18.06.2015, 11:19 Uhr | 0 |

LAND ROVER PRÄSENTIERT TECHNIK SUV lässt sich per Smartphone durchs Gelände manövrieren

Nicht nur als Einparkhilfe, sondern auch zum Lenken in unwegsamem Gelände dient die Fernsteuerung von Land Rover. Außerdem testet das Unternehmen, zu dem auch Jaguar gehört, weitere Assistenzsysteme – darunter ein Gaspedal, das vor riskanten Manövern warnt, und einen Sitz, der die Konzentration des Fahrers überwacht.

Range Rover per Smartphone steuern
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Über Stock und Stein kann der Besitzer seinen Range Rover per Smartphone steuern.

Foto: Land Rover

Der Fahrer steht am Wegesrand in rauem Gelände und hält sein Smartphone in der Hand. Auf dem Display erscheint ein Lenkrad, mit dem Daumen dreht der Mann das Steuer und manövriert so seinen Wagen über Stock und Stein. So sieht das in einem Video aus, mit dem Land Rover für seinen neuen Autopiloten wirbt. Noch ist das System nicht zu haben, aber der britische Autobauer sieht die Entwicklung als einen Meilenstein auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto – oder genauer: zum Auto, das immer dann die Kontrolle übernimmt, wenn der Fahrer überfordert ist. Und auch erkennt, wann dieser müde oder unkonzentriert ist.

Land Rover führt das System derzeit am Sport-Modell eines Range Rovers vor, ein Klassiker unter den Geländefahrzeugen. Wird das Auto von außen gesteuert, kann der Besitzer Schlaglöcher oder Äste erkennen, die er vom Sitz aus nicht sehen würde. Die Fernsteuerung per App soll aber natürlich auch – wie bei anderen Herstellern, die solche Systeme schon präsentiert haben – als Einparkhilfe in der Stadt dienen. Das Fahrzeug erkennt Hindernisse, schaltet und bremst bei Bedarf und bleibt sofort stehen, wenn sich der Besitzer mit seinem Smartphone mehr als zehn Meter entfernt.

Neue Kommunikationswege zwischen Fahrer und Auto

Der Autobauer, zu dem auch Jaguar gehört, arbeitet derzeit noch an weiteren Hilfen und Sicherheitseinrichtungen. In einem Jaguar XJ testen die Entwickler beispielsweise ein neuartiges Gaspedal, das Vibrationen auf den Fuß des Fahrers übertragen kann, etwa wenn er ein Tempolimit zu überschreiten droht.

Videoquelle: Land Rover

Wolfgang Epple, Forschungsleiter bei Jaguar, sieht in dem System große Vorteile: „Um zu vermeiden, dass der Fahrer mit optischen und akustischen Signalen überfrachtet wird, suchen wir nach anderen Wegen der Kommunikation zwischen Auto und Fahrer. Mit unserem haptischen Pedal wollen wir den Fahrer beeinflussen, um schnellere und klügere Entscheidungen zu treffen und so die Gefahr von Unfällen zu reduzieren.“

Sensoren im Lenkrad messen Gehirnströme

Demselben Zweck soll das System „Mind Sense“ dienen, das die Gehirnströme des Fahrers über Sensoren im Lenkrad misst. Bei abfallender Konzentration könnte dann etwa das Lenkrad vibrieren, um den Fahrer wachzurütteln. Die Entwicklung basiert auf altbekannter Technik, die beispielsweise bei EEG-Untersuchungen in der Medizin eingesetzt wird – nur ist keine Verkabelung am Kopf nötig. Ähnliche Systeme setzt laut Land Rover bisher schon die Nasa bei Raumflügen ein, und auch das Bob-Team der USA überwache so die Gehirnleistung der Piloten.

Bei Stress werden Licht und Klimaanlage reguliert

Jaguar arbeitet parallel auch an einem Wellnesssitz, in den ebenfalls Sensoren eingebaut sind, die den körperlichen Zustand des Fahrers messen. Der Autobauer verspricht sich davon nicht nur einen Sicherheits-, sondern auch einen Komfortgewinn: Messen die Sensoren etwa leichte Stressfaktoren, dann könnte automatisch das Licht im Fahrzeug verändert, die Klimaanlage reguliert oder das Radio leiser gestellt werden.

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Von Werner Grosch
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