13.01.2016, 11:52 Uhr | 1 |

CARP sagt NEIN So sauer sind die US-Behörden auf VW

Volkswagen hat bei der Bewältigung der Dieselkrise in den USA einen herben Rückschlag erlitten. Ausgerechnet vor dem heutigen Gespräch zwischen der Chefin der Umweltbehörde EPA, Gina McCarthy, und Konzernchef Matthias Müller hat die kalifornische Umweltbehörde CARP die Lösungsvorschläge von VW als unzureichend zurückgewiesen.

VW-Chef Matthias Müller auf der Detroit Motor Show
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Ein nachdenklicher VW-Chef Matthias Müller auf der Detroit Motor Show: Unmittelbar vor seinem Gespräch mit der Chefin der Umweltbehörde EPA wurden die angebotenen Maßnahmen zur Bewältigung des Dieselskandals als unzureichend abgelehnt.

Foto: Uli Deck/dpa

Natürlich hätte die CARP das Gespräch zwischen McCarthy und Müller abwarten können. Hat sie aber nicht. Stattdessen hat die Behörde VW schon vor dem Gespräch signalisiert, dass die US-Behörden ausgesprochen sauer sind über die Hinhaltetaktik von VW und die nur schleppende Aufklärung.

Umweltbehörde lehnt VW-Pläne als unzureichend ab

VW hatte im November für 500.000 manipulierte VW-Diesel ein Software-Update angeboten, um die US-Grenzwerte einzuhalten. Dies hat die CARP nun als unzureichend abgelehnt. Zugleich zeigen die Mitteilung der CARP und ein Brief an VW, wie sauer die US-Kontrolleure wegen der Schummelei und zögerlichen Aufklärung sind.

„Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgastests zu schummeln und hat dann versucht, das unter der Decke zu halten", so CARB-Chefin Mary Nichols in der Pressemeldung. „Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert. Als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen. Das Ergebnis sind Tausende von Tonnen Stickoxid, die der Gesundheit der Bürger von Kalifornien geschadet haben."

Scharfer Ton in Brief an VW

Nicht weniger scharf ist der Ton der Behörde in dem Brief an VW, in dem die Lösungsvorschläge zurückgewiesen werden. Darin kritisiert EPA-Managerin Annette Hebert, die von VW eingereichten Unterlagen seien „unvollständig, in der Substanz fehlerhaft und unzureichend, damit die Fahrzeuge die gesetzlichen Vorschriften“ wieder einhalten können.

Die Behörde wirft VW beispielsweise vor, nicht mitgeteilt zu haben, was genau beim Software-Update verändert wird und wie die Fahrzeuge die Emissionswerte einhalten sollen. Wegen fehlender Details habe die Behörde keine Möglichkeit zu prüfen, ob die von VW vorgeschlagenen Maßnahmen überhaupt erfolgreich sein können.  

Müller, der gerade erst die USA wegen der Manipulationen um Entschuldigung gebeten hat, muss bei dem heutigen Gespräch mit McCarthy, die eng mit CARP-Chefin Nichols zusammen arbeitet, also nicht nur die Wogen glätten, sondern konkret werden.

Angeblich will Müller einen Katalysator vorstellen, der bei 500.000 der 600.000 betroffenen Dieselfahrzeugen die Einhaltung der Grenzwerte ermöglicht. An der Rücknahme von 100.000 manipulierten Dieselfahrzeugen, bei denen offenbar auch der Einbau des Katalysators nicht genügt, führt offenbar kein Weg mehr vorbei. Das Gespräch mit McCarthy findet am Mittwochvormittag nach US-Zeit statt, also am Nachmittag deutscher Zeit.

Den VW-Skandal lesen Sie hier im Nachrichtenticker.

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Von Axel Mörer-Funk
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kommentare
17.01.2016, 07:17 Uhr Wuestenstromfan
Die einzige Lösung: Wasserstofffahrzeuge von VW. VW ist in der Lage, H2 Brennstoffzellenfahrzuge in Massenproduktion zum Preis eines Hybridfahrzeuges herzustellen. Toyota und Hyundai haben gezeigt, das die Technik dafür ausgereift ist. Ebenso kann VW mit Elektrolyseuren an jedem VW Autohaus mit Leitungswasser und Stromanschluss eine H2 Tankstelle einrichten, und z.B. in den Wüsten Amerikas Windkraft und Solar Kraftwerke bauen, und jedem "Geschädigten" den Tausch eines H2 Fahrzeuges und supergünstigen H2 zum Tanken anbieten. Statt hochgradig krebserregender Nano Partikel aus TDI Motoren dann nur noch Wasser. Damit dürften sich sich auch Strafzahlungen und anderweitige Entschädigungen erübrigt haben. Die Kosten würden nur ein Bruchteil davon betragen. Also VW, MACHEN.
Toyota hat längs erklärt, dass auch 2050 die Akku-Technik nicht so weit sein wird, dass sie Sinn macht. Und Herr Müller erklärt trotzdem noch im Stern vom 03.12.2015, dass VW auf E-Autos umsteigt, da in "3 Jahren die Akkutechnik so weit sein wird" Das hört man nun schon seit 20 Jahren.......

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