17.12.2014, 12:15 Uhr | 0 |

BMW STELLT FORSCHUNGSFAHRZEUG VOR Auto sucht sich den Platz im Parkhaus selbst

An der Einfahrt zum Parkhaus ein Befehl per Smartwatch, und der BMW i3 sucht sich den Stellplatz selbst. Und bei der Rückkehr kann sich der Besitzer an der Ausfahrt abholen lassen. Möglich wird das durch ein System mit vier Laserscannern, das BMW im Januar in Las Vegas vorstellen wird.

BMW i3 mit Remote Valet Parking Assistant
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Kann schon alleine: Der Remote Valet Parking Assistant parkt den BMW i3 fahrerlos im Parkhaus ein und aus. 

Foto: BMW

Einparkhilfen sind schon fast Standard, Kollisionswarnsysteme auch. Auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto hat die Industrie schon einige Schritte getan. Die Entwicklung, die BMW im Januar auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentieren will, ist ein weiterer Mosaikstein.

Der Coup: Das System kommt ohne Positionssignal vom Satelliten aus. Damit soll auch in Gebäuden, wo das GPS oft versagt, eine sichere Orientierung möglich sein. Vier Laser scannen die direkte Umgebung ab und erkennen sowohl feste Hindernisse wie Pfeiler als auch bewegliche wie andere Autos. Bei einer drohenden Kollision wird automatisch gebremst. Lenkt der Fahrer um, löst sich die Bremse wieder.

System berechnet Ankunftszeit des Besitzers

Der „Remote Valet Parking Assistant“ soll aber noch mehr können, weil er die Laserscanner mit dem digitalen Lageplan eines Gebäude kombiniert. Aktiviert der Fahrer per Smartwatch den Assistenten, steuert das System das Fahrzeug selbstständig durch die Etagen, während der Fahrer bereits ausgestiegen ist.

Am Parkplatz angekommen verriegelt sich der Wagen selbst. Per Sprachbefehl kann er dann wieder abgerufen werden. Der i3 könne dann sogar anhand der Position des Besitzers dessen voraussichtliche Ankunftszeit am Parkhaus berechnen und rechtzeitig an der Ausfahrt vorfahren, verspricht BMW.

Parkhäuser müssen auf System ausgelegt werden

Die komplette Funktion ist allerdings nur dann möglich, wenn Gebäude auch darauf ausgerichtet sind. Es muss ein entsprechender digitaler Plan existieren, und etwa in einem Parkhaus dürfen dann keine Fußgänger mehr unterwegs sein. Deshalb ist die Entwicklung von der Markteinführung sicher noch Jahre entfernt. Andererseits seien viele technische Einrichtungen und Orientierungshilfen für den Fahrer im Parkhaus der Zukunft dann überflüssig, meint der Autobauer.

Auf dem Weg zum automatisierten Fahren

BMW sieht das System als „Meilenstein“ auf dem Weg zum vollautomatisierten Fahren. Seit vier Jahren arbeiten die Bayern auch an einem Versuchsfahrzeug, das selbstständig Gas gib, bremst und überholt. „Dies geschieht, angepasst an die momentane Verkehrssituation, in einem Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 130 km/h und unter Einhaltung aller Verkehrsregeln. Mittlerweile haben unsere Spezialisten rund 20.000 Testkilometer zurückgelegt“, heißt es bei BMW.

Für diesen Grad an Automatisierung ist vielfältige Sensortechnik nötig: Neben Kameras, Radar und Lidar (Abstandsmessung mit Laserstrahlen statt Funkwellen) hat der Versuchswagen sogar Ultraschalltechnik an Bord.

Viele andere Hersteller arbeiten ebenfalls an solchen weitreichenden Assistenzsystemen. So entwickelt Nissan ein Auto, das selbstständig die Fahrspur wechseln soll. Und der E-Auto-Pionier Tesla will schon 2015 ein Fahrzeug auf den Markt bringen, dass 90 Prozent der Steuerung selbst erledigt.

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Von Werner Grosch
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