24.10.2014, 10:39 Uhr | 0 |

Sicherer mobiler Datenaustausch NSA-Behörde empfiehlt Politikern Einsatz von Samsung-Handys

Mit Handys von Samsung können US-amerikanische Beamte und Politiker mobile Geheimdaten austauschen. Das bestätigt die NSA-Behörde NIAP mit einem Sicherheitszertifikat. Die Sicherheitslösung Knox schützt zwar den Datenaustausch, macht die Geräte aber noch lange nicht abhörsicher. 

US-Kongress in Washington
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US-Kongress in Washington: Laut NSA-Behörde NIAP eignen sich für Politiker Samsung-Geräte, weil sie Knox verwenden. Die Sicherheitslösung trennt strikt private von geschäftlichen Daten. 

Foto: dpa

Die Samsung Smartphones Galaxy S4 und S5, das Smartlet Galaxy Note 3 und das Tablet Note 10.1 (2014 Edition) wurden in die Liste sicherer IT-Lösungen der National Information Assurance Partnership (NIAP) aufgenommen. Ähnlich wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Organisation NIAP die Aufgabe, die Sicherheit von IT-Technologien und Leistungen zu prüfen und zu zertifizieren. Sie untersteht der National Security Agency (NSA), die auch für die IT-Sicherheit in amerikanischen Regierungsbehörden zuständig ist. US-amerikanische Beamte und Politiker dürfen nur  zertifizierte Mobilgeräte zur Speicherung sensibler Daten und in Netzwerken von US-Behörden benutzen.

Virtuelle Container trennen Privates und Geschäftliches

Auf allen zugelassenen Geräten ist die von Samsung selbst entwickelte Sicherheitslösung Knox installiert. Es handelt sich um eine Businesslösung für den Einsatz mobiler Endgeräte in Unternehmen. Sie basiert auf einer von der NSA gebauten Variante des Google Mobilbetriebsystems Android namens Security Enhanced Android. Nutzer haben die Möglichkeit, zwei Profile anzulegen, die strikt voneinander getrennt sind.

Mittels der Containerstruktur werden private und geschäftliche Daten voneinander getrennt gespeichert und Anwendungen sicher aus dem virtuellen Container heraus ausgeführt. Dokumente und Apps sind in diesem virtuellen Container auch vor Schadprogrammen geschützt. Die Plattform verschlüsselt mobilen Datenaustausch und unterstützt Mobile Device Management, also die Verwaltung des mobilen Endgerätes durch einen zentralen IT-Administrator.

NSA-Zertifikat als PR-Kampagne

Im Rahmen einer weltweiten Kampagne hatte Samsung die Sicherheitszertifizierung seiner Knox-basierten Geräte für den Einsatz in Regierungsbehörden selbst initiiert. Das Unternehmen dürfte sich davon weniger Aufträge der US-Regierung versprechen als vielmehr einen guten Ruf bei Unternehmen, die Wert legen auf sichere Lösungen im Enterprise Mobility Management (EMM).

Über die Abhörsicherheit von Telefonaten, die mit diesen Handys geführt werden, sagt die Zertifizierung allerdings nichts aus. Zwar verschlüssele Knox den mobilen Datenaustausch, informiert die Wiesbadener PR-Agentur Fink & Fuchs im Auftrag von Samsung und auf Nachfrage von Ingenieur.de. Weiter heißt es jedoch: „Knox schützt in erster Linie Daten auf dem Smartphone, nicht unbedingt die verbale Kommunikation.“ 

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Von Susanne Neumann
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