06.08.2014, 15:37 Uhr | 0 |

1,85 Millionen Tonnen Erde Stuttgart 21: Startschuss für Tiefbauarbeiten ist gefallen

In Stuttgart schlagen jetzt die Bagger ihre Schaufeln in die Erde, um ein gigantisches Loch für den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 zu buddeln. Dabei fallen 1,85 Millionen Tonnen Erde an. 1850 Güterzüge sind für den Abtransport nötig. 

Das Projekt Stuttgart 21 hat mit den Tiefbauarbeiten begonnen
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Fast genau viereinhalb Jahre nach dem Start der Bauarbeiten am umstrittenen Milliardenvorhaben Stuttgart 21 haben jetzt die unterirdischen Bauarbeiten für das Herzstück des Projekts begonnen. Die Eröffnung des unterirdischen Bahnhofs ist für das Jahr 2021 geplant. 

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Gleich gegenüber vom weithin sichtbaren Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs – einem der wenigen Bauwerke, die erhalten bleiben –, haben die Bauarbeiten für den so genannten Bahnhofstrog begonnen. Er wird 900 Meter lang, 80 Meter breit und bis zu 23,5 Meter tief sein. Er bietet Platz für acht Gleise und ebenso viele Bahnsteige. Die Bauarbeiten an den Gruben 1 und 25 sollen unmittelbar folgen, so die Deutsche Bahn.

1850 Zugladungen für 1,85 Millionen Tonnen Erde

1,85 Millionen Tonnen Erde werden für das riesige Loch ausgehoben. Täglich sind es 5000 bis 15.000 Tonnen, die zu Umschlagplätzen auf dem Gelände der Deutschen Bahn gebracht werden. Verlademaschinen verfrachten den Aushub in die Waggons der Güterzüge. Da jeder Zug rund 1000 Tonnen fasst, sind insgesamt 1850 Zugfahrten nötig. Bisher sind 50.000 Tonnen mit 50 Zügen abtransportiert worden.

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Im Schlossgarten neben dem bisherigen Kopfbahnhof wird der Trog für den geplanten Tiefbahnhof ausgehoben. 

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Rund drei Viertel des Aushubs, der vor der Fahrt in einer von insgesamt 40 Deponien auf Schadstoffe untersucht wird, bleibt in Baden-Württemberg. 20 Prozent des Materials rollen nach Thüringen und Sachsen-Anhalt, kleine Mengen ins Saarland. Im nächsten Jahr soll rund ein Drittel der gesamten Aushubmenge aus dem Untergrund gekratzt werden. 2020, also ein Jahr vor der Eröffnung, fällt nach der Planung noch ein Rest von einem Prozent an. Damit die Baugrube trocken bleibt, wird rund um den Bereich des späteren Tiefbahnhofs Grundwasser abgepumpt, ein System, das bereits seit einiger Zeit fertig ist.

Unterirdischer Bahnhof soll 2021 eröffnen

Die Bodenplatte des Bahnhofs, die im Bauabschnitt 16 bereits in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres errichtet werden soll, wird auf unzähligen Pfählen ruhen, die ins Erdreich gerammt werden. So genannte Kelchfüße, die auf den Bahnsteigen stehen, tragen riesige Plexiglaskuppeln – unterstützt von jeweils zwölf schlanken Pfeilern. Taghell wird es dann im Untergrund sein, manchmal ganz ohne elektrisches Licht.

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Gegner des Bahnprojektes Stuttgart 21 protestierten anlässlich des Baustarts am Stuttgarter Hauptbahnhof.

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Ab 2021 fahren die Züge durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem unter einer Fläche von fünf mal fünf Kilometern nach München Nürnberg, Hamburg, Frankfurt und Köln. Wenn denn alles klappt.

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Von Wolfgang Kempkens
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