07.10.2014, 14:33 Uhr | 0 |

Leuchtende Zeiten Displays aus dem Tintenstrahldrucker

Künftig kann jeder mit handelsüblichen Geräten hauchdünne Bildschirme drucken, die selbst entworfene Bilder oder Symbole zeigen. Dazu sind lediglich Patronen mit Spezialtinten nötig.

Hauchdünne Bildschirme
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Die hauchdünnen Bildschirme können auf unterschiedliche Materialien – wie etwa hier ein Uhrarmband – gedruckt werden.

Foto: Uni Saarland

Auf dem Uhrarmband ist ein Punkt zu sehen. Wenn ein Anruf auf dem Smartphone eingeht, leuchtet er auf. Kein Klingelton oder andere Geräusche stören die Nachbarn. Den magischen Punkt hat der Uhrenbesitzer selbst aufgedruckt. Das funktioniert mit einem Verfahren, das Saarbrücker Informatiker entwickelt haben. Screen Printing nennt es sich, also Drucken eines Displays, und das auf jedem Untergrund. Auf Kunststoff, Stein, Metall und den Blättern eines Baums.

Dazu sind Spezialtinten nötig und ein spezieller Drucker. Die Displays werden von hauchdünnen Batterien mit Strom versorgt. Weil sie berührungsempfindlich sind leuchten vorbereitete Motive auf, wenn man aufs Display tippt.

Geburtsanzeige mit Display

Ein zweites Verfahren, das den gleichen Effekt hat, kann jedermann nutzen. Beim Conductive Inkjet Printing genügt ein handelsüblicher Tintenstrahldrucker, in dessen Patronen sich spezielle Flüssigkeiten befinden. Anders als beim Screen Printing funktioniert diese Technik nur auf einer Unterlage aus Papier.

Das gewünschte Motiv wird mit einem gängigen Computerprogramm erstellt und einfach ausgedruckt. Legt man eine Spannung an, blitzen Teile des Fahrzeugs auf, weil die aufgedruckte Farbe elektrolumineszent ist, also unter Stromeinfluss aufleuchtet. Dieser Effekt wird auch genutzt, um Armaturenbretter von Autos zu beleuchten. Künftig haftet dann auf der Geburtsanzeige ein Display, auf dem das Baby aufleuchtet, wenn man aufs Blatt tippt.

In Zukunft auch dreidimensional

Das papierene Display ist gerade mal 0,1 Millimeter dick. Es besteht aus fünf Schichten, die nacheinander aufgedruckt werden. Bei einer Verfahrensvariante sind die Funktionen von drei Tinten in einer Flüssigkeit vereint, sodass das Display schneller fertig ist. Der Druckvorgang dauert bis zu vier Stunden. An Kosten fallen für ein Display der Größe Din A4 rund 20 Euro an, sagen Jürgen Steimle und Simon Olberding, die die beiden Verfahren entwickelt haben.

Möbel, Küchengeräte und Taschen sollen nach den Vorstellungen der Saarbrücker Informatiker künftig mit Displays ausgestattet werden. „Wenn wir unseren Ansatz jetzt mit 3D-Druck kombinieren, können wir dreidimensionale Gegenstände drucken, die Informationen anzeigen und auf Berührungen reagieren“, sagt Steimle.

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Von Wolfgang Kempkens
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