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31.10.2016, 14:54 Uhr | 1 |

Kampf gegen Luftverschmutzung China schockt deutsche Autobauer mit E-Auto-Quote

Der größte Automarkt der Welt mischt die Karten neu: Ab 2018 müssen Autobauer eine E-Auto-Quote erfüllen, um in China weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren verkaufen zu dürfen. Die Unruhe in der Branche ist gewaltig.  

Verkehr in China
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Berufsverkehr in Peking. Im Kampf gegen den Smog setzt das Reich der Mitte auf eine E-Auto-Quote. Für die Autohersteller kommt das überraschend. 

Foto: Adrian Bradshaw/dpa

Internationale Autohersteller dürfen zukünftig nicht mehr beliebig viele Autos mit Verbrennungsmotoren auf den chinesischen Markt bringen. Ein vor wenigen Wochen veröffentlichter Gesetzesentwurf sieht vor, dass Produzenten ab 2018 für 8 % ihrer in China verkauften Fahrzeuge Kreditpunkte sammeln müssen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Kreditpunkte gibt es für besonders umweltfreundliche Autos.

Die Quote soll 2019 bereits bei 10 % liegen, 2020 schon bei 12 %. Mit dieser Maßnahme kämpft das Reich der Mitte gegen die steigende Luftverschmutzung.

VW verkauft in China jährlich drei Millionen Autos  

Punkte gibt es für umweltschonende Fahrzeuge: Angeblich soll es vier Punkte für ein Elektrofahrzeug und zwei Punkte für einen Plug-in-Hybrid geben. Ähnlich rechnet Cui Dongshu, Generalsekretär der China Passenger Car Association: „Wenn zum Beispiel VW 2018 – so wie derzeit – etwa drei Millionen Autos in China verkauft, muss der Konzern etwa 60.000 E-Autos herstellen“, erklärt Dongshu gegenüber der Süddeutschen. Sogar 120.000 Exemplare seien bei Plug-in-Hybriden mit einer elektrischen Reichweite von 50 km nötig.

Wird VW das bewerkstelligen können? Erst vor wenigen Tagen hat der Konzern angekündigt, zukünftig den E-Golf in der Gläsernen Manufaktur in Dresden herzustellen.

Unruhe in der Branche ist gewaltig

Und wenn Autobauer die Quote nicht erfüllen können? Dann müssen sie anderen Herstellern Punkte abkaufen – ähnlich wie beim Zertifikatshandel in der Energiebranche – oder schlimmstenfalls ihre Produktion drosseln. Die Unruhe in der Branche sei daher gewaltig, sagt Jochen Siebert, Geschäftsführer der Beratungsfirma JSC Automotive in Shanghai, der Süddeutschen.

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Aufladestecker eines Nissan Leaf: Wollen Hersteller in China weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren verkaufen, müssen sie ab 2018 als Gegenzug Elektroautos produzieren. 

Foto: Ole Spata/dpa

Hoffnung setzen die deutschen Autobauer auf Sigmar Gabriel. Der Wirtschaftsminister reist heute zu einem mehrtätigen Besuch nach China, um politische Gespräche in Peking zu führen und die Westmesse in Chengdu zu besuchen. Er könnte die Forderungen Pekings beeinflussen. 

Beim Thema Luftverschmutzung ist es besonders in chinesischen Großstädten fünf vor zwölf. Laut chinesischen Wissenschaftlern ist Peking fast unbewohnbar für menschliche Wesen. 2014 lag die Feinstaubbelastung zeitweise zwanzigfach über den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Werten.

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
31.10.2016, 21:49 Uhr Behelith
Genau richtig!!!! Heftige Probleme müssen mit heftigen Gesetzen begegnet werden! Viele Probleme werden halt nicht allein durch den Markt geregeltt! Dass ein Großteil der Wirtschaft den geringsten Aufwand bevorzugt, und möglichtst nichts ändern will, egal ob sinnvoll oder nicht, wird noch mal unser aller Ende!

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