03.05.2016, 11:22 Uhr | 0 |

Theoretisch 300 km weit BMW spendiert dem i3 gegen Aufpreis stärkere Batterie

Er ist wirklich kein billiges Auto, der i3 von BMW. Aber wer mit dem Elektroauto bei einer Fahrt von Köln nach Frankfurt nicht im Taunus liegen bleiben will, der muss noch tiefer in die Tasche greifen. BMW spendiert dem Stadtflitzer eine stärkere Batterie. Die Reichweite soll bei fast 300 km liegen. Rein theoretisch.

BMW i3 im Polizeieinsatz
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BMW hat dem i3 eine neue, leistungsstärkere Batterie spendiert. Damit soll das Elektroauto bis zu 190 km weit kommen. Das wird auch die Polizei freuen, die schon einige i3 im Einsatz hat.

Foto: BMW

Auch mit der neuen Batterie wird der BMW i3 Frankfurt nur mit Ach und Krach erreichen. Denn die theoretische Reichweite von fast 300 km wird er im Praxiseinsatz kaum schaffen. Die Medien sprechen derzeit von 190 km, die realistisch am Stück mit dem Auto gefahren werden können, BMW selbst nennt fast 200 km. Genau weiß das niemand. Noch ist ja keiner mit der neuen Batterie gefahren.

Batteriekapazität steigt von 22 auf 33 kWh

Der neue Lithium-Ionen-Akku ist zwar genauso groß wie der bisherige Akku, hat aber eine größere Energiedichte. Wie BMW mitteilt, erreicht die verbesserte Batterie eine Kapazität von 33 kWh. Die alte Batterie kommt auf 22 kWh. Für den leistungsfähigeren Akku verlangt BMW 1200 Euro extra zum Basispreis des i3 von knapp 35.000 Euro. Da kommt ja die Kaufprämie der Bundesregierung und Autoindustrie in Höhe von 4000 Euro für den Kauf von Elektroautos gerade recht.

Bei einem theoretischen Normverbrauch von 12,6 kWh auf 100 km (NEFZ) käme der i3 auf theoretisch 262 km. Vielleicht ließen sich noch ein paar Kilometer durch die Rekuperation herausholen. Angesichts der niedrigen Temperaturen, dem Wunsch nach Wärme und Klimaanlage, Musikgenuss während der Fahrt und der Nutzung elektronischer Extras wie Navi weiß man zwar, wie man nach Frankfurt kommt, muss sich aber vorher erst einmal eine Stromtankstelle suchen.

Wem das zu unsicher ist, der kann weiterhin einen kleinen Zweizylinder-Benziner bestellen, der während der Fahrt Strom erzeugt und die Batterie auflädt. Dann sind auch wirklich lange Strecken mit dem i3 möglich. Eine Tankfüllung genügt, damit das Motörchen Strom für weitere 150 km erzeugt. Allerdings ist auch der Zweizylinder nicht gratis – Aufpreis 4500 Euro.

Ältere i3 lassen sich mit der neuen Batterie nachrüsten

Wer schon mit einem älteren Modell des i3 unterwegs ist, der seit zweieinhalb Jahren auf dem Markt ist, kann seine alte Batterie gegen die neue, leistungsstärkere austauschen lassen. Was das kostet, hat BMW allerdings noch nicht mitgeteilt. Die Fahrleistungen des i3 mit neuer Batterie sind trotz leicht erhöhten Fahrzeuggewichtes von 1245 kg fast unverändert. Das Auto beschleunigt in 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist eine Zehntelsekunde „langsamer“ als bislang.

Verbessert hat BMW auch die Ladetechnik des BMW, der sich nun deutlich schneller aufladen kann. Der neue i3 (94 Ah) kann dreiphasige Ladeströme mit 11 kW aufnehmen. Die bisherigen i3 (60 Ah) konnten nur mit einphasigem Wechselstrom bei 7,4 kW geladen werden. Deshalb soll der neue i3 trotz erhöhter Batteriekapazität in nur drei Stunden vollgetankt sein, wenn man eine AC-Schnellladesäule (Wechselstrom) gefunden hat.

An der normalen Steckdose mit 2,8 kW sind knapp zehn Stunden Ladezeit notwendig. Am schnellsten geht es an einer DC-Schnellladestation mit 50 kW (Gleichstrom). Dann ist der Akku nach knapp 40 Minuten zu 80 % wieder gefüllt. In der Zeit bekommt man noch nicht mal den Reiseführer Frankfurt durchgelesen.

Wie gut verkaufen sich Elektroautos eigentlich? Hier sind die zehn meisterverkauften Elektroautos in Deutschland.

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Von Axel Mörer-Funk
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