08.10.2015, 15:48 Uhr | 0 |

KONZEPTFAHRZEUG Teatro for Dayz von Nissan: Internet total in einem Auto

Nissan hat ein Fahrzeug entwickelt, das Digital Natives ansprechen soll, also junge Leute, die mit dem Internet großgeworden sind. Es wimmelt innen und außen von Touchscreens. Der Fahrer kann allerdings nur surfen, wenn er parkt.

Das vielleicht verrückteste Auto der Welt hat die japanische Renault-Tochter Nissan als Konzeptfahrzeug entwickelt. Äußerlich ähnelt es ein wenig dem Renault Kangoo. Doch im Inneren ist alles anders als in konventionellen Fahrzeugen. Sämtliche verfügbaren Flächen, angeblich sogar die Sitze, bestehen aus Displays, natürlich auch das Armaturenbrett. Während der Fahrt erscheinen dort die normalen Instrumente wie Tacho und Ladezustand der Batterie – das Fahrzeug ist ein lupenreines Elektroauto. Sobald es steht werden sämtliche als Touchscreens ausgebildete Displays mit dem Internet verbunden.

Von Kindesbeinen an im Internet

Die Fahrzeugstudie richtet sich nach den von Nissan erkannten Bedürfnissen einer Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Digital Natives werden sie genannt, weil sie von Kindesbeinen an normale zwischenmenschliche Kontakte zugunsten der Kommunikation in sozialen Netzwerken teilweise, manchmal auch weitgehend aufgegeben haben.

Sie teilen Bilder, Videos, Erfahrungen und Gedanken mit oft wildfremden Menschen. Genau das sollen sie auch in Auto tun können, finden die Nissan-Zukunftsforscher. Und sich auch mit anderen Besitzern solcher Fahrzeuge unterhalten können. An den Außenflanken sind ebenfalls Displays angebracht, auf denen Botschaften und Bilder gezeigt werden können.

Letztlich machen die Batterien schlapp

Der Teatro for Dayz, wie Nissan das Fahrzeug nennt, soll junge Leute ansprechen, die in naher Zukunft den Führerschein machen. Die meisten besitzen ein Smartphone, das sie, wie ein Bonner Professor herausfand, 53 Mal pro Tag nutzen. Alle 18 Minuten unterbrechen sie ihre normale Tätigkeit, um ihr Handy zu konsultieren oder an andere Nutzer Bilder und Ähnliches zu senden. In China gibt es sogar unterteilte Gehwege. Eine Hälfte ist für die reserviert, die ständig aufs Display ihres Smartphones starren – eine Vorsichtsmaßnahme, um Kollisionen zwischen Fußgängern zu vermeiden. Genau diese innige Verbundenheit mit dem Internet und seinen Möglichkeiten soll auch der Teatro for Dayz bieten.

Nun hat ein Elektroauto eine begrenzte Reichweite. Wenn die Batterien dann auch noch während des Parkens strapaziert werden wird sie noch geringer. Und wer extrem lange im Internet surft, was keineswegs unüblich ist für Digital Natives, hat schnell kein Fahrzeug mehr, sondern ein Stehzeug. Letztlich werden auch noch die Bildschirme dunkel.

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Von Wolfgang Kempkens
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