11.09.2014, 11:09 Uhr | 0 |

Kameras überwachen Bald passen die Autos auf die Fahrer auf

Wenn der Fahrer abgelenkt ist, ereignen sich Unfälle umso häufiger. Diese Binsenwahrheit hat den amerikanischen Autobauer General Motors veranlasst, ein elektronisches System zu entwickeln, das ständig beobachtet, ob sich der Fahrer tatsächlich auf die Straße konzentriert. Ist das nicht der Fall mahnt das Gerät ihn, dies schnell wieder zu tun. 

Autofahrerin mit Handy am Steuer
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Am Steuer telefonieren erhöht die Unfallgefahr ebenso wie Müdigkeit: General Motors hat ein System entwickelt, das unaufmerksame Autofahrer warnt. Es basiert auf Kameras, die jede Augen- und Kopfbewegung des Fahrers registrieren. 

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Das neue Warnsystem ist fertig entwickelt, General Motors (GM) hat bereits den ersten großen Produktionsauftrag an einen Zulieferer vergeben. Er ging an den japanischen Autozulieferer Takata, der eine Vielzahl von Sicherheitsausrüstungen für Kraftfahrzeuge produziert. Das beginnt mit  Anschnallgurten und reicht bis zu Geräten, die den Fahrer beim unvermittelten Abkommen von der Fahrspur warnen.

GM hat Produktion von 500.000 Warnsystemen in Auftrag gegeben

Takata wird über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren zunächst einmal eine halbe Million dieser Warngeräte liefern. Aus der relativ hohen Stückzahl lässt sich schließen, dass GM keineswegs vor hat, sie nur in die Spitzenmodelle des Konzerns einzubauen.

An der Entwicklung des Warngeräts ist auch die australische Gesellschaft Seeing Machines, die in London börsennotiert ist, beteiligt.

Kameras beobachten ständig den Fahrer

Das GM-Warngerät arbeitet mit Kameras, die während der Fahrt ständig sowohl den Kopf- als auch den Augenbewegungen des Fahrers folgen. Eine akustische Warnung wird dann abgegeben, wenn der Fahrer weniger als eine bestimmte Quote der Fahrzeit entweder nicht auf die Straße vor ihm oder nicht in den Rückspiegel schaut. Dabei unterstellt das System, dass sich der Fahrer in den Zeiten der Unachtsamkeit entweder auf sein Mobiltelefon, seinen iPad oder etwa ein Fernsehbild konzentriert und damit unter Umständen einen Unfall heraufbeschwört.

Weitergehende Nutzung der Beobachtungsdaten nicht ausgeschlossen

Zumindest in der Anfangsphase des neuen Systems bleibt es bei dessen Warnfunktion. Es wird nicht festgehalten, wie häufig der Fahrer gewarnt wird geschweige denn die Zahl der Ermahnungen im Wege der Datenfernübertragung an ein Zentralregister oder Dritte weitergemeldet.

Doch schon jetzt gibt es durchaus Interessenten für derartige Daten. Das beginnt bei den Automobilherstellern und reicht bis zu den Versicherungsunternehmen, die schon länger nach elektronischen Mitteln suchen, um die Fahrqualität ihrer Kunden besser überwachen zu können. General Motors lehnt es ausdrücklich ab, sich über zukünftige Pläne im Blick auf diese Daten zu äußern.

Der Chef von Seeing Machines, Ken Kroeger ist in seiner Kommentierung nicht ganz so verschlossen. Er meint:  “Mit Sicherheit verkauft man keine Autos. Sexy verkaufen sich Autos. Aber wenn die Kameras dann schon mal im Auto sind, dann lassen sie sich natürlich auch für ganz andere Dinge nutzen.” Zunächst aber hat der Autobesitzer auch die Möglichkeit das Warnsystem zu deaktivieren. 

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Von Peter Odrich
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