02.02.2015, 15:33 Uhr | 0 |

Gefährliche Airbags Honda, Toyota und Chrysler rufen zwei Millionen Autos zurück

Wegen fehlerhafter Airbags rufen die Autohersteller Honda, Toyota und Chrysler 2,12 Millionen Fahrzeuge zurück in die Werkstatt. Die Airbags können während der Fahrt zu Splitterbomben werden. Es ist der zweite Anlauf im Kampf gegen den gefährlichen Defekt. 

Airbag-Technik von TRW
Á

Insgesamt wurden in den USA bereits mehr als 20 Millionen Autos wegen fehlerhafter Airbags in die Werkstätten zurückgerufen.

Foto: TRW Automotive

Honda, Toyota und Chrysler müssen weitere 2,12 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, die mit Airbags des japanischen Herstellers Takata oder Airbag-Steuerungstechnik des amerikanischen Herstellers TRW Automotive ausgestattet sind. Das teilte das US-amerikanische Transportministerium am Samstag in Washington mit.

Betroffen sind verschiedene Modelle aus den Jahren 2002 bis 2004. Unklar ist, ob auch Autos in Deutschland zurück in die Werkstatt müssen. Eine Million Fahrzeuge sind mit Takata-Airbags ausgestattet, die schon im vergangenen Jahr Anlass für einen Massenrückruf waren, 1,12 Millionen Fahrzeuge müssen in die Werkstatt, um die fehlerhafte Steuerungstechnik ihrer Airbags, die TRW geliefert hat, austauschen zu lassen.

TRW wurde gerade erst vom deutschen Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen übernommen. Der Kauf soll im Jahresverlauf umgesetzt werden. TRW beschäftigt weltweit 65.000 Mitarbeiter, davon mehr als 10.000 in Deutschland.

Hersteller mussten weltweit über 20 Millionen Autos zurückrufen

Der erneute Rückruf ist für die Hersteller ein großes Ärgernis. Erst Ende vergangenen Jahres wurden Millionen Autos mit Takata-Airbags in die Werkstätten gerufen. Doch dies habe nicht in allen Fällen zum Erfolg geführt, heißt es in der Begründung. Es sind also immer noch Autos mit tödlichen Takata-Airbags auf den Straßen: Sie können während der Fahrt ohne erkennbaren Grund zünden, sich fehlerhaft entfalten und dabei wie eine Splitterbombe heiße Metallteile umherschleudern. Mindestens fünf Menschen sind dabei schon ums Leben gekommen.

 Vom ersten Rückruf im November 2014 waren mehrere Hersteller betroffen: Chrysler, Ford und General Motors, Honda, Mazda und Mitsubishi, Nissan, Subaru, Toyota und BMW. Sie riefen weltweit mehr als 20 Millionen Fahrzeuge zurück – in Deutschland musste BMW 450.000 Autos in die Werkstatt schicken. Den in Verruf geratenen Airbaghersteller Takata drängte allein der Rückruf in den USA an den Rand des Ruins. Er kostete Expertenschätzungen zufolge 678 Millionen Euro.

In Deutschland fahren 100.000 Autos mit fehlerhaften Airbags

Unabhängig vom Takata-Skandal sind in Deutschland viele Autos mit fehlerhaften Airbags unterwegs. In jedem 200. Fahrzeug könnte das Sicherheitssystem im Ernstfall versagen, beweisen Recherchen der VDI nachrichten, die sich auf aktuelle Zahlen der Sachverständigenorganisation KÜS stützen. Demnach fanden Prüfer bei 2,69 Millionen Hauptuntersuchungen 15.420 Fahrzeuge mit mangelhaften Airbags. Hochgerechnet auf den deutschen Pkw-Bestand von 43,9 Millionen Autos entspricht das bundesweit 100.000 Autos.

Anzeige
Von Patrick Schroeder
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden