03.07.2014, 14:10 Uhr | 0 |

Rennen um die Marktführerschaft Autos können öfter iPhone als Android

Bei der Einbindung von Smartphone-Funktionen und -Apps in die Navigations- und Unterhaltungssysteme von Autos liefern sich die Apple und Google ein hartes Rennen. Beide Plattformen bieten unterschiedliche Funktionen, aber nicht jede Automarke kooperiert mit beiden. Zurzeit liegt Apple mit der Zahl der Unterstützer um eine Nasenlänge vorn. 

Apples CarPlay zur Integration von iOS-Geräten
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Kopf-an-Kopf-Rennen: Bislang unterstützen 29 Autohersteller Apples CarPlay zur Integration von iOS-Geräten, 28 Autofirmen setzten auf Googles Konkurrenzsystem Android Auto. 

Foto: dpa

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Apple und Google den Kampf um die gefühlt letzten Displays aufnehmen würden, auf denen noch keine bunten Symbole für allerhand Apps leuchteten: die Bildschirme von Navigations- und Radiogeräten in Autos, die sich prächtig mit den sowieso schon überall präsenten Smartphones verknüpfen lassen. Genau das ist vor kurzem passiert, und inzwischen ist das Wettrennen um die Marktführerschaft voll entbrannt. Die Konkurrenten liegen fast gleichauf – Apple allerdings derzeit um eine Nasenspitze vorn: 29 Autohersteller unterstützen Apples CarPlay zur Integration von iOS-Geräten, 28 Autofirmen setzten auf Googles Konkurrenzsystem Android Auto. Bei der Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen wiederum sieht die Sache anders aus, und das deutlich: Hier kann Google stolze 16 Partnerfirmen vorweisen, während Apple bisher gerade einmal zwei Technikpartner hat.

Microsoft spielt derzeit keine Rolle

Der Vollständigkeit halber sollte hier auch Microsoft noch genannt sein: Das System „Windows for Cars“ steckt noch in den Kinderschuhen und spielt zumindest derzeit noch keine nennenswerte Rolle beim Rennen der Giganten. Als es im April vorgestellt wurde, fehlte zum Beispiel noch der Sprachassistent Cortana – und auf den Sprachassistenten kommt es gerade bei der Vermarktung mit Autos an. Schließlich sollen die Dienste CarPlay, Android Auto und am Ende vielleicht auch Windows for Cars die Nutzung von Smartphone-Diensten in Verbindung mit dem Informations- und Unterhaltungssystem des Fahrzeugs möglich machen. Da der Fahrer sich unterwegs aber nicht mit Tasten und Bildschirmen beschäftigen kann (oder zumindest sollte), muss die Sprachsteuerung her. Vor allem auf Musik- und Kartendienste sowie auf die Telefonie-Funktion der Smartphones soll während der Fahrt zugegriffen werden können.

Beim Blick auf die Liste der angebundenen Automarken fällt auf, dass die meisten Hersteller beide Systeme unterstützen, aber eben doch nicht alle. Während  Audi, Opel, Ford, Volvo oder Fiat mit beiden Plattformen kooperieren, haben sich BMW, Mercedes, Ferrari und Jaguar bisher nur auf Apple konzentriert. VW und die Schwestermarke Skoda sowie Maserati und Bentley dagegen setzen derzeit noch voll auf Android Auto. Soweit, dass der Autokauf vom Smartphone-System abhängt, wird es aber wohl doch nicht kommen: Experten gehen davon aus, dass schon bald beide Systeme bei allen Automarken integrierbar sind.

Neuwagenkauf ist nicht unbedingt notwendig

Wer sich nicht extra einen neuen Wagen zulegen möchte, um sein Smartphone mit dem bordeigenen Navigations- und Unterhaltungssystem zu verbinden, kann seinen bereits vorhandenen fahrbaren Untersatz auch nachträglich damit ausstatten: Die Radio-Anlagen-Hersteller Alpine und Pioneer zum Beispiel kündigten bereits Nachrüstlösungen für das Apple-System an – in manchen Fällen wird noch nicht einmal ein neues Gerät benötigt, weil teilweise sogar ein Update der Firmware reicht.  

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Von Judith Bexten
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