18.03.2014, 12:47 Uhr | 1 |

Reichweite genügt Fahrer von Elektroautos sind mit ihrem Fahrzeug sehr zufrieden

Die erste repräsentative Befragung von Nutzern von Elektrofahrzeugen in Deutschland zeigt: 95 Prozent sind mindestens genauso zufrieden mit ihrem E-Flitzer wie mit ihrem konventionellen Auto. Und die Umfrage zeigt auch: Die Reichweite von Elektroautos genügt für den täglichen Bedarf.

Produktion des Elektroautos i3 bei BMW
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Produktion des Elektroautos i3 bei BMW in Leipzig: 95 Prozent der Fahrer eines Elektroautos in Deutschland sind mit ihrem Fahrzeug genauso zufrieden wie zuvor mit einem konventionellen Auto.

Foto: BMW

95 Prozent der Fahrer von Elektroautos sind mit ihrem E-Mobil genau so zufrieden wie mit dem ersetzten Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Berlin. Mit den Ergebnissen dieser Befragung liegen nun erstmals detaillierte Angaben von Menschen vor, die tatsächlich ein solches Elektrofahrzeug besitzen und auch nutzen.

3111 detaillierte Antworten sind repräsentativ

3111 von bundesweit 9.217 Haltern batteriegetriebener Elektroautos oder Plug-in-Hybriden gaben den Berliner Verkehrsforschern Auskunft. „Eine Befragung zu diesem Thema ist in einem solchen Umfang bisher einzigartig“, sagt Stefan Trommer, Projektleiter im DLR-Institut für Verkehrsforschung. 63 Prozent der Befragten nutzen ihr Elektroauto privat, 37 Prozent sind gewerbliche Nutzer. Die gewerblichen Halter sind vorwiegend kleine Unternehmen, die meist jeweils zwei Fahrzeuge pro Standort besitzen. Zwei Drittel der Befragten Unternehmen verfügen über maximal vier Betriebsstandorte mit insgesamt bis zu 40 Mitarbeitern.

Ganz wichtig ist die schnelle Ladung

Ganz entscheidend ist für alle Nutzer von Elektrofahrzeugen die schnelle Ladungszeit. Jeder Zweite hält die Möglichkeit einer Kurzaufladung – in 30 Minuten von Null auf 80 Prozent – für wichtig bis sehr wichtig. Die privaten Nutzer würden für diese schnelle Lademöglichkeit durchaus 500 bis 1000 Euro draufzahlen. Die gewerblichen Nutzer würden dafür sogar 1000 bis 2000 Euro mehr ausgeben.

Dazu hat die Studie einen wichtigen Aspekt ans Tageslicht gebracht: Private Benutzer eines Elektrofahrzeuges legen am Tag nur geringfügig weniger an Kilometern zurück als die Benutzer herkömmlicher Pkw. Der elektromobile Mensch legt im Schnitt 43 Kilometer pro Werktag zurück, der Fahrer einen konventionellen Autos fährt 51 Kilometer am Tag. Die Fahrer der Plug-in-Hybride fahren im Schnitt 42 Kilometer zur Arbeit, davon 30 Kilometer rein elektrisch.

Teilnehmer der Studie sind bewusster und ökologischer unterwegs

Die Teilnehmer der Studie gaben an, dass sie mit ihrem Elektrofahrzeug bewusster, ökologischer und auch vorausschauender fahren. Es ist offenbar ein bestimmtes Klientel, das sich überwiegend für die Elektromobilität interessiert. „Wir konnten feststellen, dass die Hauptmotive für die Anschaffung zum einen im allgemeinen Interesse an innovativen Fahrzeugtechnologien, zum anderen aber auch an der Reduzierung der Umweltbelastung sowie an den günstigen Energiekosten pro Kilometer lagen“, erklärt Trommer.

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Dr. Jörg Hermsmeier, Leiter Forschung und Entwicklung beim Energieversorger EWE, beim Stromtanken: Fahrer von Elektroautos fahren täglich im Schnitt 43 Kilometer, ergab eine repräsentative Umfrage.

Foto: EWE

Es ist aber nicht die abgehobene elitäre Schicht der Superverdiener, die den Schritt hin zu einem Elektroauto tatsächlich gemacht hat. Die privaten Nutzer sind – das ist im Rahmen der Erwartung – zu 89 Prozent männlich. Sie sind – auch das im Erwartungsrahmen – im Durchschnitt 51 Jahre alt.

Aber: Knapp die Hälfte verfügt über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von 2000 bis 4000 Euro. „Interessanterweise widerlegt dies das bisherige Vorurteil, Käufer von Elektrofahrzeugen seien ausschließlich im hochgebildeten Milieu zu finden und hätten ein überdurchschnittliches Einkommen. Diese Werte sind vergleichbar mit denen von Käufern herkömmlich angetriebener Neuwagen beziehungsweise junger Gebrauchtwagen“, stellt Stefan Trommer fest.

Fahrer von Hybrid-Fahrzeugen fahren größere Strecken

Interessante Unterschiede gibt es zwischen den Fahrern von Elektroautos und Hybridfahrzeugen. Die Möglichkeit, jederzeit auf einen Verbrennungsmotor umschalten zu können, wenn der Ladezustand der Batterie kritisch ist, scheint für die meisten Nutzer von Elektrofahrzeugen nicht wichtig zu sein. Allerdings fahren die Plug-in-Hybrid-Benutzer im Jahr mehr. Sie machen mit 13.700 Kilometer rund ein Drittel mehr Strecke, als die Nutzer batteriebetriebener Elektroautos: Die legen im Jahr nur 10.400 Kilometer zurück.

Der Unterschied ist bei den gewerblich genutzten Plug-in-Hybriden im Gegensatz zu den batteriegetriebenen Autos wesentlich ausgeprägter. Die Hybride kommen auf rund 17.000 Kilometer im Jahr, die batteriegetriebenen Autos nur auf 10.500 Kilometer. Die dabei rein batteriegetrieben gefahrene Strecke ist allerdings fast gleich und unterscheidet sich nur um zwei Kilometer pro Tag.

Eine Zahl zum Schluss: Wenn in Deutschland im Jahre 2020 wirklich einmal eine Million zugelassener Elektrofahrzeuge herumfahren, wie es das politische Ziel der Bundesregierung ist, dann wird der Stromverbrauch im Verkehr auf rund 3,24 Milliarden Kilowattstunden ansteigen. Gemessen am gesamten deutschen Stromverbrauch von 573 Milliarden Kilowattstunden, prognostiziert für das Jahr 2020, wäre der Anteil der Elektromobilität damit gerade einmal bei 0,6 Prozent des Stromverbrauchs. Das sollte beherrschbar sein.

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Von Detlef Stoller
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kommentare
04.05.2014, 11:26 Uhr Holzwurm
Interessanter Artikel, mit interessanten Zahlen! Es würde gehen, so hört und liest man an vielen Orten. Wie gesagt "es würde gehen", es geht aber nicht! Gründe aus meiner Sicht sind vielfältig. Ganz vorne steht der Preis. Ein Preis der deshalb so hoch ist, ja sein muss weil die Fahrzeuge mit dermassen viel Technologie, meist unnötige Technologie,ausgerüstet sind, die kein Mensch bisher gebraucht hat und in Zukunft auch nicht braucht! Technologien die es möglich machen das Autos in Zukunft ohne menschlisches Zutun fahren werden. Würde die Autoindustrie Fahrzeuge für den normalen Autofahrer bauen, die bezahlbar und dennoch sicher sind würde wohl auch die Akzeptanz sowie die Kaufbereitschaft steige. Kein normaler Autofahrer benötigt ein Fahrzeug das mit einer Ackuladung mindestens 600 Km weit fahren kann. Niemand benötigt ein Fahrzeug dass in weniger als 5 Sekunden auf Hundert Stundenkilometer beschleunigt und eine maximale Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometer und mehr erzeugt! Bedenkt man noch dazu, dass diese Geschwindigkeiten real niergends gefahren werden können! Was wir brauchen sind Fahrzeuge deren Reichweite bei 150 bis 200 Km und deren Geschwindigkeit zwischen 130 bis 150 Stundenkilometer betragen. Ideal, eine Ackuzusatzpackung die im Bedarfsfall die Reichweite erhöht. Diese kurzzeitig an Tankstellen und Werkstätten auszuleihen. Das wär es. Die Realität sieht aber zur Zeit so aus: Mit Milliarden erforschte Fahrzeuge (BMW) für horrendes Geld, mit geringer Reichweite und fast dreissigjähriger Forschungszeit. Kleine aus, Fernost, kommende Produkte die für viele ausreichend wären, aber einfach zu teuer!

Massenhaft wird geforscht und gerechnet und verhandelt! Immer wieder ist ein Hauptpunkt die Normung von Systemen, klar jeder hat das beste System aber kein System ist kompatibel zu einem Anderen. Wo sind die Zeiten da man allerorts von Synergieeffekten sprach. Von Systemen die ein Entwikler einem anderen Entwikler zum Einsatzt überlies. Natürlich nicht kostenfrei, aber zu vernünftigen Gebühren. Heute hat man nicht einmal eine Normung für die möglichen Ackus, aber man schwadroniert grosspurig über Induktive Ladestationen und hat in ganz Deutschland keine Hundert normale Ladestationen an den Autobahnen.

Es scheint mir als ob man nicht im Normalmass, sondern nur im Superlativ etwas produzieren will. Die Autoindustrie in Deutschland verschenkt hier Abermilliarden an Umsatz und Entwicklung! Bleibt fast nur zu hoffen, dass andere, insbeonders in Fernost ihre Lücke entdecken und das Gewünschte Produkt anbieten. Deutschland wird dann wieder mit vielen Subventionsmilliarden die "Notleidende Autoindustrie" unterstützen! Vielleicht aber auch nicht, (ich würde es mir wünschen)!

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