29.02.2016, 14:45 Uhr | 0 |

Milles Arbres in Paris Futuristischer Wohnkomplex bringt den Wald in die Großstadt

In der Großstadt inmitten von tausend Bäumen wohnen, genau wie im Wald? Das könnte in Paris bald Wirklichkeit werden. Dort plant ein Architekturbüro einen begrünten Wohnkomplex namens Milles Arbres. 1000 Bäume sollen Wurzeln schlagen. 

Entwurf zum Projekt Milles Arbes in Paris
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Schiff oder Gebäude? Der gläserne Wohnkomplex soll auf einer Brücke stehen, die über die Stadtautobahn führt.

Foto: Sou Fujimoto Architecs + Manal Rachdi Oxo Architectes + Compagnie de Phalsbourg + Ogic + Morph

Immer mehr Großstädte leiden an schlechter Luftqualität. Und immer mehr Architekten haben sich dieses Themas angekommen und wollen mit ihrem Schaffen dagegenhalten. So auch Sou Fujimoto, ein japanischer Architekt, der sich für Paris etwas Verrücktes hat einfallen lassen. Er möchte in der französischen Hauptstadt einen futuristischen Wohnkomplex errichten, der den Wald in die Großstadt bringt. 

Illustrationen des Projektes lassen Großes vermuten. Sie zeigen ein gläsernes Gebäude, das am Boulevard Pershing nahe La Défénse auf einer Brücke steht, die über die Stadtautobahn Périphérique führt. Es hat sieben Etagen und erinnert mit seinen schrägen Außenwänden an ein gigantisches Schiff. Im Inneren befinden sich 127 Mietwohnungen, Büros, Geschäfte, ein Kindergarten, Restaurants und ein Vier-Sterne-Hotel mit 250 Räumen. 

1000 Bäume verwandeln das Gebäude in einen Wohnwald

Richtig außergewöhnlich macht Fujimotos Idee Folgendes: Der japanische Architekt plant, 1000 Bäume pflanzen zu lassen. Und zwar nicht nur um das Gebäude herum. Sie sollen auch auf der riesigen Dachterrasse stehen, die Bewohnern dadurch Natur mitten in die Großstadt bringt. Sie können dort wie im Wald joggen oder spazieren. Auf der Dachterrasse stehen zudem kleine Satteldachhäuser. Sie bilden ein kleines, idyllisches und begrüntes Dorf mitten in der Großstadt – mit spektakulärem Ausblick auf den Eiffelturm.

Fujimoto erklärt, welche Rolle Bäume in seiner Arbeit spielen: „Bäume haben individuelle Komfortzonen, ohne sich voneinander zu isolieren. Zwischen ihnen gibt es vielschichtige Schattierungen und Abstufungen der Verbundenheit. Äste und Blätter ermöglichen das. In meiner Architektur ist es ähnlich. Statt Trennung schaffe ich Fragmentierung. Wie bei Notenblättern ohne Linien“, erklärt der Architekt dem Magazin Architektur&Wohnen. „Die Noten werden Schwärme. Abwechselnd verdichten sie sich, um sich wieder zu verlieren. Es gibt keine klaren Begrenzungen.“

Wird dieser Wohnwald tatsächlich Wirklichkeit werden?

Das ist noch unklar. Bislang haben Fujimoto und sein Projektpartner ­– das französische Architekturbüro Oxo – mit dem Projekt namens Milles Arbres (Tausend Bäume) den Ideenwettbewerb „Re-inventer Paris“ gewonnen. Oberbürgermeisterin Anne Hidalgo hatte ihn im November 2014 ausgerufen. Damit haben die Architekten die Genehmigung in der Tasche, den Entwurf auch zu realisieren. Die Umsetzung müssen sie allerdings noch mit Investoren aushandeln.

Videoquelle: Manal Rachdi/Oxo Architects

Doch längst nicht jeder ist vom Projekt überzeugt. „Millionen Menschen suchen bezahlbaren Wohnraum, auch in Paris herrscht Wohnungsnot“, kommentiert Internetuser Riccardo Stein einen Artikel der Huffington Post. „Statt elitär für Millionäre zu bauen, müssen endlich Wohnungen für Normalverdiener her.“

Mit seiner grünen Architektur steht Fujimoto nicht alleine da: Immer mehr Architekten verzieren Gebäude mit Bäumen und Pflanzen. Ingenieur.de zeigt Ihnen die grünsten Hochhäuser der Welt

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Von Patrick Schroeder
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