09.07.2014, 13:11 Uhr | 1 |

Kabelloses Aufladen Daimler und BMW entwickeln einheitliches Ladesystem für Elektroautos

Der Stecker, über den Strom in die Akkus von Elektroautos fließt, soll bald der Vergangenheit angehören. Die Stromtankstelle der Zukunft überträgt die Energie kabellos, und sie soll mit möglichst vielen Fahrzeugen kompatibel sein. Daran arbeiten BMW und Daimler künftig gemeinsam.

Induktives Ladesystem
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Daimler und BMW haben sich auf die gemeinsame Entwicklung und den Einsatz einer einheitlichen Technologie zum induktiven Laden von Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen verständigt. Das System besteht aus zwei Komponenten: einer Sekundärspule im Fahrzeugboden sowie einer Bodenplatte mit integrierter Primärspule, die unterhalb des Autos – zum Beispiel auf dem Garagenboden – platziert wird.

Foto: Auto-Medienportal.Net/BMW

Die Batterien sind fast leer. Bis zur Endhaltestelle reicht der Saft noch allemal. Dort parkt der Fahrer des Elektrobusses sein Fahrzeug präzise in einem markierten Bereich. Sofort beginnt der Strom zu fließen, ohne dass ein Kabel angeschlossen werden muss. Im Boden des Parkplatzes befindet sich eine Kupferspule, durch die ein starker Wechselstrom fließt. Er erzeugt ein elektromagnetisches Feld, das von einer Spule an der Unterseite des Busses aufgefangen und in Wechselstrom umgewandelt wird. Ein elektronischer Gleichrichter macht daraus Gleichstrom, der die Batterien lädt. Wenn die Pause vorbei ist rollt der Bus frisch gestärkt wieder los.

Das bequeme Ladeverfahren funktioniert auch bei Personenwagen. Daimler und BMW gehen jetzt daran, ein einheitliches System für Elektro-Pkw zu entwickeln, was allerdings nicht so leicht zu realisieren ist. Die schwere Spule erhöht das Gesamtgewicht des Fahrzeugs und damit dessen Energieverbrauch. Gegebenenfalls muss sie absenkbar sein, weil der Strom umso stärker fließt, je näher sich die beiden Spulen kommen. Während der Fahrt auf holprigen Straßen darf sie den Boden natürlich nicht berühren. Zudem muss ein sinnvoller Kompromiss zwischen Spulengröße und -gewicht gefunden werden, um akzeptable Ladezeiten zu erreichen. Je größer die Spule unter dem Fahrzeugboden ist desto schneller sind die Akkus wieder voll.

Navigationshilfe für ungeschickte Fahrer?

Daimler ist bereits an einem Forschungsvorhaben namens BIPoLplus beteiligt, das genau das gleiche Ziel verfolgt. Angestrebt wird eine Ladeleistung von 22 Kilowatt, was im Vergleich zur Stromtankstelle für Busse nur Peanuts sind. Diese schafft bis zu 130 Kilowatt, damit die Batterien auch bei kurzen Pausen aufgeladen werden. Partner bei BIPoLplus sind neben Daimler Robert Bosch, Conductix-Wampfler, EnBW, Porsche sowie die Forschungseinrichtungen Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Stuttgart.

Zu lösen sind noch andere Probleme. Das Fahrzeug muss präzise positioniert werden, damit die Spulen genau übereinander passen. Viele Fahrer schaffen das nicht ohne elektronische Navigationshilfe. Die Spule im Boden muss – wenn kein Fahrzeug darüber steht – zuverlässig abgeschaltet werden, um zu verhindern, dass Menschen in das starke elektromagnetische Feld geraten.

BMW nutzt bereits einen Prototypen der Station, um seinen i8 aufzuladen. Innerhalb von zwei Stunden sind die Akkus voll.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
19.07.2014, 13:00 Uhr Progetti
Die induktive Aufladung trägt entscheidend zur Akzeptanz der E- Mobile bei, weil in den Großstädten derzeit vorweg keine geeignete Infrastruktur existiert. Die E- Werke könnten sich, wo auch immer, um die Errichtung von Induktions- Parkplätzen kümmern, Stromzähler im Auto könnten die Energie- Entnahme messen, nach automatischer Datenübertragung erfolgt dann die Bezahlung über ein Bankkonto des Parkplatz- Nutzers.

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