15.10.2013, 15:30 Uhr | 0 |

Illegale Datensammlung NSA speichert private E-Mail-Adressbücher

Der Enthüllungsskandal um die NSA geht in eine weitere Runde. Über 250 Millionen private E-Mail-Adressbücher soll der US-Geheimdienst gespeichert haben. Angeblich operiert die Behörde bei dieser in den USA illegalen Datensammlung an Standorten in aller Welt. 

NSA speichert weltweit die Adressbücher aus E-Mail-Konten.
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Der US-Geheimdienst NSA soll bei Millionen von Menschen weltweit die Adressbücher aus E-Mail-Konten speichern.

Foto: dpa/Jens Büttner

Einem Bericht der Washington Post zufolge soll die US-Sicherheitsbehörde NSA bei Millionen von Menschen weltweit die Kontaktlisten aus E-Mail- und Instant-Messaging-Konten speichern. Mit diesen Daten möchte sie angeblich ein Netz aus Kontaktprofilen von Drogenschmugglern, Menschenhändlern und Terroristen spinnen.

NSA kopiert an einem Tag über 500 000 Adressbücher

Das Ausmaß der Datensammlung scheint riesig: Allein an einem einzigen Tag im Jahr 2012 habe die Behörde mehr 500 000 Adressbücher bei Yahoo und Hotmail gesammelt, berichtet die Washington Post und beruft sich dabei auf Informationen von hohen Geheimdienstmitarbeitern und Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden. Sie sei mittlerweile im Besitz von mehr als 250 Millionen E-Mail-Adressbüchern.

Shawn Turner, Sprecher des Büros des nationalen Geheimdienstdirektors, versuchte die Situation zu entschärfen: „Wir sind nicht interessiert an persönlichen Informationen über normale Amerikaner.“ Trotzdem hat der Kongress der Aktion nie zugestimmt, so dass die Datensammlung illegal ist. Die Behörde arbeite an Standorten in aller Welt und kooperiere mit ausländischen Geheimdiensten, die Zugriff auf wichtige Internetleitungen haben, heißt es. Auf die Hilfe von den E-Mail-Diensten selbst sei sie allerdings nicht angewiesen.

Google, Facebook & Co. distanzieren sich von der Datensammlung

„Wir haben weder Kenntnis, noch unterstützen wir die massenhafte Sammlung von Nutzerdaten durch die Regierung“, zitiert zdnet.de einen Google-Sprecher. Ähnlich hätten sich auch Vertreter von Yahoo und Microsoft geäußert. Facebook nutze die neuen Enthüllungen, um mehr Transparenz einzufordern: „Wie wir schon mehrfach erwähnt haben, glauben wir, dass Regierungen die wichtige Verantwortung haben, ihre Bürger zu schützen, und dass es möglich ist, dabei transparent zu sein.“

Mittlerweile schlägt sich die Behörde mit Speicherproblemen herum 

Wäre die Situation nicht so erschreckend, könnte man über folgende Stelle im Bericht der Washington Post fast lachen: Es heißt, die Sammlung an Kontaktdaten sei so umfangreich, dass bei der NSA zeitweise eine Überlastung der Speicherkapazitäten gedroht habe. Ein Problem für die IT-Fachkräfte seien zudem Spam-Mails, welche die Datenspeicher mit wertlosen Informationen verstopfen. 

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Von Patrick Schroeder
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