28.02.2014, 14:15 Uhr | 0 |

Black Phone erkennt Manipulation Boeing bringt Smartphone mit eingebauter Selbstzerstörung

Der Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Boeing hat nach mehrjähriger Entwicklung jetzt ein abhörsicheres Android-Smartphone mit dem Codenamen “Black” in sein Lieferprogramm aufgenommen. Boeing geht mit seinem abhörsicheren Smartphone für Regierungsbehörden den extremstmöglichen Weg: Wenn das mit Epoxidharz versiegelte Gerät geöffnet wird, werden alle Daten und die komplette Software gelöscht und das Gerät unbrauchbar gemacht. 

Black Phone von Boeing
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Das Boeing Black Phone ist ein sicheres Mobilgerät mit eingebauter Selbstzerstörung.

Foto: Screenshot ingenieur.de/Boeing

Boeing bringt offenbar ein eigenes abhörsicheres Smartphone auf den Markt. Das geht aus Unterlagen hervor, die der amerikanische Flugzeughersteller bei der Federal Communications Commission (FCC) eingereicht hat, die in den USA für die Zulassung von Kommunikationsgeräten zuständig ist.

Boeing nennt das Smartphone"Black Phone". Dieser Begriff wird auch von anderen Unternehmen für speziell gesicherte Geräte gebraucht. Schon beim Einschalten des Gerätes prüft eine Secure Boot-Funktion seine Integrität. Außer der Verschlüsselung von Telefonaten und Datenübertragungen durch einen Hardware-Kryptografiebaustein soll Boeings Black Phone auch Manipulation an seinem Gehäuse erkennen und sich gegebenenfalls selbst zerstören. Das Gerät ist komplett mit Epoxidharz versiegelt, auch die Köpfe der verwendeten Schrauben sind versiegelt.

Zerstörung bei Öffnung des Gehäuses

"Es gibt keine wartbaren Teile in Boeings Black Phone und jeder Versuch, das Gerät zu warten oder zu reparieren, führt zu seiner Zerstörung", liest man in der Beschreibung des Smartphones. "Jeder Versuch, das Gehäuse aufzubrechen, löst Funktionen aus, die die Daten und die Software löschen und das Gerät unbrauchbar machen."Wie die Selbstzerstörung genau funktioniert, will Boeing nicht verraten und achtet auch sorgfältig darauf, keine Informationen dazu zu veröffentlichen – um gezielten Gegenmaßnahmen gegen diesen Schutz vorzubeugen.

Zwei SIM-Karten und LTE

Aus dem gleichen Grund gibt es auch kaum Informationen zur Hardware des Gerätes. Die FCC-Daten geben an, dass Boeings Black Phone Quad-Band-GSM, UMTS auf den Frequenzen 850, 1.800 sowie 2.100 MHz und LTE auf den Bändern 1, 4 und 17 unterstützt.

Dass das Smartphone mit zwei SIM-Karten genutzt werden kann, lässt sich aus den Fotos erkennen. Das Black Phone beherrscht WLAN und Bluetooth und hat wohl auch einen HDMI-Ausgang. Zum verwendeten Prozessor sagt Hersteller Boeing ebenfalls nichts.

Ausschließlich für Regierungsorganisationen

Das Boeing Black Phone ist ausschließlich für Regierungsorganisationen und Unternehmen gedacht, die für diese Regierungsorganisationen arbeiten. Normale Konsumenten werden das Smartphone wohl nicht kaufen können. Wann das Gerät verfügbar werden soll, ist noch nicht bekannt. Nach der Zertifizierung durch die FCC braucht es normalerweise nur noch ein paar Wochen, bis ein neues Gerät dann auf den Markt kommt.

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Von Klaus Ahrens
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