22.04.2013, 15:30 Uhr | 0 |

Datenschützer warnen vor Siri Spracheingaben werden bis zu zwei Jahre gespeichert

Apples Sprachassistent Siri erinnert sich zwei Jahre lang an sämtliche Spracheingaben und Anfragen, kritisieren Datenschützer. Datenschutzhinweise von Siri geben keine Informationen zu den Speicherzeiten. Die Daten werden anonymisiert und ohne Verbindung zur Apple-ID oder E-Mail-Adresse gespeichert, berichtet die Zeitschrift Wired.

Eine Frau nutzt Apples Sprachassistenten Siri.
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Eine Frau spricht in ein iPhone 4S und nutzt die Spracherkennung und Sprachbedienung Siri. Datenschützer kritisieren, dass die Dialoge bis zu zwei Jahren gespeichert werden.

Foto: dpa

Immer wenn man seinen Sprachassistenten Siri öffnet, werden Informationen an Apples Server gesendet und dort analysiert. Was Anwendern bisher nicht ganz klar war: Sie sprechen auch mit den Servern von Apple, wenn sie ihrem iPhone, iPad oder iPod touch Anweisungen geben. Auch war den Nutzern bisher nicht bekannt, wie lange diese Daten dort gespeichert werden. Die Datenschutzhinweise von Siri enthalten  keine Informationen dazu. Jetzt ist klar: Sämtliche Daten werden auf den Apple-Servern bis zu zwei Jahren anonym festgehalten. Die Datenschutzorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) kritisiert das Speichern der Daten und fordert Apple auf, ihre Kunden besser darüber zu informieren.

Anonyme Speicherung mit Zufallsnummer

Mit der Speicherung der Siri-Daten will das Unternehmen den Sprachsteuerungsdienst stetig verbessern. Sämtliche Daten werden auf den Rechnern Apples verarbeitet, ausgewertet und abgeglichen. Dabei werden die Daten nach Aussage des Unternehmens jedoch nicht mit der Apple-ID oder der E-Mail-Adresse des Nutzers verbunden. Die Daten erhalten eine Zufallsnummer. Wird Siri vom Anwender deaktiviert, sollen sogar alle Daten gelöscht werden. „Apple kann anonymisierte Siri-Daten für bis zu zwei Jahre aufbewahren. Wenn ein Nutzer Siri ausschaltet, werden beide Identifizierungsmerkmale sofort gelöscht und damit auch die damit in Verbindung stehenden Daten", erläuterte Apple-Sprecherin Trudy Muller gegenüber Wired.

Nach sechs Monaten werden die Zufallsnummern der Sprachdateien gelöscht. Das Unternehmen behält sich vor, die Sprachdaten noch weitere 16 Monate auf dem Rechner zu speichern.

Unternehmen wie IBM verbieten ihren Mitarbeitern in ihren Datenschutzrichtlinien inzwischen aus Sicherheitsgründen, Siri zu verwenden. Sie befürchten, dass sensible Daten aufgezeichnet und gespeichert werden würden.

Ob Apple mit seinem iPhone 5 S und iOS 7 eine andere Form der Datenspeicherung wählen wird oder ob sich die Speicherdaten reduzieren werden, ist nicht bekannt.

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Von Petra Funk
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