27.04.2013, 11:59 Uhr | 0 |

Deutsche Autos stark gefragt Hightech-Fahrzeuge locken chinesische Autofans in Massen

Obwohl der Wachstumsmotor China im Moment etwas an Tempo verloren hat, bleibt das Reich der Mitte ein wichtiger Absatzmarkt für Automobilhersteller. Die internationale Messe "Auto Shanghai" vom  21. bis 29. April zeigt, wie sich die Strategien erfolgreicher Anbieter in den vergangenen Jahren verändert haben. Auch in China werden inzwischen technische Neuentwicklungen erwartet.

VW-Stand auf der Auto-Show in Shanghai
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Deutsche Autos sind in China wie hier auf der "Auto Shanghai" sehr gefragt. Jedes fünfte Auto in China liefert der VW-Konzern. Dabei sind große Modelle mit hohem Verbrauch besonders gefragt. In Europa wehrt sich die Autoindustrie gegen schärfere Verbrauchsvorgaben.

Foto: dpa/Friso Gentsch

Speziell die deutschen Anbieter tragen derzeit in Shanghai Optimismus zur Schau. "Wir starten das größte Investitionsprogramm der chinesischen Automobilgeschichte", kündigte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn anlässlich der wichtigsten Autoschau in China an. Mehr als 6,5 Mrd. € sollen dafür bereitgestellt werden.

Jedes 5. Auto in China kommt vom VW-Konzern

Etwa jedes fünfte in China verkaufte Fahrzeug stammt vom VW-Konzern, der dort im ersten Quartal 2013 mit seinen Pkw-Modellen (ohne Vans/Kleinbusse) einen Marktanteil von 20,3 % erreichte. Die frühen Joint Ventures mit chinesischen Partnern haben sich für Volkswagen weitgehend gelohnt. Die Investitionen in effiziente Fahrzeuge und ressourcenschonende Fertigungstechnik an mehreren Standorten erweitern nun das bisherige Engagement.

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht die deutsche Autoindustrie in China weiter auf Wachstumskurs. Die deutschen Hersteller haben dort 2012 gut 2,84 Mio. Einheiten verkauft und somit den Pkw-Absatz seit 2009 nahezu verdoppelt. Das Jahr 2013 begann bisher gut: In den ersten beiden Monaten stieg der Marktanteil laut VDA auf 21,4 %.

Dafür haben die deutschen Hersteller auch viel getan. Insbesondere der VW-Konzern ist in China seit 30 Jahren engagiert. Grundsätzlich verfolgen alle die Zwei-Säulen-Strategie, also den Export aus Deutschland und die Fertigung vor Ort.

Die lokale Produktion deutscher Hersteller in China hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Während im Jahr 2000 etwa 9 % ihrer gesamten Auslandsproduktion in China hergestellt wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 35 %. Auch das belegt die Bedeutung Chinas: Die deutschen Autobauer produzieren in diesem Land inzwischen mehr Autos als in der gesamten Europäischen Union außerhalb Deutschlands.

VDA rechnet mit einem Plus von 6 % des chinesischen Automarktes

Deutsche Konzernmarken werden auch 2013 schneller wachsen als der Markt, erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann auf der Messe in Shanghai. Dabei geht er davon aus, dass der chinesische Pkw-Markt 2013 um 6 % auf rund 14 Mio. Einheiten steigen wird. Ein Plus von 6 % oder sogar etwas mehr streben auch der VW-Konzern sowie die Premium-Hersteller BMW und Mercedes an.

Längst sind in China die Zeiten vorbei, in denen dort Modelle gebaut und angeboten wurden, die in Europa ausgemustert waren. Vor allem die deutschen Anbieter haben sich entschieden, immer die neueste Technologie in China einzusetzen. Das gilt in besonderem Maße für die Premium-Marken. Zur erfolgreichen Absatzstrategie in China gehören inzwischen neben attraktiven Neuheiten in der Modellpalette ein großes und wachsendes Händlernetz sowie ein guter Ruf im Verkaufs- und Aftersales-Bereich.

Zunehmend geht es auch darum, die Wünsche der Kunden beim Fahrzeugkonzept zu erfüllen. So fährt Mercedes auf der Messe zweigleisig. Mit der Vorstellung der Langversion der E-Klasse kommen die Stuttgarter sowohl den Anforderungen an die in China gefragten "Chauffeurs-"Limousinen als auch den Privatfahrern entgegen, die ein repräsentatives Fahrzeug suchen. Die Version, die 14 cm mehr Beinfreiheit bietet, wurde speziell für China entwickelt.

Mercedes präsentiert Elektro-Smart in China

Gleichzeitig bringt Mercedes mit dem kleinen Zweisitzer Smart Electric Drive "als erster europäischer Importeur" ein vollelektrisches Fahrzeug auf den chinesischen Markt. Für die urbane Mobilität gilt der Stadtflitzer als interessante Alternative, aber noch fehlt die großflächige Infrastruktur zum Aufladen der Batterien.

Auch der von der Absatzkrise im europäischen Markt besonders betroffene PSA-Konzern setzt auf Zuwächse in China. Peugeot bietet eine Reihe von neuen Modellen an und Citroën will die DS-Linie künftig auch in China verstärkt zu einer eigenständigen Marke ausbauen. Auch andere europäische Marken wollen die Absatzverluste ausgleichen. Opel ist erstmals nach fünfjähriger Unterbrechung wieder auf der wichtigsten China-Messe vertreten, künftig werden einige Modelle über die GM-Schiene abgesetzt.

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Von Ingo Reuss | Präsentiert von VDI Logo
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