23.04.2014, 15:24 Uhr | 0 |

Fußball-WM in Brasilien Arena Corinthians in São Paulo wird kurz vor dem Eröffnungsspiel fertig

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke gibt sich 50 Tage vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien optimistisch, dass alle Stadien rechtzeitig fertig sein werden. Allerdings habe man keine einzige Minute zu verlieren, sagte er gestern auf einer Pressekonferenz in São Paulo.

Die Arena Corinthians in São Paulo
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Die Arena Corinthians in São Paulo wird knapp vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft fertig, sagte jetzt Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke nach einem Besuch der Baustelle. Immer noch montieren Arbeiter die Sitze. In der Arena wird am 12. Juni die WM mit dem Spiel Brasilien gegen Kroatien eröffnet. 

Foto: dpa/Marcus Brandt

Bei Fußballspielen ist es oft knapp, sehr knapp. Ähnlich knapp wird es wohl mit der Fertigstellung der Fußballtempel in Brasilien, die längst noch nicht alle fertig gebaut sind. Und das gerade einmal 50 Tage vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels Brasilien gegen Kroatien am 12. Juni in São Paulo.

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke bereist derzeit das fußballverrückte Land und sendete gestern nach einer Besichtigung der Baustelle der Arena de São Paulo beruhigende Signale aus: „Wir haben heute die aktuellen Informationen zum Baufortschritt erhalten und ich kann bestätigen, dass die Arena de São Paulo rechtzeitig zur Austragung des Eröffnungsspiels fertig sein wird.“

Erstligaspiel in drei Wochen testet die Arena Corinthians

Valcke machte aber unmissverständlich klar, dass der Zeitplan bis zum Anpfiff im neuen Corinthians-Stadion extrem eng ist. „Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn es sind nur noch gut 50 Tage bis zum Eröffnungsspiel, und wir haben keine einzige Minute zu verlieren.“

Valcke richtete den Blick auf den wichtigsten Testlauf für das Stadion, das Erstligaspiel zwischen Corinthians und Figueirense am 17. oder 18. Mai. „Dann werden wir eine Testveranstaltung durchführen und die Strukturen überprüfen. Auf diese Weise haben wir noch drei Wochen Zeit, um Dinge zu korrigieren, die noch nicht richtig funktionieren.“ Für diese Erstligapartie werden allerdings nur 50.000 der für die WM vorgesehenen 68.000 Sitzplätze freigegeben.

Baustelle in São Paulo forderte drei Todesopfer

Im Corinthians-Stadion werden vier Gruppenspiele, ein Achtel- und ein Halbfinalspiel ausgetragen. Die Kosten für den Stadion-Neubau belaufen sich auf mindestens 307 Millionen Euro. Am 10. Mai, so hat es das zuständige Unternehmen zugesagt, sei die Installierung der temporären Tribünen für zusätzliche 20.000 Sitzplätze abgeschlossen.

Bisher sind vor allem die Bilder des weißen Baukrans um die Welt gegangen, der Teile des Stadiondachs zertrümmerte. Bei dem Unfall im November 2013 wurden zwei Arbeiter getötet und Teile des Dachs der Arena schwer beschädigt. Fünf Monate später stoppte die Arbeitsbehörde des Bundesstaats die Baumaßnahmen.

Ein weiterer Arbeiter war nach einem Sturz aus acht Metern Höhe gestorben. Erst vor wenigen Tagen hat das Arbeitsministerium die Montage der Sitze wieder freigegeben, nachdem das Bauunternehmen Fast Engenharia die Sicherheitsmaßnahmen verbessert hatte. In einem Bericht listete die Feuerwehr 26 Mängel auf, vor allem beim Brandschutz.

Akteure zeigten sich auf Pressekonferenz entspannt

Auf der Pressekonferenz gestern in São Paulo gaben sich alle Akteure entspannter als in den Monaten zuvor. Aldo Rebelo, der Sportminister Brasiliens, lobte die beteiligten Unternehmen: „Die verhängnisvollen Unfälle in der Arena haben zu den Verspätungen des Bauprojekts geführt, aber jetzt gewährleisten die Vereinsführung von Corinthians und die mit der Errichtung der temporären Strukturen beauftragten Unternehmen die Einhaltung des Zeitplans.“

Der operative Leiter der Arena de São Paulo, Lucio Blanco fügte an: „Wir sind mittlerweile entspannter, da es Fortschritte bei den temporären Strukturen gab, für die der Zeitplan enger war, beispielsweise im IT-Bereich, bei der Fernsehübertragung und den Gastronomiekonzessionen.“

Positive Signale kamen auch von Julio Semeghinie, der als Minister für Planung und regionale Entwicklung des Bundesstaates São Paulo für das Stadion und die Infrastruktur zuständig ist: „Die wichtigsten infrastrukturellen Arbeiten im Umfeld der Arena, die im Verantwortungsbereich des Bundesstaates liegen, werden am 28. April abgeschlossenen sein. Das heißt, dass der gesamte Straßenbereich für die Tests im Mai zur Verfügung stehen wird.“

São Paulo ist nicht das einzige Stadion, das den Fifa-Zeitplan kräftig durcheinander gebracht hat. So sind in der Arena de Baixada in Curitiba bislang nur 27.000 der vorgesehenen 43.000 Sitze eingebaut. „Wir brauchen Sitze. Es geht nicht, dass die Spiele im Stehen gesehen werden“, schimpft Valcke.

Schon in einem Monat, am 15. Mai, soll die Arena de Baixada an die Fifa übergeben werden. Vor dem WM-Anpfiff am 12. Juni ist in Curitiba nur noch ein Testspiel geplant, das am 13. oder 14. Mai stattfinden soll. „Alles, was für die WM notwendig ist, muss bis 13. Mai fertig sein“, betonte der 53-Jährige Franzose.

Drei der zwölf Stadien müssen noch an Fifa übergeben werden

Drei der zwölf Austragungsorte der WM 2014 in Brasilien sind noch nicht offiziell an die Fifa übergeben. Das sind die Arenen da Baixada in Curitiba sowie Pantanal in Cuiabã. Letzteres soll in drei Tagen, am 26. April, an die Fifa übergeben werden. Das Sorgenkind, die Arena de São Paulo, folgt offiziell erst am 27. Mai 2014, nur zwei Wochen vor dem Start der WM.

Da ist es beruhigend zu wissen, dass das Estádio Maracanã in Rio de Janeiro schon fertiggestellt ist. Dort findet am 13. Juli 2014 das Endspiel dieser WM vor einem Hexenkessel von 73.531 Zuschauern statt.

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Von Detlef Stoller
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