05.09.2015, 07:33 Uhr | 0 |

Umweltverträglich? Feriendomizil am Rand der Wüste

Ein reicher Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate lässt sich ein komplett mit Fotovoltaik versorgtes Ferienhaus bauen. Das liegt im Trend: Das Land will zum ökologischen Musterknaben werden.

Feriendomizil in der Wüste
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Das Bild zeigt keine gigantische Schneeflocke von einem anderen Stern, sondern die Pläne für ein Feriendomizil in der Wüste.

Foto: Baharash Architecture

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAR), eher als Energieverschwender wahrgenommen, wollen zum ökologischen Musterland werden. Die Voraussetzungen sind da. Nahezu täglich scheint die Sonne aus wolkenlosem Himmel. Daraus ließe sich Strom im Überfluss gewinnen. Genau das wollen die Herrscher des kleinen Landes.

Einer seiner reichsten Bürger, der ungenannt bleiben will, vielleicht aber einer der zehn Milliardäre im Land ist, zeigt jetzt, wie es geht. Er lässt sich am Rande der Oase Liwa, die bisher nur von Onyxantilopen, Kamelen und Gazellen bevölkert wird, ein komfortables Ferienhaus bauen.

Leben mitten in der Natur

Seinen Strom bezieht es von Solarzellen auf dem Dach des Gebäudes, das mit seinen fünf Armen an eine Schneeflocke erinnert. Ein Teil des Stroms landet in einem Batterieblock, damit die Versorgung auch nachts und an den wenigen Regentagen gesichert ist. Die großzügigen Fenster, die teilweise raumhoch sind, vermitteln den Eindruck, als lebten die Bewohner mitten in der Natur, was manchmal störend sein kann. Dafür gibt es eine Lösung: Die transparenten Scheiben verwandeln sich in Milchglas. Und das geht so: Die mittlere Scheibe trägt eine hauchdünne Schicht, die durch einen Stromstoß aktiviert werden kann, sodass sie undurchsichtig wird. Mit einem zweiten Stromstoß lässt sich das wieder rückgängig machen.

Als Bekenntnis zur Tradition der Urbewohner des Landes, der Beduinen, befindet sich im Zentrum des Gebäudes ein Treffpunkt, an dem Beratungen am offenen Feuer stattfinden können. Eine weitere Besonderheit ist ein Kräutergarten in der großzügig dimensionierten Küche. Die großen Fenster im Wohnraum lassen sich beiseite schieben um kühlende Brisen einzulassen, die es nachts manchmal gibt.

Londoner Architekten sind Spezialisten für Wüstenhäuser

Wie das Haus mit Wasser versorgt wird verraten die Architekten Baharash Architectures in London nicht, die das Haus entworfen haben.

Der Gründer des Büros, Baharash Bagherian, hat sich auf den Bau von umweltverträglichen Gebäuden in Wüstenregionen spezialisiert. „Wir sehen eine neue Generation von Emiratis, die einen ökologischen Lebensstil anstreben“, so die Beobachtung des Londoner Architekten. „Das steht im Einklang mit der Vision des Landes, zu einem der umweltfreundlichsten Länder der Welt zu werden.“

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Von Wolfgang Kempkens
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