08.03.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Belgian Building Award 2014 Wohnanlage im Eisberglook erhält Architekturpreis

Isbjerget im dänischen Aarhus hat den Belgian Building Award 2014 gewonnen. Der Wohnkomplex erinnert an einen Eisberg und soll Auftakt werden für ein großangelegtes Stadtentwicklungsprojekt, das den stillgelegten Industriehafen in ein lebendiges neues Wohnviertel verwandelt. 

Die Wohnanlage Isbjerget im dänischen Aarhus
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Mit einem Budget von 40 Millionen Euro entstand der Isbjerget. Insgesamt gibt es in der arktisch anmutenden Wohnanlage 208 ein- bis zweistöckige Wohnungen in der Größe zwischen 55 und 227 Quadratmetern.

Foto: JDS Architects

In Aarhus haben sich die Stadtentwickler viel vorgenommen. Wenn die zweitgrößte Stadt Dänemarks 2017 den Titel Kulturhauptstadt Europas tragen wird, soll auch am ehemaligen Industriehafen eine neue urbane Kultur zu besichtigen sein. Dort, direkt an der Wasserfront, entsteht das neue Stadtviertel De Bynære Havnearealer, übersetzt Stadt am Hafen, für 7000 Einwohner und mit 12.000 Arbeitsplätzen.

Der erste Teil des modernen Quartiers wurde im letzten Jahr fertiggestellt und hat bereits viel positive Resonanz erhalten. Nun wurde der Apartmentkomplex Isbjerget des belgischen Architekten Julien de Smedt mit dem Belgian Building Award 2014 ausgezeichnet.

Unterschiedliche Gebäudehöhen und schräge Dachflächen geben Blick frei

Dass die Wohnanlage an einen großen Eisberg erinnert und deshalb auch den Namen Isbjerget trägt, war nicht von Anfang an geplant. In der Ausschreibung für das neue Viertel vor über sechs Jahren war eigentlich eine geschlossene Blockrandbebauung vorgesehen.

Aber JDS Architects, das Architekturbüro von Julien de Smedt, ließ sich von der exponierten Lage am Pier 2 inspirieren und gestaltete die Wohnungen so, dass möglichst viele Bewohner den Blick aufs Meer genießen können.

Mit ihrem kühnen Entwurf gewannen die Architekten 2007 den Wettbewerb. Sie arbeiteten für das Projekt mit den Architekturbüros Cebra aus Dänemark, Search aus den Niederlanden und Louis Paillard aus Frankreich zusammen. 

Mit einem Budget von 40 Millionen Euro entstanden vier L-förmige Baukörper, die parallel zueinander liegen und sich Richtung Hafenbecken orientieren. Die unterschiedlichen Gebäudehöhen und schrägen Dachflächen fangen nicht nur möglichst viel Sonnenlicht ein, sondern geben auch Blickkorridore frei. Nun erinnern die scharfen Kanten der Architektur mit Spitzen und Tälern an das unregelmäßige Erscheinungsbild eines Eisberges. Dachflächen aus Zinkblech und eine Fassade aus weißen Terrazzo-Paneelen unterstützen diese Assoziation.

Optische Vielfalt und soziale Diversität

208 ein- bis zweistöckige Wohnungen in der Größe zwischen 55 und 227 Quadratmetern gibt es im Isbjerget. Im Erdgeschoss wurden zweistöckige Stadthäuser integriert, in den oberen Spitzen der dreieckigen Architekturformen liegen die exklusiven Penthäuser. Die Glaspaneele an den Balkonen nehmen das arktische Erscheinungsbild auf und schimmern in Abstufungen zwischen tiefem Blau und transparent. Im Kontrast dazu stehen die Böden der Balkone aus Holz in warmen Farben. 

Der neue Wohnkomplex mit einer Gesamtfläche von 22.000 Quadratmetern soll aber nicht nur optische Vielfalt bringen, sondern soziale Diversität anziehen. Deshalb wird ein Drittel Wohnungen als preiswerter Wohnraum vermietet, während andere Appartements als Eigentumswohnungen zum Verkauf stehen.

Der Eisberg ist eines der ersten realisierten Stadtentwicklungsprojekte, die auf dem stillgelegten Containerhafen in Aarhus entstanden sind. Das geplante neue Stadtviertel De Bynære Havnearealer soll in den kommenden Jahren entstehen und wird eine Gesamtfläche von 800.000 Quadratmetern haben. 

Julien de Smedt, der mit seinen Architekten Büros in Brüssel, Kopenhagen und Shanghai unterhält, hat bisher 40 Projekte in 35 Ländern verwirklicht. Aufsehen erregte auch 2010 die neue Holmenkollen-Skisprunganlage in Oslo. Die erste Skisprungschanze aus Stahl mit einer Höhe von 60 Metern wurde als modernste Schanze der Welt gefeiert. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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