27.08.2014, 12:33 Uhr | 0 |

Druck auf Smartphone-Hersteller Kalifornischer Gouverneur macht Kill Switch zur Pflicht

Der kalifornische Governeur Jerry Brown macht Smartphone-Dieben das Leben schwer: Ab dem 1. Juli verpflichtet er Gerätehersteller, einen sogenannten Kill Switch einzubauen. Bei einem Diebstahl kann der Besitzer damit Daten und Funktionen aus der Ferne löschen. 

Smartphones stehen auf der Wunschliste der Diebe in Kalifornien ganz oben
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Smartphones stehen auf der Wunschliste der Diebe in Kalifornien ganz oben. Gouverneur Jerry Brown macht deswegen den Kill Switch zur Pflicht. 

Foto: dpa

Hersteller müssen ab dem 1. Juli 2015 eine sogenannte Kill-Switch-Funktion in ihre Smartphones integrieren, wenn sie ihre Geräte im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien verkaufen wollen. Gourverneur Jerry Brown hat am Montag das entsprechende Gesetz unterschrieben. Es betrifft jedoch weder Tablets oder Laptops.

Mit der Löschfunktion kann der Besitzer im Falle eines Diebstahls wichtige Features aus der Ferne löschen. Damit reagiert Brown auf die hohen Diebstahlzahlen: 113 Smartphones werden pro Minute in den USA gestohlen, in Kalifornien ist schon jedes zweite Diebstahlgut ein mobiles Endgerät.

Apple hat mit Kill Switch bereits Erfolg

Das Gesetz lässt Herstellern bei der Wahl der Kill-Switch-Funktion freie Hand. Fest steht nur, dass sie dem Besitzer bei der ersten Aktivierung des Geräts angeboten werden muss. Nur er soll sich dafür entscheiden können, die Funktion zu aktivieren oder darauf zu verzichten. Apples iPhones verfügen bereits über eine solche Fernlöschfunktion, die als App heruntergeladen werden kann. Mit „Mein iPhone suchen" kann der Besitzer sein Gerät über WLAN oder Mobilfunk lokalisieren und aus der Ferne sämtliche Daten löschen.  

Apple hat mit der Kill-Switch-Funktion Erfolg: In New York gingen die iPhone-Diebstähle nach Einführung dieser Funktion um bis zu 29 Prozent zurück – in San Francisco waren es sogar 38 Prozent. Diebe konzentrierten sich dann mehr auf Produkte von Samsung, welche die Kill-Switch-Funktion nicht hatten. Inzwischen hat Samsung ebenso einen Diebstahlschutz integriert, zumindest bei Geräten, die über den Telekommunikationskonzern Verizon vertrieben werden.

Kalifornisches Gesetz ist umstritten 

Viele Gerätehersteller befürchten beispielsweise, dass sich ein Kill Switch hacken ließe und Kriminelle Daten aus der Ferne löschen könnten. Eine andere Sorge ist, dass sie künftig Einbrüche im Geschäft mit Diebstahlversicherungen erleben könnten. 2013 wurden mit drei Millionen Smartphones doppelt so viele Geräte gestohlen wie im Vorjahr.  

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Von Petra Funk
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