Elektromobilität

RSS Feeds  | Alle Themen Elektromobilität-Visual-139948018
07.04.2014, 13:44 Uhr | 0 |

Zehn E-Roller pro Tag BMW startet Serienproduktion des Elektrorollers C evolution in Berlin

Elektroroller made in Berlin: In der Bundeshauptstadt, wo sonst Politik, Medien und Kreative das Bild beherrschen, werden jetzt auch handfeste Elektroroller produziert. Seit Samstag läuft im BMW-Werk in Berlin-Spandau der C evolution vom Band. Der Elektroroller aus der Hauptstadt ist 120 km/h schnell und 15.000 Euro teuer.

Produktion des BMW-Elektrorollers C evolution
Á

Produktion des Elektrorollers C evolution im BMW-Motorradwerk in Berlin: Der C evolution ist der erste Serien-Elektroroller eines deutschen Autobauers.

Foto: dpa/Daniel Naupold

BMW hatte vergangenen Samstag allen Grund zum Feiern: Der Münchener Auto- und Motorradhersteller startete nach dreijähriger Entwicklungszeit im Werk in Berlin-Spandau die Serienproduktion des BMW C evolution. Dabei handelt es sich um den ersten rein elektrisch angetriebenen Maxi-Scooter im Premiumsegment.

„Wir sind sehr stolz, den Start der Elektromobilität im Zweiradsegment der BMW Group hier in Berlin einzuläuten“, freute sich Werkleiter Marc Sielemann zur Eröffnung. Zu Gast war auch die Berliner Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer. Die hofft offenbar, dass vor allem die Berliner sich den Elektroroller zulegen „Der neue E-Scooter ist das beste Beispiel für intelligente Lösungen für die Herausforderungen einer wachsenden Stadt wie Berlin“, meinte die Politikerin.

BMW nutzt Lithium-Ionen-Akkus aus dem Elektroauto i3

Unter den elektrisch angetriebenen Zweirädern zählt der C evolution zu den leistungsstärksten. Während viele Konkurrenten nach 70 Kilometern zurück an die Steckdose müssen, schafft der Maxi-Scooter laut BMW eine Reichweite von rund 100 Kilometern. Möglich wird das durch Lithium-Ionen-Speichermodule, die auch schon im Elektroauto i3 verbaut sind und aus dem BMW Werk in Dingolfing stammen.

Drei dieser Module mit jeweils zwölf Batteriezellen sind in einem Aluminium-Druckguss-Gehäuse zusammengefasst. Sie lassen sich über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose laden. Die Ladezeit liegt bei circa drei Stunden.

Beachtlich ist auch die Leistung des Elektromotors. Er bringt es auf ganze 35 Kilowatt, das sind umgerechnet 48 PS. Mit 600 Newtonmeter Drehmoment beschleunigt der 265 Kilogramm schwere Elektroflitzer dann in 2,7 Sekunden auf 50 km/h. Nach 6,2 Sekunden ist die Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h erreicht. Und selbst bei diesem Tempo hört der Fahrer lediglich ein leises Surren, nicht aber den gewohnten Lärm eines Verbrennungsmotors.

BMW baut neuen Produktiosbereich für Hochvoltarbeiten

Während der Entwicklungszeit des C evolution hatte BMW die Möglichkeit, das Werk in Berlin-Spandau Schritt für Schritt auf die Serienproduktion vorzubereiten. Da das Werk ohnehin auf die Produktion von 600 Zweirädern pro Tag ausgelegt ist, lassen sich viele Bauteile mit bestehenden Anlagen fertigen.

Á

Produktion des Elektrorollers C evolution von BMW: Deutlich zu sehen ist das Batteriepaket, das der Roller aus dem Elektroauto i3 übernommen hat. Die Reichweite des Rollers soll bei 100 Kilometern liegen.

Foto: dpa/Daniel Naupold

Neuland betritt das Werk allerdings bei den Hochvoltarbeiten. Diese finden in einem abgeschotteten Produktionsbereich statt. Spezialisierte Mitarbeiter bauen dort die 125 Kilogramm schweren Batterien aus den angelieferten Modulen zusammen und prüfen sie auf Funktion und Sicherheit. Erst danach erreichen sie die Montagelinien. „Auf diese neuen Arbeitsumfänge haben wir uns in den letzten Monaten systematisch vorbereitet und das dafür notwendige Know-how aufgebaut“, erklärt Sielemann.

Deutscher Markt für E-Bikes ist bislang sehr klein

BMW will in Berlin-Spandau zunächst zehn elektrische Maxiscooter pro Tag bauen. Das scheint zu reichen, denn der Markt für E-Bikes in Deutschland ist bislang recht klein. Laut Kraftfahrtbundesamt sind derzeit nur 5600 Krafträder mit Elektroantrieb zugelassen.

Doch wenn Motorradfans auf den Geschmack kommen, steht BMW laut Sielemann in den Startlöchern: „Wir werden so viel bauen, wie der Markt braucht.“ Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. 15.000 Euro soll das C evolution kosten.

 

Doch der BMW-Scooter ist nicht das einzige Elektrobike aus der Hauptstadt. Etwas günstiger und fast so schnell ist Erockit, ein Hybrid aus Fahrrad und Motorrad. Das Erockit ist nur halb so schwer wie der Maxi-Scooter und schafft deshalb mit nur 12 PS ein Spitzentempo von 100 km/h. Entwickelt wurde es von dem Österreicher Stefan Gulas.

Anzeige
Von Patrick Schroeder
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden