09.10.2013, 10:15 Uhr | 0 |

Feuerwehr verstärkte das Feuer Ungewöhnlich unglückliche Umstände setzten den Tesla S in Brand

Die Bilder des lichterloh brennenden Tesla S gingen um die Welt. Mehr als drei Millionen Mal wurde der kurze Amateurfilm auf Youtube angeklickt. Inzwischen ist klar: Solch ein Feuer wird sich wohl kaum wiederholen.

Tesla Vorstellung
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Der Tesla ist das meistverkaufteste Elektroauto in den USA. Das Auto kostet rund 70 000 Dollar.

Foto: Tesla

Es waren extrem unglückliche Umstände, die diesen spektakulären Brand ausgelöst haben. Gerade das ungewöhnliche Zusammentreffen mehrerer Umstände ist zugleich Indiz dafür, dass sich dieser Brand kaum wiederholen dürfte.

Ein gebogenes Metallstück riss den Akku-Block auf

Kurz bevor der Tesla S die Landstraße im amerikanischen Bundesstaat Washington entlangfuhr, war von einem Lastwagen ein gebogenes Metallstück auf die Straße gefallen. Der Tesla fuhr auf dieses Metallstück auf, wobei sich eine ungewöhnliche Hebelkraft entwickelte, die nach Untersuchungen von Tesla eine Gewalt von bis zu 25 Tonnen entwickelte. Einer solchen Gewaltanwendung bedurfte es aber, um in das abgeschirmte, geradezu gepanzerte Batteriefach unter dem Fahrzeugboden mehrere Löcher zu stanzen, die einem Kreis mit 3 Zoll oder etwa 7,5 Zentimeter Durchmesser ähnelten.

Besonders bemerkenswert daran ist, dass die durchschlagene stählerne Bodenplatte des Batteriefachs immerhin einen Viertelzoll oder mehr als sechs Millimeter stark ist. Nach dem Durchschlag, der einzelne Batteriezellen beschädigte, brach das Feuer aus, das dann spektakulär von einem vorbeifahrenden Autofahrer gefilmt wurde.

Tesla-Batterie besteht aus 16 einzelnen Elementen

Im Gegensatz zu anderen spektakulären Vorkommnissen mit Lithium-Ionen-Batterien wie etwa den Bränden in der Boeing B787 verfügt der Tesla S nicht über ein oder zwei große Batterien, sondern über insgesamt 16 einzelne Batteriezellen. Diese einzelnen Zellen werden durch mehrere Trennwände gegenseitig voneinander abgeschirmt.

Dadurch hat sich das Feuer langsamer und schwächer ausgebreitet, als das bei größeren Batterieelementen der Fall gewesen wäre. Positiv wirkte sich dabei auch aus, dass Belüftungsschlitze im Batteriefach die Flammen nach unten, also auf die Straße und nicht etwa in Richtung der Fahrgastzelle ableiteten. Für den Fahrer Rob Carlson, der Inhaber des in Brand geratenen Fahrzeugs war und zugleich auch Tesla-Aktien besitzt, bestand zu keiner Zeit Gefahr, da das bordeigene Warnsystem ihn aufforderte, an den Straßenrand zu lenken und das Fahrzeug sofort zu verlassen – was er auch tat.

Feuerwehr auf Brände von Elektroautos nicht ausreichend vorbereitet

Obwohl es der Feuerwehr wenigstens im zweiten Anlauf gelang, den Brand des Tesla S tatsächlich zu löschen, lässt sich doch die Tatsache nicht bestreiten, dass die Mannschaft des Feuerwehr-Fahrzeugs unzureichend auf den Brand eines Elektroautos vorbereitet war. Nach dem Eintreffen an der Brandstelle gingen die Feuerwehrleute entsprechend ihrer Ausbildung standardgemäß dazu über, so rasch wie möglich zur Quelle des Brandes vorzudringen.

Letztere aber war das Batteriefach, in das die Feuerwehrleute nun weitere Löcher schlugen und damit noch mehr Batteriezellen beschädigten und zum Brennen brachten. Vor allem aber zerstörten sie dabei die feuersicheren Trennwände innerhalb des Batteriefachs. Dadurch breitete sich das Feuer dann auch schnell in Richtung Fahrgastzelle aus, auch wenn der Brand nicht in den Fahrgastraum selbst vordrang.

Die Feuerwehr bekämpfte den Brand erst mit Wasser und dann mit trockenen chemischen Löschmitteln. Gegen beides ist nach Angaben von Tesla auch bei Bränden von Elektroautos nichts einzuwenden.

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Von Peter Odrich
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