10.02.2014, 17:29 Uhr | 0 |

Design-Wettbewerb gegen die Kälte Hängende Decken und begehbare Bälle gegen die Eiseskälte von Winnipeg

Im Winter sind der Red River und der Assiniboine River mitten im kanadischen Winnipeg zuverlässig zugefroren. Sie sind dann ein Eldorado für Schlittschuhläufer, die jedes Jahr auf der Suche nach guten Ideen sind, wie man sich am besten wärmen kann. Diesmal hat eine Designagentur aus Toronto mit knallbunten riesigen Spielbällen gewonnen.

Hütte zum Aufwärmen
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Architekten aus Toronto haben Aluminiumhütten entwickelt, die von bunten Schaumstoffborsten bedeckt sind. Außen sind die Hütten ein Kletterspaß, innen ein guter Schutz für die klirrende Kälte in Winnipeg.

Foto: Raw Design

Schnee und Eis ist ja in diesem Winter in Deutschland eher selten anzutreffen. Umso mehr davon gibt es derzeit in den USA und Kanada. Dort ist es teilweise so kalt, dass sogar ganze Flüsse zugefroren sind. Besonders kalt ist es traditionell in Winnipeg, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba. Winnipeg kann sich rühmen, mit einer Einwohnerzahl von rund 600.000 und Temperaturen um Minus 40 Grad Celsius die kälteste Stadt dieser Größenordnung außerhalb Sibiriens zu sein. Die dort lebenden Menschen sind enorm abgehärtet und lieben das Eis.

„Warming Hut“ ist ein Kunst- und Architektenwettbewerb auf dem Eis

Aus diesem Grund veranstaltet die Architektenkammer Manitobas jedes Jahr den Wettbewerb „Winnipeg Warming Hut competition“, um weltweit neue Ideen von einer wärmenden Hütte einzusammeln. Die Jury hatte in diesem Winter die Qual der Wahl, als es galt, drei Ideen aus 190 Einreichungen auszuwählen.

Hauptgewinner 2014 ist die kanadische Designagentur RAW Design aus Toronto. Ihre zündende und spaßige Idee überzeugte die Jury. Sie haben an den zugefrorenen Flüssen riesengroße Spielbälle aufgebaut, die den Skatern und Schlittschuhfahrern eine wärmende Unterkunft bieten und gleichzeitig selbst zum Spiel einladen.

Im Innern des Tragwerks entsteht ein beleuchteter Kern

Die Hütten erinnern in Farbe, Form und Konstruktion an die sogenannten Koosh-Bälle aus den 1980-ger Jahren. Die „Hütten“ bestehen aus einem Tragwerk aus hohlen Aluminiumröhren. So entsteht im Innern dieses Tragwerks ein beleuchteter Kern. Die Konstruktion wirkt dabei wie ein Iglu. Eine äußere Schicht aus dämmenden Schaumstoffborsten sorgt dafür, dass es im Innern der wärmenden Hütten angenehm warm wird. Zusätzlich ist im inneren Kern ein Heizstrahler integriert.

Die bunten Schaumstoffborsten geben den Installationen einen enorm spaßigen Look. Die Installationen laden förmlich ein, sich mit dem Design und der Funktion spielerisch auseinanderzusetzen. „Leute aller Altersgruppen, vor allem Kinder, waren hingerissen von den Skulpturen und beschäftigten sich mit ihnen in vielfältigster Weise: Sie sprangen hinein, kletterten darauf herum und nesteten sich drinnen ein“, berichtet Aaron Hendershott, einer der Designer von RAW Design, über den Erfolg der Aktion.

Nachts sind die kleinen Hütten sogar beleuchtet und strahlen in allen Farben. Ein Objekt, das die Konkurrenten klar in den Schatten stellte. Ebenfalls Architekten aus Toronto haben riesige rote Decken an Brückenkonstruktionen gehängt, in die sich die frierenden Eissportler einrollen und hin- und herschaukeln können. Auf Rang 3 kamen Kate Busby & Bella Totino aus Vancouver, die einen Windschutz in Segelform konstruiert haben. Dieses Segel stellt sich stets so in den Wind, dass die Menschen gut geschützt sind.

Beim diesjährigen „Warming Hut“-Wettbewerb war kein Thema vorgegeben, die Designer und Architekten hatten freie Hand. Die knallbunten wärmenden Hütten von RAW Design stehen nun seit Ende Januar bis in den beginnenden März hinein entlang des sogenannten Fork Rivertrails des Assiniboine River. Da kann man nur hoffen, dass es so lange kalt bleibt.

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Von Detlef Stoller
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