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24.04.2013, 10:46 Uhr | 0 |

Digitale Zukunft Arbeitsplatz wird mobiler: Daten sollen immer und überall verfügbar sein

Gut 50 % der Deutschen blicken optimistisch in die Zukunft. Dabei erwarten sie, dass sie stressfrei arbeiten können und jederzeit auf persönliche wie berufliche Daten Zugriff haben. Das ergab eine aktuelle Studie des Münchner Kreises, in dem sich Informations- und Kommunikationsexperten zusammengeschlossen haben.

Der ideale Arbeitsplatz der Zukunft ist überall – vorausgesetzt der Zugriff auf persönliche und berufliche Daten ist zu jeder Zeit garantiert. Dies sagt die fünfte Zukunftsstudie dem Titel "Innovation in der digitalen Welt" der Informations- und Kommunikationsexperten des Münchner Kreises. Eine Möglichkeit, sich mit Kollegen abzustimmen und im Team zu arbeiten, wurde ebenso gewünscht wie mehr Freizeit als heute. Allerdings wurden für diesen Bereich nur sogenannte Kopf- und Wissensarbeiter befragt. Sie sind mehrheitlich – im Gegensatz zum aktuell diskutierten Trend – nicht an einer stärkeren Trennung von Beruf und Freizeit interessiert.

Die Studie betrachtet Themen aus Technologie und Gesellschaft aus der Perspektive der Nutzer. Die Ergebnisse, so wünscht es sich Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des Münchner Kreises, sollen Rückschlüsse auf künftige technische Innovationen zulassen und den Handlungsbedarf abstecken.

Zusammenwachsen des Privaten und Beruflichen

Entsprechend fordert die Studie einerseits eine geeignete informations- und kommunikationstechnische Lösung, andererseits ein Umdenken von Architekten, Büro-Möbelherstellern und -Ausstattern, um das Zusammenwachsen von privatem Lebensbereich und Arbeit entsprechend zu berücksichtigen. Gleichzeitig sollten sich Unternehmen, so die Interpretation der Experten, mehr an der Arbeitsleistung als an der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten orientieren.

Der Trend geht zu mobilerem Arbeiten. Smartphones, Tablet-PCs, andere Mobilitäts- und Cloud-Lösungen erfüllen schon heute die Wünsche der Studienteilnehmer weitgehend. Dagegen müssten öffentliche Verkehrsmittel, Autohersteller, aber auch die kommunale Verwaltung noch an der Umsetzung der Wunschliste arbeiten.

Die Mehrheit der Studienteilnehmer wünscht sich außerdem von überall Datenzugriff, um auch unterwegs Arbeits- und Erholungsphasen flexibel zu bestimmen. Das eigene Auto verliert dabei zunehmend an Bedeutung als wichtigstes Verkehrsmittel. Jeder Fünfte rechnet ab 2023 mit "komplett neuen Mobilitätslösungen, die es bisher noch nicht gibt", wie vollautomatisierte Fahrzeuge. So könnte die Zeit im Pkw anderweitig sinnvoll genutzt werden.

Arbeiten im Zug schon üblich

Während das Arbeiten oder Entspannen im Zug bereits heute möglich ist, reicht den Bahnfahrern der Service aber noch nicht. So erscheint ihnen unter anderem der Schutz der Privatsphäre weder in der Bahn noch im Flugzeug ausreichend. Eine Lösung in Sachen Mobilität müsste dann, so die Wünsche der Befragten, 100 % zuverlässig funktionieren, unfallfreien Transport garantieren und dies möglichst mit Hightech- und First-Class-Komfort von Tür zu Tür.

Eine Erwartung, die aus Nutzersicht vor allem der öffentliche Nahverkehr, wie U- und Straßenbahn, am wenigsten erfüllt. Der geforderte zusätzliche Service müsste zudem "bezahlbar bleiben", so die Macher der Studie.

Ähnliche Zukunftsansichten der Befragten in sechs Ländern

An Tempo und Service zulegen müssten auch die öffentlichen Verwaltungen. Eine einheitliche Rufnummer, wie die 115, die sukzessive in vielen Städten eingeführt wird, reicht den Bürgern nicht. Sie möchten ihr Anliegen unter anderem "im Rahmen eines einzigen Termins erledigen" und wollen nutzerfreundliche und nachvollziehbare Prozesse.

Außerdem interessieren sich die Deutschen für einen individuellen Informationsservice, der die Bürger direkt über Terminverschiebungen informiert, für ein einfaches und verständliches Sprachdialogsystem sowie generell für mehr Mitspracherechte bei öffentlichen Angelegenheiten. Politische Entscheidungen sollten über einen "einfachen Informationsdienst" zugänglich sein. Und natürlich müssen die Behörden sicherstellen, dass die Bürgerdaten geschützt sind.

Die Studie, für die TNS Infratest neben 1213 Menschen aus Deutschland 6065 Personen aus den USA, Brasilien, China, Indien und Südkorea befragte, zeigt bei den unterschiedlichen Nationen nur wenige Abweichungen. Allerdings sind die Deutschen bei E-Government-Lösungen besonders vorsichtig: Nur 16 % könnten sich vorstellen, dass ihre Ausweisdaten beispielsweise auf einem Smartphone gespeichert würden. Bei US-Amerikanern ist die Akzeptanz in dieser Angelegenheit mit 26 % ähnlich niedrig. Chinesen (65 %) und Inder (73 %) sehen sie dagegen eher unkritisch.

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Von Birgit Böhret | Präsentiert von VDI Logo
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