Elektromobilität

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27.04.2016, 09:34 Uhr | 1 |

Mehr Ladestationen Bund und Autoindustrie einigen sich auf 4000 Euro Kaufprämie für E-Autos

Die Bundesregierung und die Autoindustrie haben sich in der Nacht auf dem so genannten Autogipfel auf eine Kaufprämie von 4000 Euro für Elektroautos und 3000 Euro für Autos mit Hybridantrieb geeinigt. Die Kosten teilen sich Bund und Industrie.  Gleichzeitig will der Bund endlich auch beim Ausbau der Infrastuktur aufs Tempo drücken.

Elektroautos werden an einer Ladestation in Berlin aufgeladen.
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Elektroautos werden an einer Ladestation in Berlin aufgeladen. Der Verkauf von Stromern ist immer noch verschwindend klein. Prämien sollen in Zukunft den Absatz ankurbeln.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bei dem Treffen im Bundeskanzleramt in Berlin, an dem die Vorstandschefs Matthias Müller (VW), Dieter Zetsche (Daimler) und Harald Krüger (BMW) sowie mehrere Bundesminister teilnahmen, einigte sich die Runde darauf, ab Mitte Mai eine Kaufprämie für Elektro- und Hybridautos einzuführen. Der Kauf eines Elektroautos soll mit einem Zuschuss von 4000 Euro gefördert werden. Bei Autos mit einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor (Hybrid) gibt es 3000 Euro. Die Kosten teilen sich Bund und Industrie.

Die Förderung ist auf Automobile begrenzt, die nicht mehr als 60.000 Euro kosten. Damit sind Elektroautos wie der i8 von BMW, der Porsche Cayenne S E-Hybrid und die beiden Tesla-Luxusmodelle von der Förderung ausgenommen. Gefördert werden also der Kauf von kleineren Elektroautos wie E-Golf und E-Up von VW, i3 von BMW, Nissan Leaf, das weltweit erfolgreichste Elektroauto, und Kia Soul EV.

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Der neue Tesla Model 3 soll 2017 auf den Markt kommen. Zum Kampfpreis von 31.000 €. 

Foto: TESLA/dpa

In Zukunft könnte auch der kleinere Tesla 3 unter die Förderung fallen. Allerdings braucht der US-Autobauer keine Anreize, um seine E-Autos an den Kunden zu bringen. Nur 24 Stunden nach Öffnung der Auftragsbücher für den neuen Tesla 3 zum Preis von 31.000 Euro waren schon 115.000 Vorbestellungen aus aller Welt eingegangen – ein Bestellwert von rund 4 Milliarden $. Inzwischen ist die Zahl der Vorbestellungen auf fast 400.000 gestiegen. Für ein Elektroauto unglaublich.

Kaufprämie sinkt ab 2018

Warum der Staat jetzt 1,2 Milliarden Euro zusätzlich in eine Kaufprämie für Elektroautos investieren will? Weil das von Bundeskanzlerin Angela Merkel gesetzte Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands zu haben, ohne solche Anreize einfach nicht mehr zu schaffen ist.

Ende 2015 waren nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes 25.502 reine E-Fahrzeuge (+21,0 %) und 130.365 Autos mit Hybridantrieb zugelassen (+34,6 %). Trotz erheblicher prozentualer Steigerung immer noch eine homöopathische Dosis bei rund 45,1 Millionen angemeldeten Pkw in Deutschland. Die genannten Prämien sollen in dieser Höhe bis Mitte 2018 gelten und dann absinken – bis der Fördertopf leer ist. 

Bund will mehr Ladestationen und steuerliche Vorteile

Außer einer Kaufprämie soll aber noch mehr für die Elektromobilität getan werden: So sollen vom Bund zusätzlich 300 Millionen Euro für den Aufbau von Ladestationen und 100 Millionen Euro für verschiedene Steuervorteile bereitgestellt werden. Erleichtert werden soll auch das Laden der E-Autos vor der Haustür, etwa durch Änderungen beim Bau- und Mietrecht.

ARCHIV - Ein Elektroauto wird am 10.08.2015 in Celle (Niedersachsen) an einer Stromtankstelle aufgeladen. Foto: Susann Prautsch/dpa (zu dpa "Opposition: E-Auto-Prämie nicht nur auf Steuerzahlerkosten" vom 26.04.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Das Netz an Stromtankstellen soll ausgebaut werden.

Foto: Susann Prautsch/dpa

Ob dieses Maßnahmenpaket reicht, um bis 2020 eine Million E-Autos und Hybride in Deutschland zu haben?

Elektroräder bleiben ohne Förderung

Ohne Förderung auskommen müssen dagegen Elektroräder. Die boomen allerdings schon seit Jahren, aus eigener Kraft. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 500.000 Pedelecs in Deutschland verkauft, inzwischen fahren mehr als 2,5 Millionen Fahrräder mit Elektromotor auf Deutschlands Straßen. Eine echte Alternative nicht nur für Stadtfahrten.

 

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Von Martina Kefer & Axel Mörer-Funk
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kommentare
26.04.2016, 13:43 Uhr Progetti
Das Laden der E- Autos vor der Haustüre sollte induktiv erfolgen, damit niemand den Ladevorgang stören kann!

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