10.02.2014, 15:12 Uhr | 0 |

Fahrzeugkonzept für Schwellenländer Der Renault Kwid hat eine Drohne auf dem Dach

Ein Auto, das auf dem Dach eine Drohne trägt, stellt der französische Autohersteller Renault derzeit auf der AutoExpo in Neu Delhi vor. Der Clou des Konzeptautos Kwid ist die Drohne, die dem Fahrer Gefahrenstellen zeigen und Stauenden erkunden soll. Renault drängt mit dem Kwid auf den Markt der Schwellenländer.

Innenraum des Renault Kwid
Á

Neben dem Fahrer in der Mitte können zwei Beifahrer links und rechts sitzen. Das ungewöhnliche Auto wird derzeit auf der AutoExpo in Neu Delhi vorgestellt. Es verfügt sogar über eine im Dach untergebrachte die Drohne, die Verkehrsinformationen liefern soll.

Foto: Renault

„Flying Companion“ nennt Renault seinen mit einer Kamera ausgestatteten Quadrokopter, der von einer ausklappbaren, drehbaren Partie des hinteren Dachs des Kwids seine Erkundungsflüge starten soll. Der Flugroboter soll für den Fahrer zum Beispiel das Ende eines Staus erkunden, soll Hindernisse auf der Straße entdecken oder auch ganz einfach nur Videoaufnahmen der schönen Landschaften machen, durch die der stolze Kwid-Pilot sein Auto steuert.

Der „Flying Companion“ soll das Stauende finden

Lenken darf der Fahrer seine Drohne nicht selber, diese Aufgabe übernimmt der Beifahrer. Fehlt der, kann der Flugroboter im automatischen Modus mit einer vorprogrammierten, vom GPS-System kontrollierten Flugroute abheben. Manuell lässt sich der fliegende Kompagnion auch von einem Tablet steuern. Per Funk sendet die Drohne ihre Erkenntnisse über die Stausituation an das Navigationssystem des Kwid.

„Junge Kunden in Indien setzen auf Trends“, glaubt Gilles Normand, Renault-Chairman für die Region Asien-Pazifik, an den Erfolg solcher Hightech-Systeme in einem Schwellenland. Diesen Trend bedient Renault zudem mit dem dynamischen Design des Kwid. Das Renault Kwid Concept ist vor allem ein Lifestyle- und Familienfahrzeug.

Das Design des Renault Kwid Concept ist eigenwillig. Extrem kurze Überhänge und groß dimensionierte Räder, die über die Radhäuser hinausragen, prägen das Bild des in grau und gelb gehaltenen Kwid. Über die Radhäuser wölben sich bullige Kotflügel, zusätzliche Seitenschutzleisten geben dem Renault Kwid das durchaus robuste Erscheinungsbild eines Offroaders. Eines sehr kompakten Offroaders dazu: Der Kwid kommt von der Schnauze bis zum Heck mit 3,60 Metern aus.

Kompakter Offroader ohne Allrad-Antrieb

Der kompakte SUV hat aber nur einen Antrieb für die beiden Vorderräder, ist also kein Allradfahrzeug, er bläst sich somit optisch ein wenig auf. Das Konzeptauto Kwid kommt mit einem 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbo aus dem bestehenden Renault-Modellprogramm daher. Der Ottomotor bietet in den europäischen Modellen ausreichende 120 PS.

Der Kwid ist aber auch schon für einen Elektroantrieb vorbereitet und bietet Platz für Batterien. Die Ladesteckdose verbirgt sich elegant hinter dem großen Renault-Logo. Der Hersteller hat den Kwid mit einem EDC-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet, ebenfalls aus dem bestehenden Renault-Sortiment. Das Besondere: Diese Kupplung wird per Tastendruck neben dem Lenkrad gesteuert. Im Fußraum befinden sich nur ein Gas- und ein Bremspedal.

Der Kwid ist für Rechts- und Linksverkehr geeignet

Beim Blick in das Innere des Kwid fällt eines sofort auf: Der Fahrer sitzt in der Mitte. Der Vorteil sticht ins Auge: Dieses Auto kann sowohl im Rechts- wie auch im Linksverkehr sicher gesteuert werden. Der Fahrersitz ist elektrisch verstellbar und ruht auf einer zentralen Schiene. Links und rechts vom Fahrer sitzen leicht nach hinten versetzt die Beifahrer. Im Fond des einem Vogelnest nachempfundenen Innenraums finden zwei weitere Mitfahrer ihren Platz.

Die organischen Formen der Sitze erinnern an verwobene Äste. Aber die Leichtigkeit und Luftigkeit der Materialien sind eben auch ein Statement des Herstellers für den Zielmarkt Schwellenländer: Denn dort herrscht zumeist ein heißes Klima, ein luftiger Innenraum kommt da erst einmal gut an. Der Kwid punktet zudem mit einer Zwei-Zonen-Klimaanlage.

Elektrische Schwingtüren und zentraler Tablet-Computer

Der Kwid ist kein Billigauto: Die staubigen Straßen leuchtet der Kwid mit LED-Hauptscheinwerfern hell aus. Seine Schwingtüren lassen sich elektrisch öffnen und schließen. Die Zweifarbenlackierung in Grau und Goldgelb ist auch mehr als der Einheitsfarbtopf. Dazu bietet Renault den wohl etwas besser betuchten potentiellen Kunden einen Bedien-Touchscreen mit Internetverbindung. Anstelle eines konventionellen Instrumententrägers bündelt ein zentraler Tablet-Computer alle Bedienfunktionen des Kwid.

Entwickelt hat das Kwid-Konzept ein Designer-Team aus Frankreich, Indien, Russland, Japan und Brasilien. Die Kwid-Studie ist die erste Renault-Konzeptstudie eines Autos der Zukunft, die außerhalb von Europa ihr Debüt hat.

Dass sich Renault für die Präsentation Indien ausgesucht hat, ist verständlich: Indien ist für den französischen Hersteller einer der wichtigsten Märkte außerhalb Europas. Umgekehrt ist Renault der wichtigste europäische Hersteller in Indien. Mit einem Absatzplus von 83,1 Prozent verdoppelte die Marke nach eigenen Angaben 2013 ihren dortigen Marktanteil nahezu auf 2,6 Prozent. Dieser Erfolg spornt an. Marktführer in Indien ist Maruti-Suzuki mit einem Marktanteil von 43 Prozent, gefolgt von Hyundai mit 15 Prozent und Mahindra mit knapp 10 Prozent Marktanteil.

Anzeige
Von Detlef Stoller
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden