autobahn oder komplette Umzüge sind damit, nun ja, schwierig, aber auch gar nicht geplant. Doch für den Stadtverkehr, gelegentliche Einkaufsfahrten und den täglichen Weg zur Arbeit eignet sich Uniti perfekt.

„Skandinavisches Design“ bekommt neue Bedeutung

Und was zeichnet Uniti nun aus? Unnötige Bauteile und Features haben die Entwickler einfach weggelassen, der Rest besteht soweit wie möglich aus biologischen Materialien aus regionaler Produktion. Dadurch haben die angehenden Ingenieure das Gewicht des Autos auf nur 400 kg reduzieren können.

Verpackt ist das Ganze in futuristischem Design, alles ist weit weg von langweiligem Ökochic. Das Auto hat fließende Formen, eine hochgezogene Frontscheibe, die in ein Sonnendach übergeht, Flügeltüren und insgesamt einer Form, die zum Hingucken verleitet.

Modernste Technik löst das Ticket für die Zukunft

Trotz Reduzierung auf das Wesentliche haben die Ingenieure dem Elektroauto moderne Technik wie ein dreifach redundantes Steer-by-Wire-System, Fahrerassistenzfunktionen und ein Head-up-Display in Vollbild spendiert – das nach eigenen Angaben branchenweit erste. Damit bekommt der Fahrer im Sinne von Augmented Reality während der Fahrt relevante Zusatzinfos vor Augen geführt. , ohne ständig auf das Armaturenbrett schauen zu müssen. Bedienen lässt es sich durch Gesten mit der Hand.

Angesichts der Größe, dem Antrieb und dem Spaßfaktor und konsequent weitergedacht sehen die Erfinder das Wägelchen auch nicht zwingend als Auto – vielmehr sortieren sie es bei „Unterhaltungselektronik“ ein. Entsprechend sind dann auch die Vertriebswege. Denkbar sei der Verkauf im Elektronikfachhandel – oder gleich per Online-Bestellung, geliefert frei Haus per Spedition.

Marktreife voraussichtlich 2019

Allerdings ist das Auto, das bei Investoren so viel Furore auslöst, noch mitten im Entwicklungsstadium. Einen funktionierenden Prototypen haben die Entwickler für Ende 2017 angekündigt. Auf den Markt soll das Wägelchen ab 2019 kommen. Der Preis soll bei 20.000 Euro liegen. Außer mit dem Verkauf der Autos will Uniti mit Lizenzmodellen für die einzelnen Technologiesysteme Geld verdienen.

Dass das Konzept durchaus den Nerv der Zielgruppe trifft, zeigen die über 200 Vorbestellungen, die es bereits jetzt gibt – zwar derzeit noch unverbindlich, nach Aussage des Start-ups aber ohne großartige Werbung. Auch der Erfolg der Crowdfunding-Kampagne, mit der der Bau des Prototypen finanziert werden soll, lässt hoffen: Nach nur 36 Stunden hatte das Unternehmen die angestrebten 500.000 Euro zum Bau des Prototypen schon zusammen. Und natürlich läuft die Kampagne noch weiter.

Was als Projekt der Universität Lund in Südschweden begonnen hatte, ist inzwischen ein amtliches Start-up. Unterstützt wird es weiterhin von der Universität sowie vom schwedischen Staat, soll aber mithilfe privater Investoren und eigener wirtschaftlicher Erfolge in absehbarer Zeit eigenes Geld verdienen. 

Weitere spannende Entwürfe von Elektroautos, etwa vom Pariser Autosalon, finden Sie hier.

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Von Judith Bexten
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