15.05.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Software des KIT Junge Informatiker enttarnen personalisierte Werbung

Die Software Backtrack identifiziert sogenannte Tracker, die Internetuser für gezielte Werbeplatzierungen auskundschaften. Mit einer digitalen Weltkarte zeigt sie sogar, in welche Länder die Daten abfließen. Hinter der Idee stecken junge Informatiker des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die für Aufklärung sorgen wollen. 

Digitale Weltkarte der KIT-Software
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Die Software des KIT zeigt mit einer digitalen Weltkarte, wohin ausgekundschaftete Daten der Internetuser fließen. Sie gelangen in die Hände weltweiter Anbieter, die sie gezielt für personalisierte Werbung nutzen. 

Foto: KIT

Sobald User im Internet surfen, werden ihre Aktivitäten verfolgt. Sogenannte Tracker legen ein Profil über die Nutzer an. Sie beobachten und speichern sämtliche Seitenaufrufe, um sich ein Bild des Surfverhaltens zu machen. Der User erhält dann personalisierte Linkangebote von Versandhäusern, Airlines und sonstigen Anbietern, deren Portale kurz zuvor besucht wurden. 

Digitale Weltkarte der KIT-Studenten zeigt Datenwanderung

Doch wer beobachtet das Surfverhalten der User im Netz und gibt Daten dann für personalisierte Werbung weiter? Dieser Frage ging ein Team von sechs Informatikstudenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nach und entwickelte eine spezielle Software. Sie macht sogenannte Tracker im Internet ausfindig und zeigt sogar, wohin die Daten fließen. 

Die Software durchsucht die zuletzt aufgerufenen Webseiten auf dem Rechner des Nutzers. Dabei werden sämtliche Dienste, die den Nutzer für gezielte Werbeplatzierungen auskundschaften, identifiziert, gesammelt und analysiert. Eine Weltkarte zeigt, in welche Länder die Daten fließen. „Es ging darum, ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie man beobachtet wird, wenn man im Netz surft“, erklärt Sebastian Labitzke, einer der wissenschaftlichen Betreuer des Studenten-Projekts am KIT.

Software macht abstrakte Netzstrukturen sichtbar

Die Weltkarte beweist: Daten der Internetuser wandern rund um den Globus – von den Niederlanden, über die USA bis nach Taiwan. „Die Arbeit lässt die sehr abstrakten Netzstrukturen sichtbar werden“, erklärt Professor Hannes Hartenstein, an dessen Lehrstuhl "Dezentrale Systeme und Netzdienste" am Institut für Telematik (ITM) das Projekt stattfand. Das Softwareprogramm der KIT-Studenten ist ein Prototyp, der aus Sicht des Datenschutzes legal einsetzbar ist. 

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Von Petra Funk
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