21.07.2015, 13:26 Uhr | 0 |

GPS und Infrarot Ford will Verkehrsunfälle mit intelligentem Lichtsystem verhindern

Der Autohersteller Ford entwickelt ein Lichtsystem, das Unfälle bei Nacht verhindern hilft: Es besteht aus einer Infrarotkamera, die Fußgänger registriert. Und es nutzt GPS-Daten, um die Lichtsteuerung in die Zukunft blicken zu lassen.

Spaziergänger mit Hund in der Nacht
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Spaziergänger mit Hund in der Nacht: Solche Situationen führen oft zu Unfällen. Das Lichtsystem von Ford richtet deswegen zusätzliche LED-Scheinwerfer auf die Objekte.

Foto: Ford

Ein neues Lichtsystem von Ford soll künftig eine Unfallgefahr bannen, die jedes Kind aus der Verkehrserziehung kennt: Bei Dunkelheit sind Fußgänger vor allem in dunkler Kleidung für Autofahrer nahezu unsichtbar. Die sogenannte Spotlight-Technologie setzt deswegen eine Infrarotkamera ein, um Fußgänger, Radfahrer und größere Tiere über Wärmestrahlung frühzeitig aufzuspüren.

LED-Zusatzscheinwerfer sorgen für Sicherheit

Die Technologie erkennt zeitgleich bis zu acht Menschen oder größere Tiere, die sich in einer Entfernung von bis zu 120 m auf oder direkt neben der Fahrbahn aufhalten. Zwei von ihnen können von zwei LED-Scheinwerfern beleuchtet werden, die sich neben den Nebelscheinwerfern befinden.

Zusätzlich läuft ein Lichtstreifen über die Straßenoberfläche auf das Objekt zu. Im Fahrzeuginneren tauchen die Gestalten zudem auf dem zentralen Display auf – je nach Gefahrenstufe gelb oder rot eingerahmt. Obwohl das System mit einer Infrarotkamera arbeitet, werden die erfassten Körper aber nicht als Wärmebild dargestellt, sondern in Graustufen.

Lichtsteuerung soll dank GPS in die Zukunft sehen können

Während die Spotlight-Technologie laut Ford noch in den Kinderschuhen steckt, ist der Autohersteller bei der Verbindung von Lichtsteuerung und GPS schon weiter: Bereits heute bietet Ford im Modell Mondeo ein LED-Lichtsystem an, das sich automatisch der Umgebung anpasst.

Die nächste Generation des sogenannten Camera-Based Advanced Front Lighting Systems soll sogar auf GPS-Daten aus dem Navigationssystem zugreifen können. Der Vorteil: Der Lichtkegel öffnet sich frühzeitig, wenn sich das Fahrzeug laut GPS Kreuzungen, Kreisverkehren oder Vorfahrtsstraßen nähert. Auch Kuppen und Senken oder andere straßenspezifische Besonderheiten gehen in die Berechnung der Ausleuchtung ein. In der nächsten Evolutionsstufe wird sich das System die Ausleuchtung häufig befahrener Strecken merken und gemeinsam mit den Navigationsdaten wieder abrufen können.

Intelligente Lichtsysteme, die das Scheinwerferlicht automatisch den Verkehrs- und Umgebungsverhältnissen anpassen, bieten auch Hersteller wie Opel und Audi an. Moderne adaptive Fernlichtassistenten zum Beispiel schalten nicht nur automatisch von Fernlicht auf Abblendlicht, wenn ein Kamerasensor – meist auf die Vorderseite des Rückspiegels montiert – die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Fahrzeugs registriert. Sie regulieren obendrein selbstständig den Leuchtkegel der Scheinwerfer und sorgen so für eine optimierte Ausleuchtung, ohne den anderen Fahrer zu blenden.

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Von Susanne Neumann
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