13.02.2014, 07:00 Uhr | 0 |

INTELLIGENTES FERNLICHT Straße immer optimal beleuchtet

Insgesamt 50 Leuchtdioden stecken in den Scheinwerfern des neuen Audi A8. Computergesteuert blenden sie ab, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt. Und leuchten die Straße angepasst an die Verhältnisse immer optimal aus.Ein dickes Plus an Sicherheit.

Weltweit erster Matrix-LED-Scheinwerfer mit blendfreiem Fernlicht.
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Der weltweit erste Matrix-LED-Scheinwerfer mit blendfreiem Fernlicht im Audi A8.

Foto: Hella KGaA Hueck & Co.

Die Fahrer des neuen Audi-Flaggschiffs A8 kennen kein Abblendlicht. Sie fahren stets mit Fernlicht. Trotzdem blenden sie den Gegenverkehr nicht. Jeder Scheinwerfer besteht aus 25 Hochleistungs-Leuchtdioden (LED), die in fünf Reflektorzonen angeordnet sind. Die LEDs lassen sich einzeln ansteuern, also voll aufdrehen oder dimmen. Damit wird der Lichtkegel höchst präzise gesteuert, ohne dass störanfällige Mechanik nötig ist.

Die Aufgabe des Auf- und Abblendens übernimmt der Bordcomputer. Seine Informationen erhält er von einer Kamera, die den entgegenkommenden Verkehr beobachtet. Je nach dem Bild, das sie liefert, entscheidet sich der Rechner für eine Kegelvariante. Wenn nur ein Auto entgegen kommt geht er in die Breite, sobald es vorbei ist. Fahren mehrere Autos hintereinander leuchtet er entsprechend länger nur die eigene Fahrbahnhälfte aus. Halten die entgegen kommenden Autos große Abstände ein weitet sich der Lichtkegel zwischen ihnen kurzfristig aus. Den Matrix-Scheinwerfer hat Hella aus Lippstadt entwickelt, einer der führenden Hersteller von Komponenten fürs Licht im und am Auto.

Außerdem passt sich das Licht der Fahrsituation an, leuchtet beispielsweise eine Kurve besser aus. Hierbei wird die Intensität des Lichtkegels durch unterschiedliche Ansteuerung der LEDs in der Seite variiert oder auf die Fahrbahnmitte konzentriert. Damit verbessert sich die Sicht des Fahrers bei Nacht signifikant – jeder zweite klagt laut Hella bisher über schlechte Sicht bei Nachtfahrten. Gleichzeitig entfällt für den Gegenverkehr das Sicherheitsrisiko Blendung. Auch das Kurvenlicht  funktioniert ohne Mechanik. Bei heutigen Systemen werden die Scheinwerfer von Motoren bewegt.

Unterhalb des Design-Gitters, das den Scheinwerfer optisch teilt, befindet sich das Blinklicht. Es besteht aus sieben hintereinanderliegenden LED-Blöcken, die beim Betätigen des Blinkers im Abstand von jeweils 20 Millisekunden nacheinander aufleuchten. Nach 150 Millisekunden sind alle Segmente mit voller Intensität aktiviert. Außerdem ist das Tagfahrlicht in das komplexe Scheinwerfersystem integriert.

Oleds sind der nächste Schritt

Vor etwa zehn Jahren begann die Autoindustrie auf Leuchtdioden umzurüsten, weil sie ein Autoleben lang halten und weniger Strom verbrauchen als Glühbirnen oder Halogen- und Xenon-Lämpchen. Das reduziert den Spritverbrauch. Es begann mit LED-Blinkern und der Heckbeleuchtung. Es folgten Tagfahrlicht und Bremsleuchten. Scheinwerfer mit Fernlicht sind derzeit die Krone. Im nächsten Entwicklungsschritt werden organische Leuchtdioden (Oleds) eingesetzt. Bisher sind sie noch zu lichtschwach, um als Scheinwerfer genutzt zu werden. Für Heckleuchten sind sie schon geeignet. Das haben die Unternehmen Automotive Lighting, Philips, Merck sowie die Universität Köln bereits in einem Audi-Prototypen gezeigt.

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Von Wolfgang Kempkens
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