Fußball-EM 2012 „PGE Arena“ in Danzig gewinnt Stadium Business Awards 2012
Das "beste Projekt der EM 2012" laut UEFA, Polens "Gebäude des Jahres 2011", und seit Mitte Mai Preisträger eines Stadium Business Awards 2012
„PGE Arena“ gewinnt Stadium Business Awards 2012
Architektur und Design des preisgekrönten Stadions in Danzig entstanden in Anlehnung an die Geschichte der Stadt und der Region Danzig. Gemäß ihrer Seefahrthistorie erinnern das Stahltragwerk und die wellenartige Linienführung der Tribünen an die Hafenkräne der nicht weit entfernten Werften Danzigs sowie ans Meer. Die bernsteinfarbene Außenhülle versinnbildlicht das "Gold der Ostsee", für das die Region so bekannt ist.
Neben der Einbindung der Stadtgeschichte Danzigs in die Stadionkonstruktion überzeugten die Juroren bei der Vergabe der Auszeichnungen die Baustellenorganisation und die angewandten bautechnischen Lösungen. Das Tragwerk der knapp 176 Mio. € teuren und mehr als 42 000 Zuschauer fassenden Arena stellte für die Ingenieure eine große Herausforderung dar.
„PGE Arena“ besticht durch enorme räumliche Wirkung
Die 45 m hohe, 6440 t schwere Stahlkonstruktion besteht aus 82 sichelförmigen Trägern, die nicht horizontal mit den Tribünen verbunden sind. Sie bilden die Hülle des Stadions und überdachen selbsttragend Ränge. Die räumliche Wirkung ist enorm, kein Stützpfeiler behindert die Sicht auf das Spielfeld.
Die polnische Firma Martifer Polska war für die Tragwerksplanung und Konstruktion verantwortlich und setzte für diese komplexe Aufgabe die Building-Information-Modeling-Software "Tekla Structures" ein. Diese intelligenten Gebäude-Planungswerkzeuge ermöglichen nicht nur die Konstruktion des Gebäudes, sondern auch die umfassende Koordination und Kontrolle des gesamten Arbeitsprozesses.
"Von der Erstellung unterschiedlicher 3-D-Modelle der Stadionkonstruktion für die Stahlbauer bis zur Anfertigung von Montagedokumentationen zur Unterstützung der Mitarbeiter auf der Stadionbaustelle war die Software Tekla Structures ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit", erläutert Sylwester FaliÁski, Project Manager bei Martifer Polska. "Wir konnten den Konstruktionsprozess vor Beginn der Bauarbeiten simulieren und dadurch viele Probleme schon im Vorfeld aus dem Weg räumen." Auch die Koordination zwischen Bauingenieuren und Designern, die parallel arbeiteten, habe die Software vereinfacht, so FaliÁski.
17 000 Polycarbonatplatten lassen „PGE Arena“ von Weiß bis Gold schimmern
Das hervorstechendste Merkmal des Stadiondesigns ist die von Weiß bis Golden in sechs Farben schimmernde Außenhülle aus 17 000 Polycarbonatplatten. Um eine möglichst gute Belichtung des Rasens zu gewährleisten, wird die 45 000 m2 große Hülle nach oben hin durchsichtiger. Befestigt sind diese Platten auf einem Aluminiumtragwerk, das von den 82 Stahlträgern gehalten wird. Diese Trägerelemente haben ein Gewicht von jeweils 66 t und mussten während des Aufbaus durch eine Hilfskonstruktion im Inneren des Stadions gehalten werden. Auch diese Hilfsträger ließen sich in das digitale Gebäudemodell integrieren. FaliÁski: "Durch die detaillierten Angaben inklusive der Hilfskonstruktionen im Modell konnten wir dieses auch vor Ort nutzen."
"Die Ingenieure glichen die Plankoordinaten der Stahlträger mit ihrer tatsächlichen Position ab, während die Bauteile per Kran an ihren Platz gehoben wurden", erläutert FaliÁski das Vorgehen auf der Baustelle. "In Kombination mit der Simulation des Aufbaus konnten wir so viel Zeit sparen." Das sorgfältige Baustellenmanagement zahlte sich aus. Nach nur 26 Monaten Bauzeit war das Stadion fertiggestellt und wurde bereits im September 2011 eingeweiht. "Das EM-Stadion in Danzig war für uns eine große Herausforderung – nicht nur, weil ein Stadion natürlich ein sehr umfangreiches, komplexes Großprojekt ist, sondern auch weil das öffentliche Interesse so groß ist. Da wird jeder Baufortschritt genau beobachtet", meint FaliÁski. "Umso besser, dass die Abläufe reibungslos funktioniert haben."
Architektur der „PGE Arena“ greift Geschichte Danzigs auf
Obwohl die Architektur die Geschichte Danzigs aufgreift, ist das Stadion ein Projekt für die Zukunft. Der Bau ist Teil des Infrastrukturprojekts "Young City", das die Restaurierung und Modernisierung des alten Hafengeländes beinhaltet und das Stadtleben näher an die Ostsee verlagern soll. Das Stadion – nur 1 km von der Ostsee entfernt im Stadtteil Letnica gelegen – ist der zentrale Punkt dieses Großprojekts und verbindet die Altstadt, den Flughafen und die renovierte Hafenzone miteinander. Weitere, das Stadion umgebende Bauten greifen das bernsteinfarbene Design auf und können gemeinsam mit dem Stadion für kulturelle Veranstaltungen und Events genutzt werden.
Doch zunächst ist Zeit für Fußball: Die deutsche Nationalmannschaft hat in Danzig Quartier bezogen, vier Spiele finden in der PGE Arena statt, und Danzig rechnet in den nächsten Wochen mit 170 000 Fußballfans.
Der Autor ist Support Manager der Tekla GmbH.






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