09.01.2014, 12:19 Uhr | 0 |

PSA mit neuem Großaktionär Dongfeng und Peugeot wollen robuste Autos für Südostasien entwickeln

Nach relativ kurzen Verhandlungen mit Peugeot hat sich das chinesische, mehrheitlich staatliche Automobilunternehmen Donfeng mit vier Milliarden Euro Euro am angeschlagenen französischen Autobauer beteiligt. Beide Unternehmen wollen vor allem neue Modelle für Südostasien entwickeln.

Konzeptstudie "Moovie" von Peugeot
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Konzeptstudie "Moovie" von Peugeot aus dem Jahr 2005 auf der Frankfurter IAA: Auf den Markt kam die Studie nie. Inzwischen hat Peugeot große Probleme durch seine Abhängigkeit vom europäischen Markt. Jetzt will der Autobauer zusammen mit dem chinesischen Partner Dongfeng einfache und kostengünstige Autos für Südostasien entwickeln.

Foto: dpa/Boris Roessler

Der viertgrößte chinesische Autohersteller ist die wohl letzte Chance des PSA-Konzerns (Peugeot, Citroën), endlich aus der Krise zu fahren. Mit Hilfe Dongfengs könnte Peugeot sich endlich ein Stück unabhängiger machen vom europäischen Markt und vom Wachstum in Asien profitieren.So wollen beide Unternehmen gemeinsam neue Modelle für die boomenden Märkte in Südostasien entwickeln.

Dort sind vor allem robuste und preisgünstige Autos und Nutzfahrzeuge gefragt. Die Kombination von robust und einfach wollen Dongfeng und Peugeot durch den Bau eines neuen Werkes in der Region lösen.

Da Peugeot aber durch eine viel zu lange Konzentration auf den europäischen Markt finanziell massiv angeschlagen ist, braucht das französische Unternehmen nicht nur Kapital für die Verwirklichung der südostasiatischen Pläne, sondern auch Geld zum Überleben. Das soll nun durch die Finanzmittel von Dongfeng gesichert werden. Künftig hat Peugeot drei große Aktionäre: den französichen Staat, Dongfeng und die in sich zerstrittene Familie Peugeot. Kritiker aus der Automobilwirtschaft sehen das Problem darin, dass die drei Hauptaktionäre kaum an einem Strang ziehen werden und sich gegenseitig blockieren könnten.

Dongfeng ist einer der größten chinesischen Autoproduzenten

Das erst im Jahre 1969 geschaffene Unternehmen, das anfänglich als Second Automotive Works firmierte und erst nach mehreren Jahren den Namen Dongfeng oder übersetzt Ostwind annahm, ist inzwischen der viertgrößte Automobilhersteller Chinas. Dabei hat sich Dongfeng in jüngerer Zeit massiv gewandelt. Noch 2001 bestand die Produktion zu 73 Prozent aus Lastwagen. 2012 stellte Dongfeng 3,76 Millionen Kraftfahrzeuge her und setzte damit gut 69 Milliarden US-Dollar um.

Dongfeng hat die meisten Auslandspartner der chinesischen Autohersteller

Von den Konkurrenten in der chinesischen Autoindustrie hebt sich Dongfeng dadurch ab, dass das Unternehmen in erheblichem Maße gemeinsam mit ausländischen Autofirmen Fahrzeuge herstellt. Partner sind neben PSA auch Kia, Honda und Nissan sowie im Nutzfahrzeugbereich Volvo. In den allermeisten Fällen produzieren diese Joint Ventures in China ausländische Fahrzeuge für den Absatz in der Volksrepublik.

Eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schweden

Die Auslandsinteressen von Dongfeng gehen aber schon seit längerer Zeit deutlich über den gemeinsamen Fahrzeugbau für den chinesischen Markt hinaus. So betreibt Dongfeng schon seit mehreren Jahren ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schweden.

Soweit es um die Zukunft der Automobiltechnik geht, arbeitet Dongfeng auch an der Entwicklung von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die ersten Elektroautos sollen in etwa zwei Jahren auf den Markt kommen. Dongfeng arbeitet an besonders einfachen, kostengünstigen Elektrofahrzeugen.

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Von Peter Odrich
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