26.07.2016, 15:06 Uhr | 0 |

EU fordert Entschädigung VW bleibt trotz Dieselskandal weltweit die Nr. 1 vor Toyota

Der Dieselskandal um VW scheint die Neuwagenkäufer kalt zu lassen. Trotz der Negativschlagzeilen bleibt VW vor Toyota und GM der weltgrößte Autohersteller. Unter Druck gerät VW aber durch die EU. Die fordert eine Entschädigungsregelung für Käufer manipulierter Autos auch in Europa.

VW-Neuwagen in den Autotürmen der Autostadt in Wolfsburg
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VW-Neuwagen in den Autotürmen der Autostadt in Wolfsburg: Trotz des Dieselskandals ist der VW-Konzern im 1. Halbjahr offenbar der weltweit größte Autohersteller der Welt geblieben und hat beim Absatz sogar um 0,8 % zugelegt.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Nach einer Prognose des Centers of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, aus der Spiegel online und das Manager Magazin zitieren, hat der VW-Konzern mit seinen insgesamt zwölf Marken im ersten Halbjahr 5,04 Millionen Autos verkauft. Das wären sogar 0,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ganz offensichtlich sind die Autokäufer nicht nur von der Qualität der VW-Modelle überzeugt, sondern auch davon, dass die anderen Hersteller beim Diesel ebenfalls alle Möglichkeiten der legalen Manipulation ausschöpfen. So war zuletzt Opel in den Verdacht geraten, die Abgasreinigung so häufig wie möglich abzuschalten.

Inzwischen prüft das Kraftfahrtbundesamt im Auftrag von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Abgaswerte zahlreicher Autohersteller und hatte bei 30 Fahrzeugen auffällige Werte festgestellt

Bei Fiat drohte Dobrindt aufgrund der Messungen und Grenzwertüberschreitungen sogar mit einem Verkaufsverbot in Deutschland.

Keine Kaufzurückhaltung gegenüber VW-Modellen

Offenbar haben die Skandale auch der anderen Hersteller dazu geführt, dass es eine besondere Kaufzurückhaltung gegenüber Modellen aus dem VW-Konzern nicht gibt. Und so hat Volkswagen im ersten Halbjahr knapp 50.000 Fahrzeuge mehr verkauft als der schärfste Konkurrent Toyota mit 4,99 Millionen Autos (plus 1,0 %), so die CAM-Analysten.

Auf dem dritten Platz liegt laut CAM General Motors (GM) mit 4,77 Millionen Autos. Dabei mussten die Amerikaner ein Minus von 1,8 % verkraften. Dahinter folgt Hyundai/Kia mit weniger als vier Millionen Fahrzeugen.

epa05432193 Volkswagen vehicles on a dealership lot in in Old Saybrook, Connecticut, USA 19 July 2016. The states attorneys of Massachusetts and New York announced lawsuits against the German automaker Volkswagen, Audi and Porche regarding the circumvention of emission tests on diesel vehicles. EPA/CJ GUNTHER +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Entspannung in den USA: Offenbar wollen die US-Behörden auch die Reparatur manipulierter Dieselfahrzeuge akzeptieren und bestehen nicht mehr auf den Rückkauf.

Foto: Cj Gunther/dpa

Starke Zuwächse erreichten laut CAM Daimler (10,3 %), BMW (5,8 %) und Audi (5,6 %). Hält der Boom bei Daimler an, könnte der Stuttgarter Hersteller seinen bayerischen Konkurrenten bis zum Jahresende wieder überholen. Insgesamt könnte der Weltmarkt laut CAM um 2 % auf 78 Millionen Neuwagen wachsen.

Rendite bei VW durch Kosten für Skandal gesunken

Federn lassen musste VW allerdings bei der Rendite. Die ist laut CAM von 6,3 % im ersten Halbjahr 2015 auf jetzt 4,8 % gesunken. Allerdings heißt das auch: VW schreibt nicht nur im 1. Quartal wie schon gemeldet schwarze Zahlen, sondern wahrscheinlich auch im ersten Halbjahr. Und das ist angesichts der Milliardenrückstellungen für die Bewältigung des Dieselskandals eine erstaunliche Nachricht.

US-Behörden wollen auch Reparaturen akzeptieren

Unterdessen gibt es für Volkswagen zudem gute Nachrichten aus den USA. Die dortigen Behörden bestehen offenbar nicht mehr darauf, dass VW alle manipulierten Autos zurückkauft. Auch eine Reparatur wollen die Behörden akzeptieren. Damit könnte VW Milliardenbeträge einsparen.

Unterdessen will die EU-Kommission nicht hinnehmen, dass von dem Dieselskandal betroffene Autokäufer in Europa schlechter behandelt werden als US-Käufer. Deshalb drängt die EU auf eine Entschädigungsregelung nach US-Vorbild auch in Europa.

Hier lesen Sie mehr vom VW-Dieselskandal.

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Von Axel Mörer-Funk
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