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14.07.2015, 08:51 Uhr | 0 |

Test im Linienverkehr BYD liefert die ersten rein elektrischen Doppeldecker an London

Sie sind eines der bekanntesten Wahrzeichen Londons, die roten Doppeldecker. Im Laufe der Jahre immer wieder modernisiert, erproben die Londoner Verkehrsbetriebe nun eine neue Antriebstechnik. Ab Herbst sollen die ersten drei Doppeldecker mit Elektroantrieb durch die britische Hauptstadt rollen.

Original Roadmaster-Doppeldecker mit der Olympischen Fackel
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Original Roadmaster-Doppeldecker mit der Olympischen Fackel 2012 in London: Die Oldies werden zunehmend durch moderne Busse mit Elektromotoren ersetzt.

Foto: TfL

Die Elektrobusse werden allerdings nicht in Großbritannien gefertigt, sondern kommen vom chinesischen Auto-, Bus- und Batteriehersteller BYD aus Shengzhen. Wenn diese drei Busse den extrem harten Einsatzbedingungen in London standhalten, will London bis 2020 die Flotte der chinesischen Doppeldecker mit Elektroantrieb auf 300 erhöhen.

Erst seit kurzem auch Doppeldecker mit reinem Elektroantrieb

Bislang galten Doppeldecker als zu schwer für den reinen Elektroantrieb. Daher wurde meist mit Hybridantrieben experimentiert. Ein erster echter Elektro-Doppeldecker fährt seit dem vergangenen Jahr in der nordenglischen Stadt York, wo er Touristen zum Sightseeing durch die Stadt kutschiert. In London setzt der Verkehrsbetrieb Transport for London (TfL), das Unternehmen, das für den Öffentlichen Nahverkehr zuständig ist, bislang acht normale Linienbusse mit reinem Elektroantrieb auf Kurzstrecken ein.

Von diesen acht Fahrzeugen stammen sechs aus der Fertigung des britischen Busherstellers Optare. Die übrigen zwei E-Busse wurden von BYD in China produziert. Desweiteren werden derzeit 1300 Busse mit Hybrid-Antrieb in London eingesetzt, also mit einer Kombination von Elektro- und Dieselmotor.

Die Einsatzbedingungen in London sind so hart, weil die Busse extrem kurze Strecken zwischen den Haltestellen zurückzulegen haben und auch sonst im dichten Verkehr ständig stoppen und anfahren müssen. Gleichzeitig verbraucht die Klimatisierung Energie. Hinzu kommt, dass die Doppeldecker bei einer Kapazität von 81 Passagieren sehr häufig überbelegt und damit besonders schwer sind.

Dennoch garantiert BYD dem Verkehrsbetrieb TfL, dass die Doppeldecker je Batterieladung eine Fahrtstrecke von rund 160 Meilen oder 250 km schaffen. Die Energie dazu liefern Eisen-Phosphat-Batterien an Bord.

Hohe Bedeutung des Londoner Tests für BYD in China

Für den Automobilhersteller BYD ist der Testeinsatz in London von erheblicher Bedeutung. Das Unternehmen ist bisher vor allem um den Absatz seiner Busse in den USA und in Ostasien bemüht und will nun verstärkt in Europa zum Zuge kommen. Nach eigenen Angaben hat BYD bislang weltweit rund 5000 Elektrobusse verkauft.

In Europa tut sich derzeit Volvo mit Elektrobussen hervor, die beispielsweise im Linienverkehr in Hamburg und Stockholm erprobt werden. Die Chinesen hoffen, mit dem Einsatz in London Boden gut zu machen. Denn TfL ist einer der größten Busbetreiber der Welt. In London fahren rund 9000 Busse auf 675 Routen für TfL. Sie befördern jeden Tag mehr Passagiere als das gut ausgebaute U-Bahn-Netz.

Wenn sich die elektrischen Doppeldecker in London behaupten, hat BYD gute Aussichten, diese Busse auch in anderen Städten abzusetzen. Eine Veranstaltung Öffentlicher Nahverkehrsbetriebe in London ergab kürzlich, dass derzeit 24 Großstädte weltweit in den nächsten fünf Jahren rund 40.000 Busse mit besonders niedrigen Emissionswerten kaufen wollen.

Für London ist die Verbesserung der Luftqualität am wichtigsten

Für Peter Hendy, den Verkehrsverantwortlichen der britischen Hauptstadt, ist die Verbesserung der Luftqualität durch den Übergang zu einem reinen Elektroantrieb das mit Abstand wichtigste Ziel. Hendy betont, dass diese Umstellung aber nur möglich ist, „wenn die Anschaffungspreise der Elektro-Doppeldecker und die Betriebskosten dieser Busse erträglich“ seien.

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Von Peter Odrich
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