18.09.2013, 13:20 Uhr | 0 |

iPhone 5S Sicherheitslücke beim neuen Apple-Smartphone

Beim iPhone 5S, das am Freitag auf den Markt kommt, ist in Tests ein Sicherheitsproblem aufgetaucht. Trotz der neuen Fingerabdruck-Sperre können Fremde auf Daten des Besitzers zugreifen, wenn dieser die Voreinstellungen nicht ändert.

Daumenscan am iPhone 5S
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Daumenscan am iPhone 5S: Trotz der neuen Fingerabdruck-Sperre können Fremde auf Daten des Besitzers zugreifen, weil sich das Sprachprogramm Siri aktivieren lässt.

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Noch ist es gar nicht auf dem Markt, da sorgt das neue iPhone 5S schon für Aufregung: Ein Fingerabdrucksensor soll es besonders sicher gegen unerwünschte Fremdnutzung machen, aber Daten wie Telefonnummern und Kalendereinträge sollen trotzdem ganz leicht abrufbar sein. Das haben verschiedene Tests ergeben.

Hersteller Apple bewirbt das neue Modell vor allem mit dem Hinweis auf den Sensor. Er ermöglicht das Entsperren des Displays per Fingerabdruck und erspart so das Eingeben des PIN-Codes, das vielen Nutzern lästig ist. Das funktioniert auch perfekt, wie die unter anderem in der Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlichten Tests ergeben haben. Der Scanner erkennt den vorher festgelegten Abdruck zuverlässig. Die Tester haben allerdings eine andere Schwäche entdeckt: Wenn man etwas länger – auch mit einem „fremden“ Finger ­auf den Home-Button drücke, starte Apples Sprachdienst Siri. Und darüber ließen sich dann ganz einfach persönliche Daten des Handy-Besitzers abfragen, obwohl die Bildschirmsperre noch aktiv ist.

PIN-Code ist weiterhin notwendig

Nutzer des 5S können dem zwar entgehen, aber dazu müssen sie selbst die Voreinstellungen des Herstellers ändern und Siri deaktivieren – solche Änderungen nehmen viele Handybesitzer aber nicht vor. Die Tester fordern Apple deshalb dringend auf, das Programm schon in den Voreinstellungen zu deaktivieren. Wer der neuen Technik nicht traut und lieber seinen Code eintippt, kann den Scanner auch abschalten. Ohnehin ist die PIN nicht überflüssig geworden, denn bei einem Neustart oder nach 48 Stunden Standby muss sie immer neu eingegeben werden.

Eine andere Sorge im Zusammenhang mit der Abdruckerkennung hat Apple schon zerstreut: Wird der Fingerabdruck gespeichert, könnte er gar von Hackern oder Geheimdiensten entdeckt werden? Nein, bestätigen die Tester. Denn im Handy-Chip werde kein Bild des Abdrucks, sondern nur ein so genannter Hash gespeichert. Das ist ein mathematisches Konstrukt, das die Identifizierung ermöglicht, ohne den Inhalt selbst – in diesem Fall also die individuellen Hautlinien – preiszugeben. Dieses System sei so sicher wie Fort Knox, erklärt Apple.

Kamera kann Fotoserien schießen

Das neue Smartphone hat neben der „Touch ID“ genannten Abdruckerkennung nur wenige Neuerungen zu bieten. Der Prozessor ist stärker als der im Vorgängermodell und soll dank seiner erstmals in einem Smartphone eingesetzten 64-Bit-Technik für mehr Tempo auf dem Display sorgen. Nachteil ist allerdings, dass viele Apps noch für 32-Bit optimiert sind, hier müssen die Anbieter erst noch nachziehen. Auch die Kamera wurde verbessert und kann jetzt schnelle Serien mit bis zu zehn Fotos pro Sekunde schießen.

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Von Werner Grosch
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