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10.11.2016, 13:27 Uhr | 0 |

Modularer Aufbau Dieser Elektro-Laster lässt sich in vier Stunden von einer Person zusammenbauen

Mit einem Truck, der leicht, leise und umweltfreundlich ist, will der Unternehmer Denis Sverdlov den britischen Lkw-Markt von hinten aufrollen. Der Elektro-Laster Charge soll 2017 in unterschiedlichen Größen gebaut werden, wobei ein Fahrzeug in nur vier Stunden von einer Person montiert wird. Die Software für autonomes Fahren wird auch gleich mitgeliefert.

Elektro-Truck Charge
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Der Elektro-Truck Charge wird aus ultraleichten Kompositmaterialien gebaut. 

Foto: Charge

„Wir finden, die heutigen Lkw sind absolut unakzeptabel. Bei Charge stellen wir Trucks her, wie sie sein sollten – preiswert, elegant, leise, sauber und sicher“, sagt Denis Sverdlov. Der 38-jährige Unternehmer, geboren in Russland und seit einigen Jahren in London lebend, will eine neue Art von Lieferwagen auf den britischen Markt bringen, der alle diese Voraussetzungen erfüllt. Auf einer Technik-Konferenz in London stellte er den Elektro-Truck Charge vor, der auch autonom fahren kann.

Pro Jahr sollen 10.000 E-Trucks produziert werden

Die Trucks, erklärt Sverdlov weiter, würden aus ultraleichten Kompositmaterialien gebaut. Das Design ist einfach gehalten und modular aufgebaut, so dass Produktion und Montage schnell und preiswert sind. Der Plan ist, ab nächstem Jahr mit nur zehn Mitarbeitern im Zwei-Schicht-Betrieb bis zu 10.000 Lkw pro Jahr herzustellen. Ein Arbeiter könnte den neuen Truck innerhalb von vier Stunden fertig zusammenbauen. 2017 soll die erste Fabrik in Oxfordshire eröffnen, wo auch die ersten Charge-Trucks entwickelt und gebaut wurden.

Die Laster werden in verschiedenen Größen von 3,5 bis 26 t gebaut und sollen nicht teurer werden als vergleichbare herkömmliche Trucks. Die Basisreichweite mit einer Batterieladung beträgt 160 km. Für längere Fahrten kann in einen dualen Modus geschaltet werden, bei dem die Batterie mitaufgeladen und die Reichweite auf 800 km erhöht wird.

Vorbereitet für autonomes Fahren

Denis Sverdlov hat auch bereits weitergedacht für die Zeit, wenn auf Londons Straßen autonome Fahrzeuge unterwegs sein werden. Alle gesetzlichen Anforderungen für autonomes Fahren würden erfüllt, betont Sverdlov. Die Fahrzeuge würden dann, ähnlich wie Smartphones, Updates erhalten und seien vorbereitet für autonomes Fahren – „ein Knopfdruck genügt“. Die britische Regierung will bis 2020 selbstfahrende Fahrzeuge erlauben.

Interesse von Seiten der Lieferunternehmen besteht offenbar auch bereits am neuen Charge-Truck:  DHL habe sich positiv geäußert, schreibt die BBC.  Das Potenzial sei enorm, besonders für den kommerziellen Einsatz und die Logistik der Zukunft, so DHL.

„Irgendwann sind alle Fahrzeuge elektrisch“

Denis Sverdlov ist ebenfalls Chef des Unternehmens Roborace, das selbstfahrende Elektro-Rennwagen herstellt. Charge profitiert von den Entwicklungen, die bei Roborace gemacht worden sind, bei den Motoren und in der Elektronik. Charge ist außerdem Partner der Formula E, einer Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor. Hier darf der Prototyp von Charge in der Parade mitfahren und die Logistik der Rennen unterstützen.

Irgendwann, meint Denis Sverdlov, seien alle Fahrzeuge elektrisch. „Die einzige Frage ist wann“, sagte er letztes Jahr in einem Gespräch mit der Oxford Times. Sverdlov, der an der Universität für Ingenieurwesen und Wirtschaft in St. Petersburg graduierte, hatte bereits einige Positionen im obersten Management inne. Unter anderem war er über fünf Jahre Chef bei Yota, einem russischen Internetdienstanbieter. Anschließend wurde Sverdlov zum stellvertretenden Minister für Kommunikation und Massenmedien in Russland ernannt. Nach 15 Monaten trat er 2013 zurück. Seit letztem Jahr wohnt Sverdlov mit seiner Familie in London.

Ende September hat Daimler auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover seinen Elektro-Laster Urban eTruck vorgestellt. Details zu diesem Fahrzeug finden Sie hier.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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