30.09.2013, 07:29 Uhr | 0 |

Konjunkturmotor Wachsende Nachfrage der Autobranche treibt die Chipindustrie an

Der technische Fortschritt sorgt mit Vernetzung, Sicherheitssystemen und E-Mobilität für immer mehr Elektronikanteile bei neuen Automodellen. Zusammen mit der insgesamt steigenden Automobilproduktion beflügelt das die Nachfrage bei den Chipherstellern. Eine gerade erschienene Studie belegt eine Steigerung des Umsatzes der Chipindustrie mit Automobilherstellern um 9,4 Prozent pro Jahr.

Hightech im Auto
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Hightech im Auto verschafft der Halbleiterindustrie enorme Umsatzzuwächse. 

Foto: dpa

Zwei Effekte treiben die Nachfrage nach elektronischen Bauteilen aus der Autoindustrie. Zum einen ist die insgesamt steigende Automobilproduktion dafür verantwortlich, zum  anderen auch die stetig wachsende Zahl elektronischer Bauteile in modernen Fahrzeugen.  Davon profitiert die Branche der Chiphersteller, der dieser Bereich ein überdurchschnittliches Wachstum beschert.

Die Grundlagen des Wachstums

Die Gründe für das außerordentliche Wachstum der Halbleiterproduktion für die Automobilindustrie liegen auf der Hand: Man kann die heute gebauten modernen Autos mit Fug und Recht als „Rechenzentren auf Rädern“ bezeichnen.

Der mobile Internetzugang, stetige Kommunikationsmöglichkeiten, digitale Bedienungselemente und elektronische Assistenzsysteme der unterschiedlichsten Art sind schon bald nicht nur im Premiumsegment, sondern in allen Fahrzeugsegmenten eine Selbstverständlichkeit.

Vernetzung, Sicherheitssysteme und insbesondere der wachsende Anteil von Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieben treiben dabei den Anteil der Elektronik-Komponenten an den durchschnittlichen Produktionskosten und damit das Umsatzwachstum mit der Automobilindustrie nach einer gerade veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC auf herausragende 9,4 Prozent pro Jahr.

So entwickelt sich die Automobilbranche zum Konjunkturmotor für die globale Halbleiterindustrie.

Aus der Nische in den Boom durchgestartet

Bisher hat so mancher Halbleiterhersteller wegen der hohen Qualitätsanforderungen der Autoindustrie und der im Vergleich zur IT- und Computerindustrie relativ geringen Stückzahlen dieses Segment überhaupt nicht bedient.

"Das Automobilgeschäft stellt besondere Anforderungen an die Halbleiterindustrie. Da Halbleiter im Auto im Zusammenspiel mit anderen Komponenten oft sehr spezifische Aufgaben erfüllen sollen, müssen Fahrzeugingenieure und Chipdesigner von Anfang an eng zusammenarbeiten", erläutert Werner Ballhaus, PwC-Analyst und Leiter des Bereichs Technologie.

Selbst der weltgrößte Chiphersteller Intel ist nach mehreren Jahren der Entwicklung und Vorbereitung erst im letzten Jahr in die Belieferung der Autobranche mit Elektronik eingestiegen.

Wer als Halbleiterhersteller schon heute in der Autoindustrie engagiert ist, profitiert schon jetzt von dem Boom. Aber auch Nachzügler haben trotz recht langer Vorlaufzeiten bis zu den ersten Lieferungen noch gute Chancen, zu profitieren, denn der Anteil aller elektronischen Komponenten an den durchschnittlichen Produktionskosten wird von aktuell rund 30 Prozent bis 2020 auf 35 Prozent und im Jahr 2030 sogar auf 50 Prozent steigen.

Zu den weltweit größten Anbietern im Automotive-Segment gehören die Unternehmen Renesas, Infineon, STMicroelectronics, Freescale und NXP. Schaut man dabei nur auf Halbleiter für das Infotainment, ergibt sich eine weitere Spezialisierung und auch eine andere Rangfolge.

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Von Klaus Ahrens
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