02.02.2017, 08:23 Uhr | 0 |

Kooperation beschlossen Daimler liefert Roboter-Taxis an umstrittenen Uber-Dienst

War es nur ein Zwischenerfolg, den die deutschen Taxifahrer gegen Uber errungen haben? In Deutschland und vielen anderen Ländern ist Ubers Vermittlungsdienst für private Taxifahrten verboten. Doch nun gibt Daimler bekannt, an Uber selbstfahrende Taxis zu liefern. Werden Taxifahrer wegrationalisiert?

Studie Aesthetics A von Mercedes
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Die Studie Aesthetics A gibt noch einen verhüllten Ausblick auf das Mercedes-Design der Zukunft in der Kompaktklasse: Auch die Details der neuen Partnerschaft mit Uber sind noch vage. Sicher ist nur: Daimler liefert selbstfahrende Elektroautos an Uber, um sie auf der Uber-Plattform anzubieten.

Foto: Daimler

Der Streit um Uber beschäftigte 2016 die Gerichte nicht nur in Deutschland. Überall gingen die Taxifahrer auf die Straße. Denn während die professionellen Fahrer Prüfungen ablegen müssen, Steuern zahlen und für ihre Droschken gesetzliche Regelungen und Standards gelten, konnten sich bei Uber Privatleute mit ihren Privatautos als Taxifahrer registrieren. Personenbeförderungsscheine? Nicht nötig. Saubere und sichere Autos? Fragt Uber nicht nach.

Ubers privater Vermittlungsdienst in Europa gescheitert

Während Uber in den USA eine große Nummer geworden ist und den Taxifahrern zusetzt, scheiterte Uber in Europa grandios mit seiner Idee privater Taxifahrten, an denen sich der US-Konzern über Provisionen eine goldene Nase verdienen wollte. Auch in großen Ländern wie in Italien und Frankreich ist der ursprüngliche Dienst verboten. Inzwischen vermittelt Uber in ganz Europa nur noch Fahrten an professionelle Taxifahrer – natürlich auch gegen Provision.

epa04932863 Taxi drivers participate in a protest against Uber taxi services in Brussels, Belgium, 16 September 2015. Taxi drivers are protesting against app-based transportation network and taxi company Uber's UberPop service. Around one thousand taxi drivers are reported to have taken part in the protest against ride-sharing claiming unfair competition. EPA/OLIVIER HOSLET +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Uber ist mit der geplanten Vermittlung privater Taxifahrten in Europa gescheitert. Auch in London demonstrierten 2015 die Taxifahrer gegen Uber mit Erfolg. Inzwischen vermittelt Uber nur noch Taxifahrten an professionelle Taxifahrer.

Foto: Olivier Hoslet/dpa

Deshalb ist fraglich, ob es den Uber-Partnern gefällt, dass Daimler und Uber eine Kooperation geschlossen haben. Inhalt: Daimler liefert an Uber selbstfahrende Elektroautos. Und was will Uber damit: Taxifahrten anbieten.

Daimler will autonom fahrende E-Autos bei Uber anbieten

Details und Zeitpläne sind noch nicht bekannt. Aber immerhin teilte Daimler mit, dass der Konzern in den kommenden Jahren „autonom fahrende Mercedes-Benz Pkw unter anderem auch auf der globalen Plattform von Uber“ anbieten werde. „Damit folgt Daimler als erster Automobilhersteller dem Angebot von Uber, über deren Service-Plattform autonom fahrende Fahrzeuge anzubieten“, heißt es stolz in der Pressemeldung der Stuttgarter.

epa05260704 Argentinian taxi drivers participate in a rally against car sharing service Uber by blocking the main streets of Buenos Aires, Argentina, 15 April 2016. A Buenos Aires court on 13 April ordered the car sharing service to suspend its service one day after it launched. EPA/DAVID FERNANDEZ +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Kritik am Geschäftsgebahren Ubers gibt es weltweit: Demonstration gegen Uber im April 2016 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Foto: David Fernandez/dpa

Daimler verweist auf seine neue E-Klasse, die als weltweit erstes Serienfahrzeug eine Testlizenz für autonomes Fahren im US-Bundesstaat Nevada erhielt. Auch Daimlers amerikanische Lkw-Sparte Freightliner experimentiert bereits mit autonom fahrenden Trucks. 2015 fuhr der erste Truck autonom auf einer öffentlichen Straße.

Uber arbeitet selbst an autonom fahrenden Autos und Lkw

Und in dem Punkt treffen sich Daimler und Uber. Denn der US-Konzern hat das Start-up Otto übernommen, das ebenfalls Technik für selbstfahrende Lkw entwickelt hat, die sogar in älteren Lastwagen nachgerüstet werden kann. Ingenieur.de hat die Technik im vergangenen Jahr vorgestellt.

Zudem investiert Uber in selbstfahrende Technik für Pkw und hat sogar schon die Idee publiziert, in fernerer Zukunft Taxifahrten in der Luft anzubieten.

ARCHIV - HANDOUT - Das undatierte Handout-Foto zeigt ein selbstfahrendes Uber-Fahrzeug in Pittsburgh, Pennsylvania, USA. Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat seine Fahrten mit Roboterwagen in San Francisco im Streit mit der kalifornischen Verkehrsbehörde einstellen müssen. (ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur bei Nennung: «Foto: Uber/dpa» - zu dpa "Kalifornien nimmt Uber-Roboterwagen von der Straße" vom 22.12.2016) Foto: Uber/UBER/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Uber ist stark engagiert in der Entwicklung selbstfahrender Autos. Das Unternehmen hat auch das Start-up Otto übernommen, das die Technik zum Nachrüsten für Lkw anbietet.

Foto: Uber/dpa

„Mobility Service Anbieter bieten eine ideale Plattform für Technologien für autonomes Fahren“, meint Daimler-Chef Dieter Zetsche. Natürlich ist auch Uber mit seinem neuen Partner zufrieden. „Hinter der Technologie der selbstfahrenden Fahrzeuge steht das Versprechen, künftig Städte zu schaffen, die sicherer, sauberer und zugänglicher sind. Aber uns ist bewusst, wir können diese Zukunft nicht allein verwirklichen. Deshalb öffnen wir die Uber-Plattform für Automobilhersteller wie Daimler“, so Uber-Chef Travis Kalanick. „Durch die Kombination der technologischen Stärken von Daimler und Uber können viele Menschen auf Knopfdruck ein zuverlässiges Transportmittel nutzen.“

Das wird den Taxifahrern nicht gefallen.

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Von Axel Mörer-Funk
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