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20.07.2012, 11:00 Uhr | 0 |

IDC-Studie zu Cloud-Computing "Cloud-Computing ist das Topthema in den kommenden 20 Jahren"

Vier von fünf deutschen Unternehmen befassen sich bereits mit Cloud Computing, und jedes vierte plant, so viele Cloud-Services wie möglich zu nutzen. Diese Ergebnisse aus der IDC-Studie „Cloud Computing in Deutschland 2012“ signalisieren eine Umkehrung der bisherigen Zurückhaltung gegenüber der Wolke: Statt Risiken sehen gerade die Fachabteilungen Chancen.

Unternehmen wollen durch Cloud-Services vor allem schneller, produktiver und flexibler arbeiten. Das ist ein Ergebnis der kürzlich durch die Marktforscher von IDC durchgeführten Befragung unter 284 deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern.

IDC-Studie „Cloud-Computing in Deutschland 2012“

„Inzwischen sind es die Fachabteilungen, die die Cloud-Nutzung vorantreiben“, berichtet Matthias Kraus, Analyst bei IDC. Für nahezu jeden dritten Fachentscheider (29 %) ist die schnelle Implementierung von Lösungen ein wichtiger Antriebsfaktor. „Sie warten nicht auf die hausinterne IT“, warnt Kraus. „Cloud und Mobile sind eng miteinander verknüpft.“

Auch unterwegs wollen die Mitarbeiter nicht auf ihre Produktivitätswerkzeuge verzichten. „Priorität haben E-Mail, Kalender, Adressen, aber auch Collaboration und Projekt-Management“, weiß Kraus. Wenn ihre IT diese Tools nicht kurzfristig liefern kann, sind die Mitarbeiter bereit, an der IT vorbei Cloud-Services zu nutzen. Dies sei bereits in vier von zehn befragten Unternehmen der Fall. Immerhin unterstützen 30 % der IT-Abteilungen die Nutzung kostenloser Public-Cloud-Services wie Dropbox und 38 % dulden diese Nutzung – oft zähneknirschend.

Denn Cloud Computing, das inzwischen in vielen Unternehmen angekommen ist, stellt weiterhin ein Governance- und Security-Thema dar. „Cloud-Governance als Teilsegment der IT-Governance umfasst Verantwortlichkeiten, Organisationsstrukturen und Prozesse, die sicherstellen, dass die IT bzw. Cloud Computing die Unternehmensziele und -strategien unterstützt“, so der IDC-Analyst.

Cloud-Security: Fester Bestandteil des Cloud-Computings in Unternehmen

Die IDC-Umfrage förderte zutage, dass fast zwei von drei IT-Verantwortlichen bereits Sicherheitsanalysen getätigt und Sicherheitsanforderungen formuliert haben. Bei fast jedem zweiten Unternehmen ist Cloud-Security bereits Bestandteil eines formellen Informationssicherheitsmanagementsystems. „Sicherheitskonzepte für Cloud Computing werden Bestandteil umfassender Vorgehensweisen zur IT-Sicherheit – ein unumgänglicher Schritt“, meint Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC.

Dementsprechend sind die Bedenken gegenüber der Cloud-Nutzung gesunken. Tatsächlich sieht man in den Fachbereichen die „Cloudifizierung“ der IT-Nutzung als einen Weg, um die Datensicherheit und die Verfügbarkeit der IT zu erhöhen, wie Kraus bestätigt. Ein entsprechendes Sicherheitsniveau lasse sich in den Dienstgütevereinbarungen festschreiben. Wer jedoch darauf bestehe, dass die Datenhaltung an einem bestimmten Standort wie Deutschland stattfindet, zahle auch mal einen Aufpreis.

Ein weiterer interessanter Befund der Umfrage: Inzwischen werden ebenso viel Public-Cloud-Services genutzt wie Private Services. Zusätzlich zu diesen beiden Grundmodellen und ihrer hybriden Kombination gibt es mittlerweile Formen wie die Hosted Private Cloud, bei der die Unternehmens-IT bei einem Cloud-Provider in einem separaten Bereich des Rechenzentrums betrieben wird, und die Community Cloud. Hierbei handelt es sich um eine Private Cloud für einen bestimmten Nutzerkreis wie die Zulieferer eines Unternehmens.

Cloud-Computing ist das Top-Thema für die IT-Industrie

„Für IDC ist Cloud Computing das Topthema der IT-Industrie in den kommenden 20 Jahren“, resümiert Kraus. „Es bedeutet mittel- bis langfristig die komplette Transformation der Art und Weise, wie Unternehmen ihre IT betreiben, IT-Leistungen beziehen und den Anwendern zur Verfügung stellen.“

Von Michael Matzer | Präsentiert von VDI Logo
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