20.05.2014, 13:53 Uhr | 0 |

Spritspar-Marathon in Rotterdam Ein Liter Benzin reicht für 3315 Kilometer

Beim Shell Eco-Marathon in Rotterdam geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern ums Spritsparen. Schüler und Studenten treten mit selbst gebauten Autos an, um herauszufinden, wer mit einem Liter Sprit am weitesten kommt. Dieses Jahr schaffte der Sieger 3315 Kilometer, der Rekord von 2010 liegt bei 4896 Kilometer.

ProTRon
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Gleich mit zwei Wagen machte die Hochschule Trier beim Shell Eco-Marathon mit, einer davon der ProTRon.

Foto: Hochschule Trier

Bei der 30. Ausgabe des weltweit größten Spritspar-Wettbewerbs, zu dem 40.000 Zuschauer am Wochenende nach Rotterdam gekommen waren, hatten die Franzosen die Nase vorn. Traditionell stellen sie die meisten Teams beim Shell Eco-Marathon. Die Mannschaft „Microjoule“ kam mit einem Liter Benzin umgerechnet 3315 Kilometer weit. Den aktuellen Rekord, der seit 2010 ungebrochen ist, hält ebenfalls ein französisches Team. Die Studenten der Polytechnischen Hochschule Nantes waren damals 4896 Kilometer weit gekommen. Als Antrieb nutzten sie einen Elektromotor, der von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle mit Strom versorgt wurde.

Gefahren wird in zwei Klassen: Prototypen und straßentaugliche Autos

229 Mannschaften aus insgesamt 26 Ländern hatten sich in Rotterdam angemeldet, davon kamen 20 aus Deutschland. Teilnehmen dürfen Berufsschüler und Studenten zwischen 16 und maximal 25 Jahren. Das Ziel ist einfach formuliert: ein Fahrzeug zu konstruieren, das mit möglichst wenig Kraftstoff möglichst weit fährt. Um die Ergebnisse überhaupt miteinander vergleichen zu können, fahren die Teams in unterschiedlichen Klassen. Bei den „Prototypen“ geht es um Effizienz und der Konstruktion sind keine Grenzen gesetzt. Die Kategorie „Urban Concept“ soll dagegen auch für den Straßenverkehr geeignet sein und beispielsweise einen Kofferraum haben. Rückspiegel, Sicherheitsgurte, Feuerlöscher und Überrollbügel sind auch für die anderen Fahrzeuge vorgeschrieben.

Pro Klasse wird dann noch einmal nach der Art des Brennstoffes unterschieden: Brennstoffzelle, Solar, Benzin, Diesel, Alternativ Benzin, Alternativ Diesel. Nun müssen die Autos zehn Runden auf einer 16,3 Kilometer langen Strecke in maximal 39 Minuten absolvieren. Danach wird der Kraftstoffverbrauch ermittelt und dann hochgerechnet, wie weit das Fahrzeug gekommen wäre, wenn es einen ganzen Liter Kraftstoff oder dessen Äquivalent verbraucht hätte.

Von 20 deutschen Mannschaften kamen fünf aufs Siegertreppchen

Von den 20 deutschen Mannschaften kamen fünf aufs Siegertreppchen. Die Studenten der Hochschule Offenburg gewannen sogar die Kategorie Urban Concept/Diesel. 389 Kilometer legte der von den Studenten konstruierte „Schluckspecht“ mit einem Liter Kraftstoff zurück und machte damit seinem Namen eigentlich wenig Ehre. Das Team gewann jedoch nicht nur den Wettbewerb, sondern stellte auch den bisherigen Streckenrekord in dieser Kategorie ein. Knapp 75 Kilometer weiter rollte der „Schluckspecht“ als der bisherige Rekordinhaber. Neben dem Preisgeld von 3000 Euro gab es dafür auch noch einen Sonderpreis von Shell für den Einsatz von speziellen Schmierstoffen.

Auch die Mannschaft „Lausitz Dynamics“ aus den anwendungsbezogenen Studiengängen Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg waren in der Kategorie Prototyp/Batterieantrieb erfolgreich. Das Energiesparmobil „SunLaDay“ kam 839,46 Kilometer weit und belegte damit den dritten Platz. Das Team der Hochschule Trier hatte sogar zwei Fahrzeuge am Start und belegte mit einem Wasserstoffantrieb-Modell und 338,6 Kilometern Reichweite den dritten Platz. Das zweite Auto aus Trier, ein elektrisch angetriebenes Urban Concept-Fahrzeug schaffte mit einer Kilowattstunde rund 219 Kilometer, was für den zweiten Platz reichte. Einen zweiten Platz erreichte auch das Team der Technischen Universität Ingolstadt in der Kategorie Urban Concept/Ethanol. 223 Kilometer weit fuhr das Ethanol-Auto, musste sich aber gegenüber den dänischen Siegern, die immerhin knapp 600 Kilometer erreichten, deutlich geschlagen geben.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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