22.02.2016, 14:52 Uhr | 0 |

KBA kritisiert Mehrverbrauch Dieselskandal: Rückruf des Passat wird verschoben

Man stelle sich vor, alle VW-Diesel mit Schummelsoftware verbrauchen nach dem Update einen halben Liter mehr Kraftstoff. Wegen dieser Befürchtung hat das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf der betroffenen Passat-Modelle ausgesetzt. Eigentlich sollen die ersten Autos am 29. Februar in die Werkstatt rollen.

Produktion des VW Passat im Werk Emden
Á

Produktion des VW Passat im Werk Emden: Der Rückruf der vom Dieselskandal betroffenen Modelle wurde ausgesetzt. Das Problem: Nach dem Update verbrauchen die Autos mehr, ohne dass die NOx-Belastung sinkt. Das gefällt dem Kraftfahrt-Bundesamt gar nicht.

Foto: Nigel Treblin/VW/dpa

Derzeit führt das KBA mit Volkswagen Gespräche über das Software-Update, meldet Spiegel online. Anlass für die kurzfristige Aktion ist das Testergebnis von zwei VW Amarok, deren Verbrauchs- und Abgaswerte die Redaktion von auto motor und sport vor und nach dem Update gemessen hatte. Das überraschende Ergebnis: Die NOx-Werte, um die es bei dem Update eigentlich geht, blieben gleich, aber der Verbrauch stieg bei den beiden Autos um 0,5 und 0,7 Liter auf 100 Kilometern. Das bedeutet: Der Ausstoß von Stickoxiden bleibt hoch, der Ausstoß von CO2 steigt sogar noch an.

Nun will das KBA mit VW das Software-Update noch einmal besprechen. Dabei geht es um die Umrüstung des Skandalmotors EA189. Der 2.0-Liter-Diesel-Motor treibt aber nicht nur die 8000 betroffenen Amarok an, sondern auch den Passat, der als nächstes in die Werkstatt soll.

Weltweit sind von den Manipulationen mehr als elf Millionen Fahrzeuge betroffen, in Deutschland sind es 2,4 Millionen. Der Amarok war das erste Modell, das von VW nachgebessert wurde. 

Dieselabsatz in den USA geht zurück 

Der ganze Skandal, der inzwischen die Absatzzahlen von VW belastet, hat inzwischen auch Auswirkungen auf andere Hersteller. So sind die Verkaufszahlen von Dieselfahrzeugen in den USA stark zurückgegangen. Davon ist nicht nur VW betroffen. Mercedes hatte im Januar ein Minus beim Absatz von Dieselautos von 65 % im Vergleich zum Januar 2015. Die Stuttgarter verkauften nur noch 334 Diesel.

62 % weniger verkaufte BMW, das entsprach 205 Autos. Diese Zahlen zeigen aber auch: Große Absätze erzielten beide Hersteller aber auch im vergangenen Jahr nicht mit Dieselautos. In den USA liegt der Dieselanteil bei Mercedes unter fünf Prozent.

Anzeige
Von Axel Mörer-Funk
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden