24.07.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Höchster Wolkenkratzer „Sky City One“ in China soll in nur zehn Monaten stehen

Ein chinesisches Unternehmen will in der chinesischen Stadt Changsha den höchsten Wolkenkratzer der Welt in nur zehn Monaten Bauzeit errichten. Es wird eine Stadt in der Stadt werden. „Sky City One“ wird das derzeit höchste Hochhaus in Dubai um zehn Meter überragen. 

Sky City One
Á

Der mit 838 Metern höchste Wolkenkratzer der Welt "Sky City One" soll Wohnraum für 174.000 Menschen bieten. 

Foto: Broad Construction

Mit 838 Metern Höhe und 208 Stockwerken soll „Sky City One“ oder auf chinesisch "Tiankong Chengshi" noch höher werden als das derzeit höchste Gebäude der Welt Burj Khalifa im arabischen Dubai mit 829 Metern Höhe. Wenn „Sky City One“ fertiggestellt ist, werden die Chinesen in der Hauptstadt der Provinz Hunan mit sieben Millionen Einwohnern den höchsten Wolkenkratzer der Welt stehen haben.

Höchstes Fertighaus der Welt

„Sky City One“ soll in der unglaublich kurzen Zeit von nur zehn Monaten fertig sein. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel des chinesischen Bauherrn. Dafür will der Gründer und Vorstandschef der BSB-Gruppe, Zhang Yue, mit seinen Bauingenieuren eine spezielle Bauweise anwenden: Der Bau soll nach dem Fertighaus-Prinzip erfolgen. Etwa 90 Prozent des Hochhauses werden als Einzelteile in Fabriken vorgefertigt. Diese Teile werden dann nur noch in die Höhe zusammengesetzt. Der Rohbau von „Sky City One“ soll bereits im April 2014 abgeschlossen sein, sodass bereits im Mai oder Juni die ersten Mieter einziehen können. „Sechs Monate Bauzeit brauchen wir für das 27 Meter tiefe Fundament mit sechs Untergeschossen und Parkgaragen", erklärt der Bauherr. Danach werden laut Planung nur vier Monate benötigt, um den stadtartigen Wolkenkratzer mit 1,05 Millionen Quadratmetern Fläche auf dem Fundament hochzuziehen, zitierte Changshas "Xiaoxiang Morgenbote" Zhang Yue.

Stadt in der Stadt

Mit einer Million Quadratmeter Nutzfläche und 90 Aufzügen wird „Sky City One“ Wohnraum für 174.000 Menschen zur Verfügung stellen. Alles was man zum Leben benötigt, soll in dem Wolkenkratzer zu finden sein: Büros, Schulen, Krankenhäuser, Theater, Kinos, Ladeflächen und ein Hotel sowie 17 Landeflächen für Helikopter. Im Erdgeschoß soll ein riesiges Einkaufszentrum entstehen.

Am vergangenen Wochenende legte der Baukonzern "Broad Sustainable Building" (BSB) gemeinsam mit der Konstruktionsgesellschaft Nr. 5 den Grundstein für den pyramidenförmigen Bau „Sky City“.  Zhang Yue veranschlagt Kosten in Höhe von neun Milliarden Yuan, was etwa 1,1 Milliarden Euro entspricht.

Noch ist die chinesische Stadt Changsha völlig unbekannt. Dies wird sich ändern, sobald die chinesische Firma Broad Sustainable Building (BSB) mit dem Bau des Wolkenkratzers beginnen wird. Bekannt für den Blitzaufbau von Gebäuden, hat die Broad Group bereits im Juni 2010 ein 15-stöckiges Gebäude in nur sechs Tagen erstellt. Im Dezember 2011 wurde in nur 15 Tagen ein Gebäude mit 30 Stockwerken hochgezogen.

Sicherheitstests in drei Windtunneln

Bei „Sky City One“ soll mit der gleichen Bauweise verfahren werden. Doch viele Experten bleiben skeptisch. Für schlichtweg „verrückt“ hält diese Idee Yin Zhi, Professor für Architektur an der Universität Tsinghua. Er moniert auch, dass nicht geklärt sei, wie sich der Fertighaus-Wolkenkratzer im Falle eines Erdbebens oder Sturms verhalten wird und wie es sich dann um die Sicherheit der Bewohner im Notfall bestellt sein wird. Die Broad Group hält diese Skepsis für unbegündet. Sky City One würde alle Sicherheitsstandards erfüllen. In drei Windtunneln seien Tests der Gebäudestruktur vorgenommen worden und auch bei Erdbeben bis Stärke 9 sei die Sicherheit gewährleistet, erklärt die Group. 

Chinas Provinzen lieben es, prestigeträchtig in Superlativen zu bauen. Wie auch die reiche Provinz Zhejiang an der Ostküste Chinas. Dort wurde am Wochenende die längste Schrägseilbrücke der Welt mit 10,1 Kilometer über der Hangzhou-Bucht in Betrieb genommen. Die Jiashao-Brücke verfügt über acht Spuren und verbindet die Städte Jiaxing und Shaoxing. Und in zehn Kilometern Entfernung wird eine dritte Verbindung zwischen den zwei Städten gebaut: ein Unterwassertunnel in Rekordlänge soll Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Doch eins steht fest: „Sky City One“, die Stadt in der Stadt, wird alle anderen Rekordprojekte in den Schatten stellen. 

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Von Petra Funk
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